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Ostprignitz-Ruppin Kunst von Kindern in Galerie ausgestellt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kunst von Kindern in Galerie ausgestellt
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02:17 05.03.2018
Die Galerie am Bollwerk stellt Kunst von Kindern der Neuruppiner Jugendkunstschule aus Quelle: Regine Buddeke
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Neuruppin

Soviel Gekicher bei einer Vernissage gab es wohl noch nie in der Neuruppiner Galerie am Bollwerk. Der Grund war der Überraschungsgast Magdalena, die am Donnerstag zur Ausstellungseröffnung gekommen war. „Is das Kunst?“, kräht sie fröhlich. Die Kunstdozentin Sabine Ranft stutzt. „Wer bist du denn?“, fragt sie. „Ein Kind aus Sternenstaub“, piepst die Kleine. „Quatsch, du bist ne schnöde Socke“, stellt Sabine Ranft richtig. Magdalena kriegt sich vor hysterischem Gekicher kaum mehr ein – die Kinder und Erwachsenen im Publikum ebenso. „Ja, stimmt“ lispelt Magdalena urplötzlich mit staubtrockenem Ernst.

Zwei Jahre sind Sabine Ranft und Franziska Kriebisch nun schon Dozenten-Neuzugänge im Kreativbereich der Jugendkunstschule. In dieser Zeit ist vieles entstanden. Das wird nun in einer kunterbunten Ausstellung in der Neuruppiner Galerie am Bollwerk ausgestellt.

Dann erklärt die Handpuppe auf der Hand und mit der Stimme der Puppenspielerin Franziska Kriebisch, aus was sie eigentlich gebastelt wurde. Und schon ist man mittendrin in Zweck und Art der Ausstellung „Da ist Kuuuunst.“ Es ist schon die vierte Ausstellung mit Kinderkunst, die in der Galerie am Bollwerk zu sehen ist.

Die Malerin Sabine Ranft und die Puppenbauerin Franziska Kriebisch sind die neuen Dozenten, die vor zwei Jahren zum Team der Jugendkunstschule Neuruppin dazu gestoßen sind – zur Malerin Cornelia Felsch, der Hutmacherin – oder Modistin – Anna Menzel und zum Keramiker Hendrik Schink. Alle haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Kreativität der Kinder und Jugendlichen zu wecken und zu unterstützen – rund 100 sind es im Landkreis, die die Kunstschulkurse besuchen.

Bereits zum vierten Mal stellt die Galerie Kunst von Kindern aus

So wie die Puppe Magdalena aus ziemlich kuriosem Material gebaut wurde, so sehen auch die Werke der 20 Kinder zwischen 5 und 12 Jahren aus, die zur kunterbunten Ausstellung beigetragen haben. Da hängen farbgespachtelte Landschaften voll leiser Melancholie, Pappmache-Tiere in leuchtenden Farben und mit lachenden Gesichtern, räumliche Konstruktionen mit witzigen Vorrichtungen, die sich bei genauerem Hinsehen als Osterhasen-Werkstatt entpuppen. Daneben gestempelte, gespritzte, getuschte, geklebte und gezeichnete Bilder von Lieblingshaustieren und von Dschungelszenen.

Bunte Papierstreifen wurden zum plastischen 3-D-Fisch gekringelt. Eine Puppenstube aus aufwendig gefugten Mauerwerk, mit geknetetem Mobiliar und Teppichen aus Stoff hat einen Dachgarten aus 18 Mini-Töpfchen mit echtem Efeu. Die Museumsmitarbeiterin Isolde Leschkowski hat sie vor der Vernissage noch rasch gegossen.

Rund 100 Kinder besuchen die Kreativkurse der Jugendkunstschule

Ethan zeigt seinen Eltern stolz seine Osterhasenwerkstatt. „Ich habe sie mit Kartons, Filz, Styropor und Pappe geklebt“, erklärt er. Ob es schwierig gewesen sei? „Nee, ich hatte ja Hilfe“, sagt der Junge. Aber es habe großen Spaß gemacht.

Den hatte auch Cedric. „Er hat die Buchstabenstempel gesehen und spontan gesagt, dass er damit eine Schildkröte stempeln will“, erzählt Sabine Ranft. „Ich habe ja eine zuhause“, erklärt der neunjährige Neuruppiner.

„Es ist Anliegen der Ausstellung, zu zeigen, wieviel Schöpferkraft in den Kindern steckt. Das wollen wir nach außen hin zeigen“, sagt Sabine Ranft. Sie findet es extrem wichtig, dass Kinder ihre Kreativität ausleben können, der eigenen Inspiration folgen und sich ausprobieren dürfen. „Das ist wichtig fürs Selbstwertgefühl“, ist sie überzeugt.

Dozenten sind Maler, Keramiker, Puppenspieler und eine Modistin

„Die Galerie hat sofort zugesagt, als wir gefragt haben“, dankt Sabine Ranft mit einem Blick zu Cornelia Lambriev-Soost und Matthias Zágon Hohl-Stein vom Vorstand der Galerie. Man gebe den Kindern Themenvorschläge, die diese dann auf die unterschiedlichste Art bearbeiten können.

„Oft entsteht im Arbeitsprozess mit dem Material etwas ganz anderes, als ursprünglich geplant“, verrät sie den fast 50 Kindern und Eltern, die zur Vernissage den Galerieraum füllen.

Von Regine Buddeke

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