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Ausstellung zur „Freien Heide“ eröffnet

Zempow Ausstellung zur „Freien Heide“ eröffnet

Der Kampf um die Wittstock-Ruppiner Heide begann vor 25 Jahren mit der Gründung der Bürgerinitiative „Freie Heide“ und endete 2009 mit dem Ende der Pläne zum „Bombodrom“. Das Jubiläum war Anlass für den Zempower Verein „Friedensscheune“, eine Ausstellung zu der Bewegung vorzubereiten. Sie öffnete am Donnerstag und widmet sich einem besonderen Aspekt.

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Die Ausstellung weckte in so manchem „Freie-Heide-Kämpfer“ alte Erinnerungen. Sie ist bis Ende Oktober in Zempow zu sehen.

Quelle: Christian Bark

Zempow. Am 23. August vor 25 Jahren wurde sie in Schweinrich ins Leben gerufen. Seitdem kämpfte die Bürgerinitiative „Freie Heide“ gegen den als „Bombodrom“ bekannten geplanten Truppenübungsplatz in der Wittstock-Ruppiner Heide. Ihr Kampf endete 2009 erfolgreich, als sich die Bundeswehr von ihren Plänen verabschiedete.

Zu den Mahnsäulen gibt es gesonderte Flyer

Zu den Mahnsäulen gibt es gesonderte Flyer.

Quelle: Christian Bark

Den Ereignissen, die sich in diesen 17 Jahren abspielten, widmet sich seit Mittwoch eine Ausstellung in Zempow. Die hatte der Verein „Friedensscheune“, der sich der Aufarbeitung der „Freien Heide“ widmet, in monatelanger Fleißarbeit hergerichtet. Sie ist nun in der gleichnamigen Scheune auf dem Hof von der Vereinsvorsitzenden Ulrike Laubenthal zu sehen. „Die Ausstellung hat besonders die Mahnsäulen im Blick“, erklärte Ulrike Laubenthal. Sie seien bis heute bestehende wichtige Ankerpunkte zur Geschichte der Bürgerbewegung. Dabei mahnte die Vereinsvorsitzende zugleich den kritischen Zustand vieler noch bestehender Säulen an.

33 Mahnsäulen werden präsentiert

33 Säulen, darunter drei Originale, werden in der Ausstellung präsentiert. Zu jeder Säule gibt es einen Flyer mit Informationen zur Entstehung, zu den Künstlern und mit einer Karte, die auf den Standpunkt der Säule hinweist. Zudem zeigt die Ausstellung zahlreiche Transparente, Fotos und andere Relikte der „Freien Heide“.

Heide-Kämpfer Ullrich Christ will zumindest die Schweinricher Mahnsäule pflegen

Heide-Kämpfer Ullrich Christ will zumindest die Schweinricher Mahnsäule pflegen.

Quelle: Christian Bark

Die befindet sich übrigens zu 58 Prozent auf Wittstocker Boden, wie der stellvertretende Landrat Ostprignitz-Ruppins, Werner Nüse, am Donnerstag informierte. Er betonte, dass die Ausstellung auch ein Produkt der Kooperation im Arbeitskreis „Perlenkette“ ist. „Die Gemeinschaft wurde vor zwei Jahren ins Leben gerufen“, erklärte Ulrike Laubenthal. Ihr gehören neben dem Verein Friedensscheune auch die Wittstocker Kreismuseen, die immer wieder Sonderausstellungen zur militärischen Vergangenheit der Heide zeigen, der Förderverein der Gadower Dorfkirche mit seiner Dauerausstellung zur „Freien Heide“, die Stadt Neuruppin mit ihrem Museum sowie der Landkreis an. Zweimal im Jahr finden Treffen statt – beim nächsten im September wolle man sich über das Ausstellungskonzept abstimmen.

Heide soll an mehreren Standorten dargestellt werden

„Wir wollen die unterschiedlichen Aspekte der Heide an verschiedenen Standorten darstellen“, erklärte Werner Nüse das langfristige Ziel des Arbeitskreises. Dazu gehöre auch der Naturaspekt, der bei Führungen durch die Heide gut vermittelt werden könne. Dabei verwies Nüse auf Pläne des Kreises, auf dem Sielmannshügel eine Aussichtsplattform errichten lassen zu wollen. „Damit wir die touristische Erschließung der Heide vorantreiben“, so der Vize-Landrat.

Feedback und weitere Informationen sind erwünscht

Feedback und weitere Informationen sind erwünscht.

Quelle: Christian Bark

Dazu gehören auch die Mahnsäulen als künstlerische Elemente bei der Erschließung der Heide. „Sie sind wie Totempfähle in der Landschaft“, beschreib Ullrich Christ den kulturellen Wert der Säulen. Der Berliner gehörte zu den Aktivisten der Bürgerbewegung. Derzeit bewohnt und pflegt er den Wohnwagen der verstorbenen Freie-Heide-Kämpferin Barbara Uebel auf dem Naturcampingplatz Blanschen. Er forderte dazu auf, die bestehenden Säulen zu pflegen. Er selbst wolle das in Schweinrich tun, da gebe es aber Probleme mit dem Grundstückseigentümer. Die Frage, wer für die Säulen zuständig sei, stellte auch Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann an dem Abend, woraufhin Ullrich Christ die Landeigentümer mit in der Pflicht sah. Keine Probleme damit, dass ehrenamtliche Helfer seinen Boden betreten, hätte Martin Schüler aus Gadow. Er selbst hatte mit seiner Frau Renate für die Heide gekämpft. „Da kommen viele Erinnerungen hoch“, sagte er beim Gang durch die Ausstellung.

Die Ausstellung ist bis zum 31. Oktober täglich außer montags von 10 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr in der Zempower Dorfstraße 40 geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Von Christian Bark

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