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Azubi nach MAZ-Beitrag gefunden

Wittstock Azubi nach MAZ-Beitrag gefunden

Es hat geklappt: Fred Wehland, der Obermeister der Maler- und Lackiererinnung im Kreis Ostprignitz-Ruppin, fand jetzt doch noch einen künftigen Lehrling, nachdem er im Juli in der MAZ die ganze Dramatik des Nachwuchsproblems beschrieben hatte. Doch Handwerksberufe stehen auf der Wunschliste junger Leute weiterhin ganz unten.

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Patrick Zimmermann (18) wird bei der Firma Hoch- und Tiefbau Wittstock zum Beton- und Stahlbetonbauer ausgebildet – hier auf der Baustelle des künftigen Rewe-Marktes in der Röbeler Straße.

Quelle: Fotos (2): Björn Wagener

Jabel. Es hat doch noch geklappt: Fred Wehland aus Jabel, der Obermeister der Maler- und Lackiererinnung im Kreis Ostprignitz-Ruppin, fand jetzt einen jungen Mann, der den Beruf des Malers und Lackierers in seinem Betrieb erlernen möchte. „Er kommt aus Blesendorf, hat den Ausbildungsvertrag schon unterschrieben und wird zum 1. September seine Ausbildung beginnen“, berichtet Wehland.

Zuvor hatte der Bewerber zwei Tage zur Probe mitgearbeitet. Der Firmeninhaber ist erleichtert, hatte er doch händeringend einen Auszubildenden gesucht und am 21. Juli in der MAZ über die dramatische Ausbildungssituation im Maler- und Lackiererhandwerk berichtet. Daraufhin meldete sich schließlich der junge Mann.

Kleiner Erfolg, aber Probleme bleiben

Ein kleiner Erfolg, der jedoch nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass die Handwerksbranche sehr schwierigen Zeiten entgegengeht. Denn der Nachwuchsmangel ist allgegenwärtig – mit zum Teil gravierenden Folgen. Die Firma Uni-Bau Prignitz in Pritz­walk werde Ende kommenden Jahres schließen, wenn sich bis dahin niemand findet, der die Firma übernehmen möchte. Das bestätigt Geschäftsführer Gerd Lade, der das Unternehmen mit 18 Mitarbeitern aus Altersgründen in jüngere Hände geben möchte. Die Auftragslage sei gut. Allerdings gingen demnächst drei seiner Leute in Rente. „Gerade sie gehören zu unseren Besten, da gibt’s gar keine Probleme“, sagt er. Nachwuchs? „Wir bilden schon seit Jahren nicht mehr aus, weil sich seitdem niemand mehr als Bewerber vorgestellt hat.“

Dabei wäre es auch für eine mögliche Betriebsübergabe an einen Nachfolger von Vorteil, gute jüngere Mitarbeiter zu haben. Denn das nähme die Last von den Schultern des neuen Chefs, seinerseits fähige Handwerker zu finden. Noch gebe es einen möglichen Interessenten, der die Baufirma weiterführen könnte, aber sicher sei das noch nicht.

Existenzbedrohend ist der Nachwuchsmangel für die Firma Hoch- und Tiefbau Wittstock (HTW) zwar nicht, aber deutlich spürbar. Um die Nachwuchslücke zu schließen, „binden wir Subunternehmen mit ein“, sagt Geschäftsführer Torsten Köhring.

Zwei Azubis ins Rennen geschickt

Die Firma beschäftige rund 100 Mitarbeiter und agiere im Großraum zwischen Berlin und Hamburg, viele Baustellen befänden sich aber auch in der näheren Umgebung. Aktuell sei HTW am Bau des neuen Rewe-Marktes in Wittstock beteiligt. „Zwei Auszubildende schicken wir erst mal ins Rennen und hoffen, dass sie durchhalten.“ Im Hochbau bilde HTW Maurer und Beton- und Stahlbetonbauer aus, letztere Berufsgruppe sei besonders begehrt. Im Tiefbau können sich junge Leute zum Rohrleitungsbauer ausbilden lassen. Doch auch Köhring bestätigt, dass es heute kaum mehr Bewerbungen gebe, jedenfalls im Handwerksbereich. „Wir bilden alle drei Jahre auch Bürokauffrauen aus. Da hatten wir rund 20 Bewerbungen.“ Dabei wäre aber gerade im Handwerk Nachwuchs dringend nötig. Der Altersdurchschnitt liege bei über 50, viele gingen demnächst in Rente. Außerdem suche die Firma Kalkulatoren, Projektleiter und Bauleiter. „Frisch ausgebildete Nachwuchskräfte in diesem Bereich werden uns aber oft von größeren Firmen weggeschnappt“, so Torsten Köhring.

Gerd Lade aus Pritzwalk befürchtet durch die Azubi-Misere nicht nur, dass Handwerksleistungen künftig teurer werden, sondern vor allem auch, dass die Qualität leidet – und rät: „Also schnell noch bauen!“

Von Björn Wagener

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