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Autokino dauerhaft geschlossen

Zempow Autokino dauerhaft geschlossen

Mit dem Saisonstart dürfte es für das Autokino Zempow in diesem Jahr wohl nichts mehr werden. Dabei hätte das seinerzeit erste Autokino der ehemaligen DDR in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag gefeiert. Grund für den Nicht-Spielbetrieb ist der seit Jahren währende Streit zwischen Grundstückseigentümer und Kinobetreiber, dessen Ende vorerst nicht in Sicht ist.

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Der Spielplan des Kinos bleibt leer.

Quelle: Christian Bark

Zempow. In diesem Jahr hätte das Autokino in Zempow, das zu DDR-Zeiten das einzige seiner Art in der Region gewesen war, seinen 40. Geburtstag gefeiert. Damals waren die Vorstellungen oft ausverkauft, standen Trabi und Mercedes dicht beieinander, wie sich der langjährige Kinobetreiber Claus Neumann erinnerte. Doch zuletzt waren nur noch wenige der insgesamt 220 Stellplätze besetzt, wenn Filme über die Leinwand flimmerten. In diesem Jahr gab es hingegen keinen Spielbetrieb.

Beim Suchdienst Google steht der Vermerk „Dauerhaft geschlossen“, auf der Facebook- und Webseite des Betreibers werden die Fans des Autokinos seit Monaten auf einen späteren möglichen Saisonstart vertröstet. Begründet wird der spätere Saisonstart mit dem Streit zwischen Claus Neumann und dem Grundstückseigner Wilhelm Schäkel. Letzterer habe Claus Neumann vor Jahren um sein Vorkaufsrecht für das Gelände gebracht, wie der Betreiber behauptet. Wilhelm Schäkel hingegen verweist auf ausstehende Pachtzahlungen von Claus Neumann. Der Pachtvertrag ist in diesem Jahr ausgelaufen, die Zahlungsrückstände sowie das Verhalten des Betreibers in der ganzen Angelegenheit, hätten Wilhelm Schäkel keinen Anlass zu einer Verlängerung des Vertrages gegeben. Außerdem ärgere sich der Zempower Landwirt, dass womöglich von Neumanns Seite böse Gerüchte über ihn in die Welt gesetzt würden.

Grundstücksbesitzer will Angelegenheit „aussitzen“

„Vielleicht muss das Ganze aber erstmal ruhen“, sagt Wilhelm Schäkel. Theoretisch habe er das Recht, das Kino räumen und Eigentum von Claus Neumann pfänden zu lassen. Lieber wolle er die Angelegenheit aber „aussitzen“. Zudem habe er Neumann auch in diesem Jahr wieder die Möglichkeit offeriert, das Kino zu betreiben. Dieser hatte sich im vergangenen Jahr bereits einen Rechtsbeistand geholt, was Wilhelm Schäkel begrüßt. „Gut, wenn er die rechtliche Lage klären lässt“, sagt der Landwirt. Allerdings habe sein Anwalt schon länger nichts mehr von Neumanns Anwalt gehört.

Dass der Förderverein des Autokinos indes den Spielbetrieb übernimmt, hält Schäkel, der ebenfalls Vereinsmitglied ist, für unwahrscheinlich. Dazu seien die Mitglieder in der Vergangenheit, wohl von Sympathisanten des Betreibers, zu sehr gemobbt worden. Dass es anlässlich des 40. Geburtstages eine Feier oder Erinnerungsveranstaltung für das Kino geben wird, will Wilhelm Schäkel aber nicht ausschließen. „Der Verein trifft sich am Wochenende“, kündigt er an. Dann wolle er auch mit Vereinsvorstand Frank Mögelin sprechen. Dessen Vater Heinz, der das Kino 1977 gegründet hatte, sei in diesem Jahr, wo auch der Spielbetrieb endete, verstorben.

Von Christian Bark

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