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Ostprignitz-Ruppin Ausstellung ganz nach Maß
Lokales Ostprignitz-Ruppin Ausstellung ganz nach Maß
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17:02 01.12.2017
In der Ausstellung ist Ausprobieren und Knobeln erwünscht, wie Ludwig Wieprecht (l.) demonstrierte. Quelle: Christian Bark
Wittstock

„Die ägyptischen Pyramiden begeistern heute noch mit einer Maßgenauigkeit, die man beim Flughafen Berlin-Brandenburg vermisst“, sagte Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann in seiner Rede zur Ausstellungseröffnung „Maßvoll“ in den Kreismuseen Alte Bischofsburg am Donnerstagabend. Die Präzision für solche Bauten hing schon damals von Hilfsmitteln ab, mit denen man das entsprechende Maß bestimmen konnte.Zum Beispiel von Waagen.

Rund 320 Exponate sind im Museum zu sehen. Quelle: Christian Bark

Diese wurden vor rund 6000 Jahren, vermutlich im Zweistromland, erfunden, wie Ludwig Wieprecht in seinem Exkurs zur Geschichte der Messinstrumente berichtete. Dabei kam er von der einfachsten Methode zu wiegen, nämlich über die Balkenwaage bis hin zur Federwaage. Die sei zwar nicht als Präzisionsinstrument bekannt gewesen, ihr Prinzip, nämlich die Verformung eines Körpers, gelte jedoch auch heute bei modernen Elektrowaagen.

Ausstellung beherbergt Teile der Sammlung von Hans Pridöhl

Der in Ellerhoop bei Elmshorn lebende Wieprecht ist seit 40 Jahren leidenschaftlicher Waagensammler. 1100 zieren bisher seinen Fundus, wie er sagte. „Wir fassen es als Kompliment auf, wenn man uns deswegen für verrückt erklärt“, betonte er. Seit Jahren ist er mit Torsten Pridöhl befreundet. Der ist der Sohn des jüngst verstorbenen Wittstocker Waagensammlers Hans Pridöhl. Er führt die rund 400 Waagen und 500 Gewichte schwere Sammlung seines Vaters weiter. „Mein Vater hat noch aktiv die Planungen zur Ausstellung erlebt“, blickte Torsten Pridöhl am Donnerstag zurück.

Die Sewekower Waage wurde 1960 gefertigt. Quelle: Christian Bark

Einige der rund 320 Exponate stammen aus der Sammlung Hans Pridöhls, berichtete Museumsleiterin Antje Zeiger. Exoten wie eine Jockeywaage vom Pferderennen oder eine Eierwaage hat Ludwig Wieprecht zur Verfügung gestellt. Die Ausstellung setzt aufs Ausprobieren und Mitmachen. So können Zuschauer eine Balkenwaage mit minimalen Gewichten zum Ausgleich oder aus dem Gleichgewicht bringen. Das probierte auch Karin Pohl mit Freude aus. „Ich war früher mal im Konsum als Verkäuferin tätig“, sagte die Wittstockerin. Dabei hätte sie in den 50er Jahren sogar noch ganz alte Waagen kennengelernt.

Ausstellung bleibt bis 19. Februar

Ein Herzstück aus der Region ist eine Waage aus dem Jahr 1960 aus Sewekow. „Damit wurde damals die Ernte gemessen“, erklärte Torsten Pridöhl. Dazu seien die Laster oder Hänger mit der Ware auf die Waage gefahren. Nach Abzug des Fahrzeuggewichts hätte man ziemlich genau das Gewicht der Ernte gehabt.

„Ich bin stolz, dass es die Waage in diese Ausstellung geschafft hat“, sagte Sewekows Ortsvorsteher Martin Schäfer. Sonst wäre sie vermutlich beim Schrotthändler gelandet und das wäre schade gewesen.

Die Ausstellung bleibt noch bis zum 19. Februar in Wittstock. Öffnungszeiten sind dienstags bis donnerstags 9 bis 16, freitags 9 bis 15 und am Wochenende 11 bis 16.30 Uhr.

Von Christian Bark

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