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Ostprignitz-Ruppin Bahnhofsgebäude stehen erneut zum Verkauf
Lokales Ostprignitz-Ruppin Bahnhofsgebäude stehen erneut zum Verkauf
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00:28 13.03.2018
Der Zustand des Bahnhofsgebäudes von Neustadt/Dosse verschlechtert sich zusehends. Quelle: Matthias Anke
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Neustadt/Wusterhausen

Der berüchtigte Zahn der Zeit nagt unerbittlich an den Bahnhofsgebäuden von Wusterhausen und Neustadt. Seitdem zum letzten Mal von ihnen zu hören war, sind wieder etliche Jahre vergangen. Jetzt aber stehen neue Zahlen im Raum beziehungsweise auf einschlägigen Internetportalen, Kaufpreise für potenzielle neue Besitzer mit womöglich wieder neuen Ideen. Demnach ist laut dem jeweiligen Immobilienvermarkter das Neustädter Bahnhofsgebäude für 249 000 Euro zu haben. Das Objekt in Wusterhausen soll 155 000 Euro kosten.

„Das 1890 erbaute Bahnhofsgebäude wurde auf Grund seiner Bauweise und Bedeutung für Neustadt unter Denkmalschutz gestellt“, heißt es in der Objektbeschreibung: „Die Grundfläche des zweigeschossigen Gebäudes mit der historischen Fassade beträgt etwa 700 Quadratmeter, so dass sich insgesamt eine Fläche von etwa 1400 Quadratmeter für beispielsweise Wohnungen, Büros und Praxen, oder Schulungs- und Bildungszentren ergibt.“

In Glöwen klappte es bereits mit der Rettung eines solchen Objektes

In Glöwen, zwei Stationen entfernt, funktionierte die Rettung des ähnlich großen Bahnhofs kürzlich. Fünf ans Bahnthema angelehnte Motto-Wohnungen richtete der Investor her. Ende vorigen Jahres eröffnete ein Brautmodegeschäft.

Woran scheitert es in Neustadt? „Ich möchte mich dazu nicht äußern“, sagt Eigentümer Michael Renn. Der Berliner Unternehmer mit einer auf Elektromobile spezialisierten Firma schließe ein weiteres Engagement aber nicht aus – ungeachtet des Verkaufsangebots. Er werde sich äußern, „wenn der richtige Zeitpunkt ist“.

In Neustadt leidet vor allem die gleisseitige Fassade. Die Steinfangnetze hängen mitunter schon durch. Quelle: Matthias Anke

2012 hatten Neustadts Stadtverordnete und die Amtsausschussmitglieder einen kommunalen Erwerb von der Bahn abgelehnt, obwohl fast eine Million Euro Fördermittel abrufbereit für die Sanierung zur Verfügung standen. Den allerdings notwendigen Eigenanteil wollte man sich als stark verschuldete Gemeinde nicht aufbürden. Auf gut 1,5 Millionen Euro beliefen sich die Schätzungen für die Umbaukosten.

Einst kümmerte sich der Verein „Bürgerbahnhof Neustadt“

Nachdem Renn Eigentümer wurde, löste sich auch der Verein „Bürgerbahnhof Neustadt“ auf. 2010 gegründet, traten mit ihm fast 30 Leute an, um das Gebäude zu retten. Gerade weil es aber der Bahn gehörte, konnten sie nie richtig aktiv werden. Als klar war, dass die Stadt nicht zuschlägt, folgte die Erkenntnis: Ein solcher Verein, der über fremdes Eigentum redet, macht nicht viel Sinn.

„Es gibt keinen Investitionsplan“, sagte Neustadts Amtsdirektor Dieter Fuchs seinerzeit nach einem Gespräch zwischen ihm und dem Käufer aus Berlin. Fuchs damals: „Die Stadt soll ihm ein Angebot machen. Aber dann hätte sie den Bahnhof gleich selbst kaufen können.“ Wie es nun weitergeht, daran haben nicht nur Neustädter großes Interesse, gilt der Bahnhof doch als ein Eingangstor nicht nur in die Stadt, sondern die gesamte Kleeblatt-Region.

Eine Station weiter nördlich die Strecke nach Pritzwalk entlang, in Wusterhausen, denke der Eigentümer des dortigen Bahnhofsgebäudes ebenso nicht völlig ans Aufgeben – gleichfalls trotz des im Raum stehenden Kaufpreises.

Der Wusterhausener Bahnhof soll für 155000 Euro zu haben sein. Quelle: Matthias Anke

„Während andere mit 64 oder 65 Jahren an die Rente denken, habe ich plötzlich immer mehr zu tun“, sagt Michael Rieder. Als Berater für Landwirtschaftsbetriebe mangele es ihm schlicht an Zeit, das zu machen, was er ursprünglich mit dem Objekt vorhatte: 2002 erworben, versuchte sich Rieder mit Kulturveranstaltungen und dem Kabarett „Pufferzone“. Es blieb ein Zuschussgeschäft.

Das Bahnhofsgebäude von Wusterhausen harrt seiner Zukunft. Quelle: Wolfgang Hörmann

Von 2012 an sollte eine Kochschule entstehen in Form einer Genossenschaft, „um die Lasten zu verteilen“. Daraus wurde nichts. „Es hätte vielleicht funktioniert, wenn die Gegend nicht so dünn besiedelt wäre.“ Er, der auch selbst als Koch tätig ist, habe einen gastronomischen Plan aber weiterhin im Hinterkopf. Rieder betont: „Ich lasse den Bahnhof jedenfalls nicht zerfallen.“

Von Matthias Anke

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