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Ostprignitz-Ruppin Ausstellung zur „Freien Heide“ geplant
Lokales Ostprignitz-Ruppin Ausstellung zur „Freien Heide“ geplant
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18:07 05.07.2017
Ulrike Laubenthal und Niels Detloff bereiten die Ausstellung in der Friedennsscheune mit allerlei Zeitdokumenten vor. Quelle: Christian Bark
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Zempow

Ein Vierteljahrhundert ist es nun bald her, dass sich die Protstbewegung „Freie Heide“ gegründet hat. Von 1992 bis 2009 kämpfte sie unermüdlich gegen die Nutzung der Wittstocker Heide als Luft-Boden-Schießplatz der Bundeswehr.

Sechs Jahre gehörte auch die gebürtige Hessin Ulrike Laubenthal zu den Aktivisten. Sie hatte zuvor schon Erfahrungen bei Demonstrationen von Atomkraftgegnern im Wendland sammeln können. Die 51-Jährige war fasziniert von der Friedensbewegung, die hinter der bundesweit für Aufmerksamkeit sorgenden „Freien Heide“ steckte. „2003 bin ich erstmals in die Region gekommen“, erinnert sich Ulrike Laubenthal. Zwei Jahre später sei sie dann ganz hergezogen, habe später auch ihren Ehemann Hans-Peter Laubenthal getroffen und sei dann in Zempow sesshaft geworden.

In der alten Feldsteinscheune auf dem Hof der Laubenthals wird die Ausstellung zu sehen sein. Quelle: Christian Bark

Gemeinsam mit ihrem Ehemann, der 2015 gestorben ist, und einigen Zempowern hatte sich Ulrike Laubenthal damals für die von ihr ins Leben gerufene Initiative „Sichelschmiede“ engagiert. Die ist wiederum für die Gründung des Vereins „Friedensscheune“ verantwortlich. Namensgebend war die alte Feldsteinscheune auf dem Hof der Laubenthals. Viel Arbeit, Zeit und Geld ist in die Sanierung des Gebäudes bereits geflossen – eigentlich sollte darin ein Dokumentationszentrum entstehen, in dem der Verein die Geschichte der „Freien Heide“ aufarbeiten wollte.„Das wird aber zu teuer“, verweist Ulrike Laubenthal auf Schätzungen von Gutachtern.

Die Friedensscheune

2012 wurde der Verein durch Initiative der „Sichelschmiede-Werkstatt für Friedensarbeit in der Kyritz-Ruppiner Heide“ in Zempow ins Leben gerufen.

17 Mitglieder zählt der Verein derzeit, würde sich aber über weitere Mitstreiter, besonders junge Leute, freuen.

Der Verein verwaltet Nachlässe von Bombodrom-Gegnern und sammelt Dokumente zur „Freien-Heide“-Bewegung.

Ab 23. August wird es in der Friedensscheune eine Ausstellung zu 25 Jahren „Freie Heide“ geben. Im Fokus dabei stehen die Mahnsäulen, die auf besondere Art und Weise erlebbar werden sollen.

Der Verein finanziert seine Projekte über Spenden. Diese können überwiesen werden auf das Konto des Friedensscheune e.V. bei der Raiffeisenbank OPR, IBAN: DE 2516 0619  3800 0160 4627.

Mehr Informationen hier.

Und so könnte das Dokumentationszentrum bei entsprechender Förderung vielleicht im gegenüberliegenden ehemaligen Stallgebäude entstehen. Die Scheune wird aber trotzdem nicht außen vor gelassen, wie Ulrike Laubenthal betont. Sie soll ab 23. August – dem Jahrestag der Bewegungsgründung – Raum für eine Ausstellung zu 25 Jahren „freie Heide“ bieten. „Aufhänger der Ausstellungen werden die Mahnsäulen werden, mit deren Geschichte sich der Verein besonders intensiv auseinandersetzt“, informiert die Vereinsvorsitzende. Diese würden ab August auf eine besondere Art in der Scheune erlebbar sein. Auch sei eine künstlerische Umrahmung der Ausstellung geplant. Mehr will Ulrike Laubenthal zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht verraten.

Zahlreiche Zeitdokumente lagern im Archiv. Quelle: Christian Bark

Neben Transparenten, originalen Überbleibseln von Mahnsäulen und Broschüren sollen besonders Bilder, Zeitungsberichte und Dokumente aus der Zeit einen Überblick über die Geschichte der „Freien Heide“ möglich machen. Viele der Exponate und noch mehr Originale wie private Aufzeichnungen der Aktivisten, Gerichtsakten, CDs bis hin zu T-Shirts bewahrt Ulrike Laubenthal im Archiv des Vereins auf. Das befindet sich momentan noch in ihrem Wohnhause – 30 Regalmeter werden von den Kartons eingenommen, schätzt sie.

Feedback erwünscht

Besonders Papierdokumente seien in den speziellen Archivkartons vor Feuchtigkeit gut geschützt. „Der Platz da oben wird langsam knapp“, sagt Ulrike Laubenthal. Deshalb werde es Zeit, dass bald das feste Dokumentationszentrum im Stallgebäude entstehen kann.

Zu sehen sein werden auch Relikte wie die Überbleibsel von Mahnsäulen. Quelle: Christian Bark

Sowohl als Initiative „Sichelschmiede“, als auch als Verein „Friedensscheune“ ist es den Beteiligten wichtig, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Das geschieht bei kleinen Vorträgen oder Konzerten auf dem Hof von Ulrike Laubenthal. „Auch bei der Ausstellung wird uns das Feedback der Besucher wichtig sein“, sagt die Vereinsvorsitzende. Für Ergänzungen von Zeitzeugen sei sie dankbar. Denn der Verein sammle alles, was im Zusammenhang mit der „Freien Heide“ wichtig sei.

Kommentare und Anregungen sind auch per E-Mail auf der Webseite der Friedensscheune möglich. Ihr Layout ist nach Auskunft der Betreiber kürzlich erneuert worden. Auch ein Facebookauftritt ist geplant.

Der Verein Friedensscheune wird die MAZ-Serie zu 25 Jahren „Freie Heide“, die ab kommender Woche regelmäßig bis Ende August erscheint, maßgeblich mit Informationen und eigenen Beiträgen unterstützen. Dann werden auch die Mahnsäulen sowie andere Themen rund um die „Freie Heide“ eine Rolle spielen.

Von Christian Bark

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