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Axel Gerlachs Zollstock-Kiosk

Luhme Axel Gerlachs Zollstock-Kiosk

Das metert: 3630 Zollstöcke hat Axel Gerlach schon in seiner Sammlung und damit Wände und Decke seines „Onkel-Emma-Ladens“ förmlich „tapeziert“. Touristen und Einheimische schätzen die nahe Einkaufsmöglichkeit, indem man nahezu alles findet, was eben mal so gebraucht wird: von der Angel bis zum Zollstock.

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Axel Gerlach sammelt Zollstöcke.

Quelle: Regine Buddeke

Luhme. Es soll Leute geben, die mit zweierlei Maß messen. Axel Gerlach kann das locker toppen. Wobei seine Zollstöcke alle millimetergenau sind. 3630 Stück hat er bisher gesammelt – fein säuberlich aufgereiht zieren sie Decke und Wände seines Kioskes in Luhme, der – genauso wie die „Zollis“ – aus Holz besteht.

„Zollstock-Axel und keinen Meter weiter“ – so nennt der Luhmer seinen – nennen wir es Onkel-Emma-Laden – in dem es die komplette Palette von A bis Z gibt: Angelruten, Basecaps, Cola, Dosenfutter und Eis, auch Hygieneartikel, Mückenspray und Marmelade bis hin zu Windeln und Zucker. Und natürlich einem Zollstock. Dazu serviert der Ex-Hallenser – den es erstmals 1976 nach Luhme verschlug, Bockwurst und Bier, Kaffee und gute Gespräche. Nach einem „Gastspiel in Neuruppin und Rheinsberg kehrte er schlussendlich 1993 endgültig zurück nach Luhme.

Vor dem Kiosk kann man urig sitzen und Brotzeit machen. „Ich mache keinen Ausschank, aber das gekaufte Bier wird von meinen Gästen gern vor dem Laden in geselliger Runde getrunken“, beschreibt Zollstock-Axel den Fakt, dass er über die Jahre der perfekte Rastplatz für Radler, Wanderer oder Auto-Touristen geworden ist. Seit 2010 betreibt er seinen Kiosk. „Das hat sich so ergeben – ich musste mir was einfallen lassen“, sagt der ehemalige Baustoffhändler, der durch diesen Beruf zu seiner Sammlung kam. Er war einige Jahre Niederlassungsleiter einer Dachbaustoff-Firma in Rheinsberg – insofern kam er tagtäglich mit Zollstöcken in Berührung. Mal ließ wer einen liegen, mal kamen sie als Firmen-Gimmicks daher.

„1995 habe ich ernsthaft angefangen zu sammeln. Inzwischen bringen mir die Urlauber welche vorbei“, sagt der 58-Jährige. „Die müssen nicht frisch vom Werk kommen, sollten aber neu aussehen“, so Gerlach. Nur dann bekämen die Exemplare einen Platz in der Sammlung und in den selbst gebauten Halterungen von Wand und Decke.

Er hat schon einige Raritäten zwischen den Exponaten, die von ein bis vier Meter messen: einen mit Strass, einen für Linkshänder, einen mit Taschenlampe – die somit einen zwei Meter langen Wirkungsradius erhält. Auf einen ist sein Name gedruckt – der hat einen Ehrenplatz an der Wand. An der übrigens noch Platz ist. Die Saison über – von April bis Oktober hat er täglich außer dienstags geöffnet – sammelt er die neuen Zollstöcke, die man ihm mitbringt, auf einem Tisch. „Im Winter habe ich Zeit, dann bringe ich die alle an“, sagt er. „Bissel Platz ist ja noch.“

Von Regine Buddeke

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