Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Sonderschau zeigt „Vom Tuch zur Trikotage“
Lokales Ostprignitz-Ruppin Sonderschau zeigt „Vom Tuch zur Trikotage“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:00 12.03.2018
Antje Zeiger entwickelte vor zehn Jahren die ersten Ideen für die Sonderschau über den OTB. Am Mittwoch wird sie nun eröffnet. Quelle: Christamaria Ruch
Wittstock

Wer die drei Buchstaben OTB hört, erinnert sich sofort an die Textilproduktion in Wittstock. Der VEB Obertrikotagenbetrieb (OTB) „Ernst LückWittstock gehörte einst zu den größten Textilbetrieben zwischen Ostsee und Erzgebirge. Am Mittwoch, 14. März, um 18 Uhr eröffnet die Sonderschau „Vom Tuch zur Trikotagein den Kreismuseen Alte Bischofsburg in Wittstock. Sie kann bis 3. Juni besucht werden.

Produktionsstart am 1. April 1968

Damit erinnert das Museumsteam um Antje Zeiger an die Gründung vom OTB vor 50 Jahren. Am 1. April 1968 startete dort die Produktion. Der Betrieb gehörte zu DDR-Zeit mit weiteren 158 Textilbetrieben zum Kombinat Trikotagen und Strümpfe im ehemaligen Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz. „Der OTB gehörte nicht nur zu den größten Textilbetrieben. Er war auch der einzige, der die Produktion von Texturseide bis zum Verkauf der fertigen Trikotage an einem Standort gewährleistete“, sagt Museumsleiterin Antje Zeiger.

Ziel sind langfristig 3000 Mitarbeiter

Mit 164 Mitarbeitern startete 1968 die Produktion, damals noch im VEB Tuchfabrik. Erst am 1. Juli 1969 folgte die Umbenennung in VEB ObertrikotagenbetriebErnst Lück“, dies geht auch aus einer damaligen Anzeige in der Märkischen Volksstimme, dem Vorläufer der MAZ, hervor. „Diese 164 Mitarbeiter gehörten zum Stammpersonal aus der alten Tuchfabrik, die bereits 1951 in Produktion ging“, sagt Antje Zeiger.

Zunächst 60 Prozent ohne Ausbildung

Schon 1968 lautete das Ziel, dass der Betrieb langfristig auf 3000 Mitarbeiter anwächst. In den ersten fünf bis acht Jahren arbeiteten mehr als 60 Prozent der Belegschaft ohne Textilausbildung. „Viele Frauen waren mit dieser Situation auch unzufrieden, denn es wurde Leistungslohn gezahlt“, so Zeiger.

Frauen mit Meisterabschluss

Mit der Gründung der Betriebsberufsschule konnten Facharbeiter- und Teilfacharbeiterabschlüsse in großem Umfang erworben werden. Auch das Ingenieurstudium gewann an Bedeutung. „Zugpferd war auch, dass Frauen ihren Meisterabschluss erwerben konnten“, so Zeiger. 1983 verfügten von 1834 Frauen im OTB 25 über einen Hochschulabschluss, 97 über einen Fachschulabschluss und 100 hatten den Meisterbrief in der Tasche. 1380 hatten einen Facharbeiterbrief und nur 193 Frauen waren unqualifiziert tätig. Bis zu 900 Beschäftigte pendelten aus einem Umkreis von 60 Kilometern zur Arbeit und nutzten dabei die Schichtbusse.

Vor 50 Jahren begann die Textilproduktion in Wittstock. 1992 folgte die Gesamtvollstreckung des Obertrikotagenbetriebes (OTB). Nun erinnert eine Sonderschau im Wittstocker Museum an den einstigen Großbetrieb. Am Mittwoch, 14. März, wird sie eröffnet.

„Es waren glückliche Umstände, dass die Standortwahl auf Wittstock fiel“, sagt Antje Zeiger. Das lag in der Tradition der Tuchmacher in der Dossestadt begründet. Damit einher veränderten sich die Lebensbedingungen in Wittstock. Wohnsiedlungen wuchsen aus dem Boden und gaben den Mitarbeitern ein neues Zuhause. Denn aus der ganzen Republik wurden damals Mitarbeiter angeworben.

Schwimmbad, Sauna und Bowlingbahn

Schwimmbad, Sauna, Gaststätten oder Bowlingbahn gehörten zu den Sonderbauten und wurden wegen des Textilbetriebs errichtet. 50 Prozent der Wärmeerzeugung aus dem Heizkraftwerk des OTB versorgten die Wohngebiete oder Schulen in Wittstock. Hinzu kamen Freizeitangebote für die Belegschaft wie etwa der Zirkel schreibender Arbeiter oder Klöppelkurse.

30 einstige Mitarbeiter als Zeitzeugen

Die Sonderschau geht auf Höhen und Tiefen dieses Großbetriebes ein. „30 ehemalige Mitarbeiter haben als Zeitzeugen Auskunft gegeben und uns mit einer Fülle von Fotos, Dokumenten und Objekten unterstützt“, sagt Antje Zeiger. Allerdings ist das gesamte Archiv des ehemaligen Textilbetriebs im Zuge der Gesamtvollstreckung 1992 verschwunden. 1998 widmete das Museum zum 30-jährigen Betriebsjubiläum schon einmal eine Ausstellung. Aus diesem Grund konnten nun viele Objekte aus dem Museumsfundus in die Sonderschau einfließen.

Von Christamaria Ruch

Sie stehen eigentlich auf der Bühne oder vor einer Fernsehkamera: Doch am Pfingstsonnabend sind Suzanne von Borsody, Nina Kunzendorf und Max Moor in der Neuruppiner Pfarrkirche zu erleben, beim Fontane-Lyrik-Projekt.

15.03.2018
Ostprignitz-Ruppin Nach Genitalien, Ohren und Oberkörper nun der Arm - Kyritzerin beißt ihren Freund schon wieder

Die Vorfälle wollen nicht enden, bei denen die Polizei zu einem Kyritzer Pärchen gerufen wird, das sich regelmäßig mehr als nur in den Haaren liegt. Die junge Frau biss auch jetzt wieder ihren Freund. Nach den Genitalien, Ohren und dem Oberkörper erwischte sie diesmal den Oberarm.

14.03.2018

Für viele Autofahrer war es wohl eine Überraschung: Am Montagmittag wurde eine weitere Kreuzung an der Neuruppiner Schinkelstraße gesperrt – etliche Fahrzeuge fuhren trotzdem durch. Ärgerlich: Die Bauarbeiten dort werden länger dauern als erwartet.

15.03.2018