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Ostprignitz-Ruppin Aus Weihnachtsbäumen wird Energie
Lokales Ostprignitz-Ruppin Aus Weihnachtsbäumen wird Energie
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00:21 14.01.2019
Awu-Mitarbeiter fahren derzeit durch Ostprignitz-Ruppin und sammeln Weihnachtsbäume an Straßenrändern und Glascontainerplätzen ein. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Zuhauf liegen sie dieser Tage wieder am Straßenrand oder aufgetürmt an Glascontainerplätzen: Die Weihnachtsbäume, die bis vor kurzem noch die Wohnzimmer im Ruppiner Land geschmückt haben. Die Abfallwirtschaftsunion, kurz Awu, holt sie seit dieser Woche kostenlos ab. Wenn sie denn am frühen Morgen gut sichtbar am Straßenrand liegen.

In Neuruppin, Kyritz und Wittstock wurde der grüne Weihnachtsschmuck schon entsorgt, in den kleineren Orten rückt die Awu kommende Woche an: in Katerbow, Wildberg oder Rohrlack beispielsweise am 14. Januar, in Wusterhausen am 15. Januar, in Neustadt am 16. Januar, in Manker oder Deutschhof am 17. Januar, in Nietwerder und Vielitz am 17. Januar, in Adamswalde und Flecken Zechlin am 18. Januar. Alle Termine stehen im Tourenplan auf www.awu-opr.de.

Mancherorts gibt es Knutfeste

Mancherorts finden auch Weihnachtsbaumfeuer statt. So ruft die Jugendfeuerwehr Kränzlin am Samstag 12. Januar zum traditionellen Knutfest auf. Ab 10 Uhr sammelt sie die Weihnachtsbäume vor den Häusern ein. Ab 17 Uhr werden sie bei Speis und Trank auf dem Dorfplatz verbrannt.

Am Straßenrand und in Containern können Anwohner ihre Weihnachtsbäume abladen. Quelle: Peter Geisler

Zum geselligen Miteinander lädt ebenso die Freiwillige Feuerwehr in Neustadt am 12. Januar ein. Das Riesenfeuer entfacht der Verein ab 15 Uhr am Gerätehaus der Feuerwehr. Jeder, der möchte, kann mit seinem abgeschmückten Weihnachtsbaum vorbeikommen.

Ein Fauxpas ist den Awu-Männern letztes Jahr im Vorfeld zu solch einem Fest passiert, erzählt Matthias Noa: „Wir hatten an einem Glascontainerplatz einen Haufen Bäume eingesammelt. Sie waren aber nicht für uns bestimmt. Stattdessen hatte die ortsansässige Feuerwehr sie fürs Feuer am Wochenende deponiert.“ Dieses fiel dann wohl aus. „Es passiert aber immer seltener, dass solche Feste stattfinden", sagt der Awu-Chef. „Generell sammeln wir die Weihnachtsbäume in Ostprignitz-Ruppin ein."

Awu rechnet mit mehr Bäumen als in den Vorjahren

2016 waren es 28 Tonnen, 2017 um die 29 Tonnen, vergangenes Jahr rund 30 Tonnen. „In diesem Jahr rechnen wir sogar mit mehr. Da sich allein in Neuruppin und Umgebung schon mehr Bäume angesammelt haben als die Jahre zuvor.“

Die Awu-Mitarbeiter hätten alle Hände voll zu tun und es nicht immer einfach, erklärt Noa: „Wichtig ist nicht nur, dass der Baum abgeschmückt wurde, sondern auch dass er nicht zu groß ist. Er sollte die handelsüblichen zweieinhalb Meter Höhe nicht übersteigen, sonst haben die Kollegen Probleme, ihn abzutransportieren.“ Fiel das grüne Schmuckstück in diesem Jahr doch größer aus, sollte er vom Besitzer noch mal zerteilt werden.

Aus Bäumen wird Strom

Was mit den Bäumen geschieht, nachdem sie im Landkreis aufgelesen wurden, weiß Noa natürlich auch. „Sie kommen zur Krono-Gruppe nach Heiligengrabe. Dort werden sie energetisch verwertet.“ Verwertet heißt in diesem Fall verbrannt – im dortigen Biomassekraftwerk. In diesem landet alles, was aus Holz ist und wofür es keine andere Verwendung gibt. „Wir produzieren daraus Prozesswärme und Strom“, sagte Krono-Geschäftsführer Hendrik Hecht.

Bis vor ein paar Jahren nahm der Tierpark Kunsterspring noch gespendete Bäume an. Allerdings hat man davon Abstand genommen, da die Gefahr besteht, dass die Bäume nicht richtig abgeschmückt sind, was ein Risiko für die Tiere bedeutet. Da ist der Weg über die Awu die einfachste und grüne Lösung.

Von Anja Reinbothe-Occhipinti

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