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Ostprignitz-Ruppin Bald über 100 Beschäftigte bei Alutrim
Lokales Ostprignitz-Ruppin Bald über 100 Beschäftigte bei Alutrim
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00:18 03.12.2016
Die Firma weckte dieses Jahr auch schon die Neugier von Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD, 3.v.r.). Geschäftsführer Lutz Klinkner (2.v.r.) zeigte ihm das Werk. Quelle: Matthias Anke
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Kyritz

Stanzen prallen gegen Bleche. Metall, geschnitten wie Papier. Eine Pressanlage zischt. Teile werden heißverstemmt, und zwar formschlüssig, kraftschlüssig, stoffschlüssig, wie Fachleute sagen. Dafür gibt es riesige Maschinen, einige Millionen Euro wert, aber auch kleinste, feinste Werkzeuge. Denn so präzise wie ein Uhrwerk arbeitet die Kyritzer Firma Alutrim. Ein Blick hinein ist nur ausnahmsweise möglich. Wenn Schüler kommen, um sich über Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. Wenn sich, wie in diesem Jahr auch schon, Brandenburgs Wirtschaftsminister angemeldet hat. Oder es sind mal wieder Vertreter aus der Automobilbranche da, um sich von den Herstellungsverfahren zu überzeugen oder sie gar zu überwachen. Als Qualitätskontrolle für die Zierteile oder Dekorleisten aller Art, die dort hergestellt werden. Vor allem in so manchem BMW, Rolls Royce, Audi, Porsche, Ford oder VW steckt Kyritzer Arbeit.

Neue Fahrzeuge stecken heutzutage voller Formteile, die jeweils auf ihre eigene Weise speziell angefertigt werden müssen. Quelle: Alutrim/Audi

Auch die Konsumgüterindustrie setzt auf Teile aus der Knatterstadt, von Nespresso, Bosch Siemens bis Panasonic.

Anfangs wurden in Kyritz Teile für Bildröhren hergestellt

„Das Unternehmen kann auf eine wechselvolle Geschichte und jahrzehntelange Erfahrung in der Metallumformung und im Werkzeugbau zurückblicken“, berichtet Alutrim-Geschäftsführer Lutz Klinkner: „Nachdem die ersten 15 Jahre äußerst erfolgreich Stahlteile für Bildröhren hergestellt wurden, hat sich das Kyritzer Werk seitdem auf die Umformung von anspruchsvollen Aluminium-, Edelstahl und Titanprodukten spezialisiert.“ So wurde seit 2012 ein Produktionsstandort für hochpräzise Echtmetallzierteile aufgebaut.

Bisher als „Matino GmbH“ bekannt, wird das Unternehmen mit der erst kürzlich erfolgten Umfirmierung hin zu „Alutrim“ nun auch im Namen seinem Kerngeschäft gerecht. Und das wächst, wie Klinkner sagt, und zwar mit Blick auch auf die internationale Ausrichtung einer ganzen Alutrim-Gruppe, die jetzt mit Hilfe „internationaler Investoren und Kooperationspartner“ gegründet wurde. So hat „Alutrim Europe“ mit Sitz Kyritz und einem Entwicklungs- und Designzentrum in Lindau am Bodensee nun sieben Partnerwerke in den USA, eines in Mexiko sowie mit China einen Standort in Asien. Dieser Zugang nicht nur zum europäischen, sondern auch zum asiatischen und amerikanischen Markt sei wichtig, um die Automobilhersteller auf allen drei Kontinenten unterstützen zu können.

„Die Leistungsfähigkeit der gesamten Gruppe spiegelt sich besonders in der wirtschaftlichen Entwicklung des Kyritzer Standorts ­wider“, sagt Klinkner. Die Mitarbeiterzahl wuchs dort binnen dreier Jahre von 55 auf aktuell 87 an. Parallel dazu stieg der jährliche Umsatz laut Klinkner von vier auf knapp zwölf Millionen Euro. Bis 2018 rechnet Alutrim Europa, sprich das Kyritzer Werk, mit einem zusätzlichen Personalbedarf von rund 30 Beschäftigten.

Neue Fahrzeuge stecken heutzutage voller Formteile, die jeweils auf ihre eigene Weise speziell angefertigt werden müssen. Quelle: Alutrim/Audi

Dass das in Zeiten des sogenannten Fachkräftemangels in der Region eine Herausforderung wird, weiß vor allem auch Melanie Brandenburg. Sie ist bei Alutrim in Kyritz für den Bereich „Human Recources“ zuständig, das Personalwesen also, und begleitet Schulklassen bei Werksbesuchen und ist auf Ausbildungsmessen präsent. „Gesucht werden derzeit Verfahrensmechaniker, Kunststoffformgeber, Ingenieure, Konstrukteure, Werkzeugmechaniker, Einrichter für Pressen­ anlagen und Produktionsmitarbeiter“, sagt sie.

So mancher Arbeitsplatz lasse sich über den eigenen Nachwuchs besetzen. Das Thema Ausbildung steht laut Melanie Brandenburg daher groß geschrieben. „Auch im nächsten Jahr haben wieder acht Jugendliche aus der Region die Möglichkeit, sich zum Verfahrensmechaniker, Werkzeugmechaniker, Stanzmechaniker, Technischen Systemplaner oder zum Zerspanungsmechaniker ausbilden zu lassen.“ Mit dem Dualen Studium eines „Bachelors of Engineering“ in den Fachgebieten Kunststofftechnik, Konstruktionstechnik und Produktionstechnik ermögliche Alutrim auch Abiturienten „eine innovative Ausbildung in der Region“.

Der Standort im Kyritzer Gewerbegebiet am Leddiner Weg wurde 1992 gegründet. Die Produktionsfläche innerhalb der zwei riesigen weißen Hallen beträgt rund 7000 Quadratmeter. Quelle: Matthias Anke

Die entsprechenden Bewerbungen von technisch interessierten Mädchen und Jungen für die Ausbildungsplätze, aber auch für das Studium sind bis spätestens 31. Januar 2017 im Leddiner Weg einzureichen. In diesem kommenden Jahr gibt es dort zudem einen besonderen Grund zum Feiern: 1992, vor nunmehr dann 25 Jahren, wurde dieser Standort gegründet. Dessen Gesamtfläche erstreckt sich über 20 000 Quadratmeter. Die Produktionsfläche beträgt heute etwa 7000 Quadratmeter.

Von Matthias Anke

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