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Babitzer liefert Trabiteile in alle Welt

Schwungvoller Handel Babitzer liefert Trabiteile in alle Welt

Das Hobby zum Beruf gemacht hat der Babitzer Frank Köster: Ein riesiger Fundus von alten Trabant-Fahrzeugen sowie ein gut bestücktes Ersatzteillager bildeten für den Auto-Experten die Basis für einen Internetladen. In dem verkauft er Trabi-Teile, die er zuvor sorgfältig und fast bis zum Neuzustand aufgearbeitet hat.

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Plötzlich waren die Tonnen einfach weg

Alle Teile – so rostig oder schmutzig sie auch sein mögen – werden von Frank Köster sozusagen zum Neuzustand aufgearbeitet. Seine Devise: „Ich hasse Schmutz.“

Quelle: Claudia Bihler

Babitz. Einige Jahre Automobilgeschäft hatte Frank Köster bereits hinter sich, als er zu Heiligabend 2007 seine Ich-AG an den Start brachte: Mitte der 1970er Jahre begann er eine Ausbildung als Mechaniker bei der ehemaligen Wittstocker Kraftfahrzeuginstandsetzung. Er machte seinen Meister, wickelte die Ersatzteilbestellung ab, arbeitete nach der Wende als Autoverkäufer und musste als ADAC-Helfer zornigen, traurigen oder verzweifelten Fahrern von liegengebliebenen Autos helfen.

Auch, wenn der Babitzer zwischendrin einen Ausflug in die Landwirtschaft unternehm, wo es ihm wegen der Arbeit in der Natur auch gut gefallen hat („Keiner ging mir auf den Keks, die Vögel sangen.“): Ganz losgelassen haben ihn Motoröl und Schraubenschlüssel nie. Kein Wunder also, dass der Babitzer sein Hobby zum Beruf gemacht hat: An eben diesem Heiligabend hat er seinen Internethandel „N(Ost)algie-Ersatzteilhandel“ eröffnet, mit dem er seither an Liebhaber in ganz Deutschland, aber auch in aller Welt Ersatzteile für Trabant-Fahrzeuge verkauft.

Von Frank Köster aufgearbeitete Lichtmaschine

Von Frank Köster aufgearbeitete Lichtmaschine.

Quelle: Bihler

Mit Seminaren für Existenzgründer hat er sich vorbereitet, doch die Idee, Ersatzteile für die Autos aus Ifa-Produktion zu handeln, wurde mehr oder weniger von seinem Sicherheitsgefühl verursacht, meint er rückblickend.

Babitzer räumte den Leuten viele Autos „aus dem Weg“

Nachdem die meisten Leute auf neue Autos aus Westproduktion umgestiegen waren, standen die ehemals umkämpften „Pappen“ ihren Eigentümern in Scheunen oder Garagen im Weg herum, erinnert sich Köster: „So mancher hat dann gefragt, ob ich ihn haben möchte.“ Und weil Ostdeutsche ohnehin nichts wegwerfen würden, habe es auch regelmäßig einen guten Ersatzteilfundus dazu gegeben. Je mehr Eigentümer ein Fahrzeug gehabt hatten, um so größer wurde der: „Der letzte hatte gleich eine ganze Schubkarre voll.“

Viele Trabis stehen auf seinem Hof

Viele Trabis stehen auf seinem Hof.

Quelle: Bihler

Wegen seiner hervorragenden Kontakte zu Wittstocker Automobilwerkstätten konnte er für wenig Geld weitere Bestände erwerben. „Ich hatte also bereits über 100 Trabanten und jede Menge Ersatzteile, als ich angefangen habe“, sagt Köster. Ein Bestand, der immer wieder aufgestockt wurde, und bis heute beispielsweise über 100 Trabi-Motoren zählt – neben dem großen „Ersatzteillager“ der Marke „Aus Drei mach Eins“, das sich in Form von Fahrzeugen zum Ausschlachten auf seinem Hof befindet.

Stammkunden hat er heute einige, Händler, die bis heute die beliebten Autos verkaufen, Liebhaber aus der Zwickauer Region, die zwar naturgemäß Trabis mögen, aber im Gegensatz zu den Brandenburgern keinen Platz zum Lagern von Ersatzteilen haben. Liebhaber, die bei Trabitreffen Preise gewinnen oder auch Passionisten aus dem Westen, für die der Trabi die moderne Form der Modelleisenbahn darstellt.

Babitzer schätzt, dass noch 30 000 Trabis auf der Straße sind

Die Nachfrage nach Trabi-Teilen ist groß, sagt Köster. So groß, dass er kürzlich seit 20 Jahren zum ersten Mal wieder Urlaub machen konnte. Neuteile werden nicht mehr produziert, abgesehen von denen in Ungarn, von denen der Bastler meint, dass sie von schlechter Qualität sind. Dabei sind noch rund 30 000 Trabis zugelassen, weitere 15 000 vermutet der Babitzer in anderen Beständen.

Zu rund 95 Prozent sind sie in Liebhaberhand, einige Leute – vor allem Ältere – fahren sie aber nach wie vor täglich. „Seit es kein Gemisch an der Tankstelle mehr gibt, ist es schwierig für manche. Einer älteren Dame etwa betanke ich jeden Monat das Auto.“

In Babitz wird am Wolf im Schafspelz gebastelt

Auch Köster selbst ist Trabifahrer: „Ich bin Langsamfahrer und Trabis haben in gewisser Hinsicht Narrenfreiheit.“ Trabi fährt er zumindest dann, wenn ihm Freunde seine Autos nicht mit viel Überredungskunst „abquatschen“. Derzeit baut er an seinem Trabi-Pickup. Der Zweisitzer wird ein ganz besonderer sein und mit 35 PS zehn mehr als werksseitig auf die Straße bringen. Köster freut sich: „Das ist ein Wolf im Schafspelz.“

Von Claudia Bihler

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