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Bald rollt der Nachtzug nach Wittenberge

Werbeoffensive gestartet Bald rollt der Nachtzug nach Wittenberge

Nach erfolgreichen Testfahrten im vorigen Sommer wird ab 2. April regulär ein Nachtzug von Berlin in die Prignitz rollen. Doch die Verbindung von Sonnabend auf Sonntag gibt es vorerst nur ein halbes Jahr. Deshalb setzten sich jetzt Vertreter vieler betroffener Kommunen an einen Tisch und tauschten Ideen aus – zur Freude der Bürgerinitiative.

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Tagsüber rollt der RE 2 stündlich in die Prignitz, nach 22.30 Uhr jedoch gar nicht mehr – bisher jedenfalls. Ab 2. April gibt es die neue Nachtzugverbindung.

Quelle: Matthias Anke

Neustadt. Vertreter von gut einem Dutzend Kommunen rund um die Bahnlinie des RE 2 haben sich bei einem Treffen in Neustadt am Freitag auf eine gemeinsame Werbeoffensive für den neuen Nachtzug geeinigt. Sie finanzieren Flyer mit, die in wenigen Tagen in den Zügen ausgelegt werden. Und sie machen diese neue Verbindung mittels Plakaten in ihren jeweiligen Regionen publik. Kindertagesstätten, Seniorenbeiräte, Banken, Schulen und andere öffentliche Einrichtungen sollen dafür einbezogen werden.

Die Bürgerinitiative von Bahnfahrern rund um Neustadt erhält damit enormen Rückenwind. Sie erkämpfte den Zug zunächst mittels einer Unterschriftenaktion. Voriges Jahr konnte sie dann anhand dreier vom Verkehrsministerium gebilligter Testfahrten den Bedarf für diese späte Verbindung erfolgreich belegen. Nun wird ab dem Wochenende des 2. und 3. Aprils der Zug in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag regulär rollen.

Flyer für den Nachtzug wird auch in englischer Sprache verfasst

Zunächst gilt das allerdings nur für die Dauer eines halben Jahres. „Um ihn zu behalten, muss der Zug bekannt gemacht und genutzt werden. Und weil jeder Fahrgast zählt, sollten wir die Touristen und ausländischen Reisenden nicht vergessen“, sagte Initiativensprecherin Manuela Matz-Kubik aus Dreetz vor den Verwaltungsvertretern. Sie präsentierte mit Blick auf die zahlreichen mit der Bahn fahrenden Asylbewerber einen Flyerentwurf, der neben englischer auch in arabischer Sprache informiert. Am Ende wurde sich aber darauf verständigt, dass die englische Version ausreichen müsse.

Unter den Gästen in der Verwaltung des Neustädter Amtsdirektors Dieter Fuchs befanden sich nicht nur Vertreter unmittelbarer Anrainerkommunen wie Bürgermeister Erhard Hesse aus Paulinenaue, Bürgermeister Klaus Gottschalk aus Friesack nebst Friesacks Amtsdirektor Christian Pust oder Wittenberges Wirtschaftsförderer Christian Fenske. Auch Kommunen entlang der Zubringerbahnlinie Pritzwalk-Kyritz-Neustadt waren dabei: Wusterhausens Vizebürgermeister Jürgen Gottschalk, Doreen Wolf als Geschäftsführerin des Tourismusvereins Dosse-Seen-Land mit Sitz in Kyritz und Friedhelm Müller aus dem Pritzwalker Rathaus. Dass der RE 2 beinahe für die gesamte Prignitz Bedeutung hat, dafür sprach auch die Anwesenheit von Ute Brüggemann – der Vizebürgermeisterin von Perleberg.

Vertreter von einem guten Dutzend Kommunen rund um die Bahnlinie einigten sich jetzt auf eine gemeinsame Werbeoffensive

Vertreter von einem guten Dutzend Kommunen rund um die Bahnlinie einigten sich jetzt auf eine gemeinsame Werbeoffensive.

Quelle: Matthias Anke

Die Touristikerin Doreen Wolf hob schließlich hervor, welchen weiteren Vorteil der neue Nachtzug für den Landstrich hat neben der verbesserten Möglichkeit für Besuche von Kino-, Theater- oder Sportveranstaltungen in Berlin: Ausflügler aus der Hauptstadt könnten in diesem Sommer länger in der Prignitz verweilen, da nun ein Zug auch ab 22.06 Uhr von Wittenberge aus Richtung Berlin rollt. Bislang fuhr nur einer um kurz nach 21 Uhr, ansonsten musste bis nach 23 Uhr gewartet werden. Dazwischen gab es eine Lücke. Dieser um 23.43 Uhr in Berlin-Ostbahnhof ankommende Zug wird es auch sein, der um 0.25 Uhr Berlin als nun neuer Nachtzug wieder verlässt und um 2.11 Uhr Wittenberge erreicht. Bisher verließ der letzte Zug Richtung Prignitz den Ostbahnhof schon um 22.14 Uhr, der nächste rollt erst um 4.09 Uhr.

Eine Aktion für alle, die schon lange nicht mehr mit der Bahn fahren

Das Hauptaugenmerk für die Werbeoffensive liegt laut Elke Meier-Lorenz von der Neustädter Verwaltung damit weiterhin auf den Prignitzern und Ostprignitz-Ruppinern, die lieber mit dem Auto nach Berlin zu Kulturveranstaltungen fahren statt mit der Bahn. Neben Flyern in den Zügen der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft (Odeg) seien deshalb die kommunalen Bekanntmachungskästen wichtig. „Wir wollen ja gerade die erreichen, die noch nicht oder nicht mehr mit dem Zug fahren“, sagte Elke Meier-Lorenz.

Weil es sich trotz allem um einen nachrangigen Sonderzug handelt, sind immer Uhrzeit- und Gleissänderungen möglich. Amtsdirektor Fuchs empfahl daher, regelmäßig auf die aktuellen Bahnhofsaushänge und Ansagen hinzuweisen.

Von Matthias Anke

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