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Ostprignitz-Ruppin Bahn nach Pritzwalk hat Zukunftsaussichten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Bahn nach Pritzwalk hat Zukunftsaussichten
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00:17 23.10.2016
Dass die Bahnübergänge an der Strecke Neustadt-Kyritz-Pritzwalk modernisiert werden müssten, ist seit Jahren im Gespräch. Quelle: Axel Knopf
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Neustadt

Die Kommunen entlang der Bahnstrecke Neustadt-Kyritz-Pritzwalk befassen sich erneut mit deren Zukunft. Anlass ist die jetzt erfolgte Ankündigung der Landesregierung, den Betrieb der Strecke nun doch über einen längeren Zeitraum finanziell zu unterstützen, und zwar bis mindestens 2028.

Ab 2015 hatte die Strecke auf der Kippe gestanden. Das Land kündigte damals eine deutliche Reduzierung seines Zuschusses für den Personenverkehr an: von jährlich 2,5 auf nur noch 1,1 Millionen Euro. Damit wäre der Betrieb unmöglich geworden. Es hagelte Protest. Schließlich einigte sich das Land mit den betroffenen Kommunen und den Landkreisen auf ein gemeinsames Finanzierungsmodell. Kommunen und Landkreise beteiligen sich seitdem mit insgesamt 350 000 Euro im Jahr am Betriebskostenzuschuss.

Vereinbarung galt bislang nur unter Vorbehalt

Allerdings galt diese Vereinbarung bislang nur unter Vorbehalt. Eine langfristige Regelung machte das Land vor allem von den Regionalisierungsmitteln des Bundes abhängig. Über die wurde seit Jahren heftig diskutiert. Nun haben die Bundesländer sich geeinigt. Die Kreisverwaltung teilt mit: „Letztlich wurde eine Kompromissformel entwickelt, die auch das Land Brandenburg bis wenigstens 2030 in die Lage versetzt, schienengebundene Verkehre im ländlichen Raum noch im angemessenen Umfang aufrechtzuerhalten.“ Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 will das Land nun den Betrieb der Bahnstrecke Neustadt-Kyritz-Pritzwalk neu ausschreiben, und zwar gleich für die Dauer von zehn Jahren.

Diese lange Frist ist eine entscheidende Voraussetzung für Investitionen. Für die Strecke besteht nämlich seit Jahren erheblicher Modernisierungsbedarf. Sowohl Bahnübergänge als auch Sicherungseinrichtungen entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik und müssen erneuert werden. Die Rede ist von rund sechs Millionen Euro, die das Land Brandenburg und das Unternehmen Regio Infra Nordost als Eigentümer der Strecke übernehmen wollen. Außerdem plant beispielsweise die Stadt Kyritz die Errichtung eines zusätzlichen Haltepunktes an der Perleberger Straße. Dieser Aufwand hat natürlich nur dann Sinn, wenn die Bahn noch ein Weilchen fährt.

Empfehlung aus Neustadt

Die Kommunen müssen nun sicherstellen, dass sie ihre Betriebskostenzuschüsse über den gesamten anvisierten Zeitraum – also bis mindestens 2028 – bereitstellen. Der Hauptausschuss des Amtes Neustadt hat dieser Verlängerung Anfang der Woche seine Empfehlung erteilt. Dort geht es um 5000 Euro jährlich. Zudem wird ab 2025 eine regelmäßige Kostensteigerung von 1,5 Prozent pro Jahr mit einkalkuliert. Abschließend entscheidet der Amtsausschuss am 21. November. Die anderen Kommunen werden sich in den nächsten Wochen ebenfalls mit dem Thema befassen. Gleiches gilt für den Kreistag.

In Neustadt wurden allerdings auch schon Überlegungen laut, den regionalen Betriebskostenzuschuss irgendwann anders zu regeln. „Vielleicht sollte man die ganze Problematik komplett an den Landkreis übertragen“, gab der Bürgermeister von Stüdenitz-Schönermark Gerhard Wilke zu bedenken. Von seinen Amtskollegen kam zumindest kein Widerspruch.

Zur Vorgeschichte

Die geringe Auslastung der Züge ­hatte das Land bereits 2012 dazu ­veranlasst, seinen jährlichen Zuschuss für den Streckenbetrieb von 5 auf 2,5 Millionen Euro zu halbieren.

Der Fahrplan im Personenverkehr ­zwischen Neustadt und Kyritz und ganz besonders weiter in Richtung Pritz­walk wurde daraufhin deutlich ausgedünnt.

Für 2015 kündigte das Land sogar die gänzliche Einstellung des Personenverkehrs auf der Strecke an. Lediglich Güterzüge sollten ab und an noch rollen.

Nach Protesten einigte man sich auf einen Kompromiss: Der Bahnverkehr blieb erhalten. Die Anliegerkommunen sowie die Landkreise Ostprignitz-Ruppin und Prignitz leisten seitdem einen jährlichen Zuschuss von 350 000 Euro.

Von Alexander Beckmann

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