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Autofahrer bei Lindow vom Sturm getötet

Ostprignitz-Ruppin Autofahrer bei Lindow vom Sturm getötet

Dutzende umgestürzte Bäume, Stromausfall, kein Bus- und Bahnverkehr: Orkanböen mit mehr als 100 Stundenkilometern verwüsten das Ruppiner Land. Bei Lindow kam ein Autofahrer ums Leben, offenbar durch einen herabstürzenden Ast. In Neuruppin waren etliche Straßen von Bäumen versperrt.

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Am Wall in Neuruppin waren mehrere Bäume umgestürzt und auf parkende Autos gefallen, die Wallstraße war versperrt.

Neuruppin. Sturmtief Xavier hat im gesamten Nordwesten Brandenburgs schwerste Schäden angerichtet. In Neuruppin stürzten Dutzende Bäume um. Die gesamte Innenstadt war mit abgerissenen Ästen übersäht. Die Neuruppiner Feuerwehr war seit Donnerstagnachmittag im Dauereinsatz, um wenigstens die Straßen wieder passierbar zu machen.

Bei Lindow forderte der Sturm ein Menschenleben. Die Straße von Schönberg war nach einem Unfall seit dem Nachmittag voll gesperrt. Offenbar war dort ein großer Ast auf ein fahrendes Auto gestürzt. Dessen 27-jähriger Fahrer wurde schwer verletzt und starb kurze Zeit später. Einzelheiten zu dem Unglück konnte Polizeisprecher Toralf Reinhardt bis zum Redaktionsschluss noch nicht nennen.

Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte eilten von einem Einsatzort zum nächsten. Zeitweise hatte die Polizei nicht einmal genügend Beamte, um Straßen zu sichern, die von umgestürzten Bäumen blockiert waren.

Der Orkan kam am Nachmittag

Noch am Mittag hatte es vergleichsweise ruhig ausgesehen. Die ersten Orkanböen fegten kurz nach 16 Uhr durch die Fontanestadt. Innerhalb von Minuten stürzten überall in der Innenstadt Bäume um. Der Deutsche Wetterdienst meldet Orkanböen von mehr als 100 Stundenkilometern in Neuruppin. Am Wall brachen mehrere Stämme mit lautem Krachen auseinander und fielen auf parkende Autos. Große Äste blockierte die Wallstraße, doch die Feuerwehr hatte keine Zeit, sie wegzuräumen – zu viele andere Notfälle liefen zusammen.

Die Leitstelle von Feuerwehr und Rettungsdienst in Potsdam war völlig überlastet und über die Notrufnummer zeitweise nicht zu erreichen, ebenso die Neuruppiner Feuerwehr. In der Wittstocker Allee stürzte mehrere Bäume auf die Straße. Einige Autofahrer fuhren mit ihren Wagen unter Stämmen hindurch, die halb in der Luft hingen. Die B 167 in Neuruppin war über mehr als eine Stunde gesperrt, weil ein Baum quer über die Straße lag, aber alle Einsatzkräfte an anderer Stelle gebraucht wurden. In mehrere Orten war bereits gegen 16 Uhr der Strom ausgefallen.

Bahn kann Sicherheit der Fahrgäste nicht mehr gewährleisten

Auch die Gemeinden um Neuruppin waren betroffen. In Rheinsberg stürzte am Rosenplan eine Linde um. „Die Feuerwehr ist ununterbrochen im Einsatz und zieht immer wieder neue Kräfte nach, wenn die irgendwo frei werden“, meldete Stadtentwicklungsreferent Thomas Lilienthal am frühen Abend. In der Stadt selbst hielten sich die Schäden in Grenzen. In Rheinsberg schienen vor allem die Ortsteile betroffen zu sein, besonders Linow und Zechlinerhütte.

Auch der Prignitz-Express fuhr seit dem frühen Nachmittag nicht mehr. „Wir haben den gesamten Regional, Fern- und S-Bahn-Verkehr eingestellt“, bestätigte Bahnsprecher Ingo Priegnitz am Abend. In der gesamten Region waren Bäume au die Gleise gestürzt, so dass sich die Bahn nicht mehr in der Lage sah, die Sicherheit der Fahrgäste zu gewährleisten. „Wann wir den Betrieb wieder aufnehmen, können wir noch nicht sagen. Die Schäden sind immens“, so Priegnitz am Abend. Auch die Busgesellschaft ORP hat am Nachmittag den gesamten Verkehr eingestellt, gab Geschäftsführer Ulrich Steffen im Kreistag bekannt, der Donnerstag im Oberstufenzentrum in Neuruppin tagte.

Auf dem Weg zum Kreistag mussten Besucher über die B 167

Auf dem Weg zum Kreistag mussten Besucher über die B 167. Dort versperrten Bäume den Weg für Busse und Laster. Pkw-Fahrer konnten sich indes unter diesem Baum durchschlängeln.

Quelle: Andreas Vogel

Von Reyk Grunow

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