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Ostprignitz-Ruppin Automatisiert in die Zukunft
Lokales Ostprignitz-Ruppin Automatisiert in die Zukunft
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18:35 15.12.2017
25 MAZ-Leser schauten sich beim Betriebsausflug das Krono-Werk in Heiligengrabe an. Quelle: Christian Bark
Heiligengrabe

Für viele, die am riesigen Werk der Swiss-Krono-Gruppe in Heiligengrabe vorbeifahren, wirkt das rund 60 Hektar große Gelände wie eine eigene kleine Stadt. So auch für die Besucher des jüngsten „Betriebsausflugs“ der MAZ und der Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwest-Brandenburg (REG) am Donnerstag. Bei ihrem Streifzug durch die Anlagen des Holzfaserplattenherstellers konnten sie von Geschäftsführer Hendrik Hecht viel Interessantes und Verblüffendes über diese „Blackbox“ erfahren.

Der Holzplattenghersteller hat seine Produktion an vielen Stellen automatisiert. Trotzdem ist er Arbeitgeber für gut 800 Beschäftigte aus der Region.

„Wir sind ein klassischer Schwerindustriebetrieb in einer eher ländlichen Gegend“, erklärte Hendrik Hecht. Dabei entstünden auch Abfallprodukte wie Kohlendioxid, Wasserdampf oder Staubpartikel, die nicht zu 100 Prozent gefiltert werden könnten, wie der Geschäftsführer auf kritische Nachfragen der Besucher antwortete. Allerdings sei alles im Rahmen und werden penibel kontrolliert.

Nahezu jeder der Anwesenden war in der Vergangenheit mit Swiss Krono in Berührung gekommen, egal, ob er einen Laminatfußboden aus Heiligengrabe besitzt oder mal für das Werk gearbeitet hat. „Ich habe hier 25 Jahre lang Holz hergefahren – immer gerne“, berichtete Siegfried Lehmann aus Kuhbier. Zwar sei er damals schon weit im Gelände herumgekommen, so weit wie am Donnerstag aber noch nie. „Mein Schwiegersohn arbeitet hier“, wusste Dietrich Albrecht aus Pritz­walk zu berichten. Er zeigte sich fasziniert von Hechts Ausführungen über die Entwicklung des Werks seit seiner Gründung 1993. „Hier herrscht kein Stillstand“, sagte er.

800 Beschäftigte arbeiten derzeit bei Swiss Krono

In der Tat hat der schweizerische Mutterkonzern in den vergangenen 24 Jahren über 600 Millionen Euro in den Standort investiert, wie Hendrik Hecht informierte. Von ehemals 120 Mitarbeitern sei das Werk, das im Jahr über 52 Millionen Quadratmeter Laminatböden und 472 000 Kubikmeter Holzwerkstoffplatten produziert, auf 800 Beschäftigte gewachsen. „Damit liegen wir brandenburgweit an sechster Stelle bei den größten Arbeitgebern im produzierenden Gewerbe“, erklärte Hendrik Hecht. Die Mitarbeiter stammten aus einem Umkreis von 50 Kilometern. Die Ware werde in über 90 Länder weltweit geliefert.

In einer Bildpräsentation erklärte der Geschäftsführer den Besuchern, wie die Platten entstehen. Wie das Holz zu Holzfasern verarbeitet und getrocknet werde. Danach würden die Fasern unter Zugabe von Harzen zusammengepresst. Wie die fertigen Platten in die Lager gelangen, darauf lag am Donnerstag das Hauptaugenmerk bei der Führung über das Gelände.„Ich möchte Ihnen ein Stück Industrie 4.0 zeigen“, sagte Hendrik Hecht. Nur durch clevere Strategien könne man sich gegen Billigkonkurrenten am Markt behaupten.

Über 600 Millionen Euro wurden in 24 Jahren in den Standort investiert

Bei Swiss Krono wie anderswo sei das die Automatisierung. So fuhren an den Besuchern fahrerlose Transportwagen vorbei, die die Platten in eine Halle bringen. „Erstaunlich, dass man in einigen Bereichen gar keine Menschen mehr sieht“, stellte Gabriele Schumacher aus Pritzwalk fest. Auch die Miniatur-Testfabrik wurde von einem Roboter, der Daten schnell und zuverlässig weiterleiten kann, betrieben. „Bei uns machen das die Mitarbeiter noch mit der Hand“, berichtete Manuel Fitz aus Wittstock, der im Zahnradwerk Pritzwalk arbeitet.

Zwar würden durch die Automatisierung menschliche Aufgaben entfallen, durch die gesteigerte Produktivität aber weitere Mitarbeiter benötigt, wie Produktmanager René Schütte erklärte. Die Qualifizierungsanforderungen seien aber parallel gestiegen.

Von Christian Bark

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