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Ostprignitz-Ruppin Bahnanschlüsse: Klare Forderung an das Land
Lokales Ostprignitz-Ruppin Bahnanschlüsse: Klare Forderung an das Land
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02:19 21.04.2018
Der Prignitz-Express RE 6 soll künftig im Halbstunden-Takt nach Berlin fahren. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Kaum hat die rot-rote Landesregierung die ungewollte Kreisgebietsreform gestoppt, steht neuer Ärger bevor. Grund ist der Entwurf des Landesverkehrsplanes, der von 2018 bis 2022 gelten soll. Denn obwohl der Nordwesten Brandenburgs seit fast 20 Jahren um eine direkte Bahnanbindung in das Berliner Stadtzentrum kämpft, ist diese in dem Papier nicht vorgesehen. Vielmehr will sich das Land erst nach dem Jahr 2030 mit einer direkten Anbindung des Prignitz-Expresses RE 6 ins Zentrum der Hauptstadt beschäftigen.

„Liebe Landesregierung, so nicht“

„Liebe Landesregierung, so nicht“, sagte am Dienstag Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde. Der Stadtchef unterschrieb mit Landrat Ralf Reinhardt (SPD) als Erster eine Unterschriftenaktion, in der der Entwurf des Landesverkehrsplanes abgelehnt wird. „Wir können nicht bis 2030 warten“, betonte Landrat Reinhardt. Auch die Vertreter des sogenannten Städtekranzes in Brandenburg, dazu gehören neben Neuruppin Cottbus, Frankfurt (Oder), die Stadt Brandenburg (Havel), Luckenwalde, Eberswalde und Jüterbog, unterstützen die Aktion, sagte Neuruppins Bürgermeister, der derzeit Vorsitzender des Städtekranzes ist. Demnach fühlen sich viele Kommunen bei den Plänen für eine gleichmäßige Entwicklung im Land „nicht mitgenommen“, sagte Golde. Deshalb lehnen die Kommunen den Entwurf des Landes nicht nur ab, sondern sammeln ab sofort auch Unterschriften dagegen.

Landrat Ralf Reinhardt (SPD, l.) und Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin) unterzeichneten am Dienstag als Erste die Forderung an das Land. Kämmerer Willi Göbke (r.) schaute interessiert zu. Quelle: Andreas Vogel

Laut Landrat Reinhardt gibt es auch im Norden Brandenburgs reichlich Projekte für die Schiene, die relativ schnell umgesetzt werden könnten, ohne dass dafür große bauliche Voraussetzungen geschaffen werden müssten. Das gilt zwar nicht unbedingt für den Prignitz-Express. Doch könnten die Züge wenigsten im Halbstunden-Takt von und nach Berlin fahren. Damit müssten Pendler nicht länger bis zu eine Stunde in Hennigsdorf warten, bis weiter in Richtung Stadtzentrum fahren können. Zugleich verwies Reinhardt darauf, dass noch vor dem Jahr 2022 eine provisorische Anbindung des RE 6 von Hennigsdorf nach Tegel über ein sogenanntes Mischgleis, das von Zügen und der S-Bahn genutzt wird, möglich sei. Schon das würde die Situation für Pendler und Touristen ungemein erleichtern, da in Tegel alle drei Minuten eine U- oder S-Bahn in Richtung Stadtzentrum fahre. Notwendig dafür wäre lediglich der Bau einer Ausweichstelle, damit sich S-Bahn und Regionalzug nicht in die Quere kommen. Diese Arbeiten könnten in sechs bis acht Jahren über die Bühne gehen, sagte Reinhardt. Voraussetzung sei lediglich, dass die beiden Länder Berlin und Brandenburg sowie die Bahn das auch wollen.

Züge sollen auch im Winter nach Rheinsberg fahren

Der Landrat erneuerte am Dienstag zudem seine Forderung, dass die Regionalbahn 54 von Rheinsberg über Löwenberg nach Berlin-Ostkreuz das ganze Jahr über mit täglich mindestens sechs Zugpaaren fahren sollte, und nicht wie derzeit lediglich von April bis Oktober. Dafür müsste nicht einmal gebaut werden. Vielmehr reicht es aus, dass das Land die Bahn die Züge von und nach Rheinsberg auch über die Wintermonate bestellt. Das kostet zwar vermutlich gut 500 000 Euro mehr pro Jahr. Aber nach der Absage der Kreisreform habe das Land einen größeren Spielraum, so Reinhardt. Denn für die Reform waren 400 Millionen Euro reserviert, die laut Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) eh vor allem für Projekte im ländlichen Raum eingesetzt werden sollen.

Von Andreas Vogel

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