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Ostprignitz-Ruppin Banzendorf feiert 650-Jahr-Feier
Lokales Ostprignitz-Ruppin Banzendorf feiert 650-Jahr-Feier
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00:24 09.09.2015
Ortsvorsteher Jörg Rönnebeck (l.) und Vorgänger Peter Wilbers führen den Umzug an, der sich eine Stunde lang durchs Dorf zieht. Quelle: Regine Buddeke
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Banzendorf

„Wie hieß im Mittelalter eigentlich ein Moderator?“, rätselt Thomas Prollius und dreht an den Reglern des Mischpultes. Gleich wird der Mann im Ritterburg-Outfit den Festumzug kommentieren, mit dem die Banzendorfer am Sonnabend ihre 650-Jahr-Feier beginnen. Nicht ganz ohne Aufwand: Ortsvorsteher Jörg Rönnebeck und seine Frau haben monatelang an den verschiedenen Bildern getüftelt, die jetzt eine Stunde lang in aufwändigen Kostümen – hoch zu Ross, sitzend in diversen historischen Vehikeln oder tot auf der Bahre – über die Dorfstraße prozessieren. 200 Dörfler sind am Start – soviel braucht es, um 650 Jahre Revue passieren zu lassen. Rönnebeck und Amtsvorgänger Peter Wilbers führen die Zeitreise zu mittelalterlichen Klängen an, vor den Mönchen und Nonnen des Zisterzienser-Ordens und der Gräfin Anna Jakubine, die 1478 den Wiesenzins einführte. Sehr zur Unlust der nachfolgenden Landwirte, Kossäten und Kuhhirten.

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650 Jahre Banzendorf: ein prächtiges Fest mit mittelalterlichem Umzug

„Bloß Abstand halten“, warnt Prollius laut, denn nun weht Pesthauch durch die Luft. Die Protagonisten sehen wirklich übel aus mit ihren farbenfrohen oder schwarzen Beulen. 1631 tobte die Pest im Dorf, der Tod schwingt hintenan mit teuflischer Grimasse seine Sense. Bild auf Bild folgt: Bauern aus allen Zeiten, Nachkriegsflüchtlinge, die Rote Armee, Pioniere und LPG-Bauern. Die Musik untermalt das plastisch mit der DDR-Nationalhymne, „Immer lebe die Sonne“ und „Die Partei hat immer Recht“ – das ist noch in den Köpfen, wie man an einigen Mitsingenden sieht. Nina Hagen und die Puhdys begleiten einen DDR-Wohnwagen, der vorbeirollt – „Fünf-Sterne-Luxus-Ressort, lobt der Moderator, Trecker-Oldtimer, Trabis, alte Mopeds: der Trend zum Aufheben und In-Ehren-Halten eint Banzendorf. „Ein ganz toller Umzug“, lobt Nicole Stern gerade den Ortsvorsteher. „Es haben zwar 30 Fahrzeuge gefehlt – aber es war trotzdem genügend“, sagt Rönnebeck und verweist auf das Sponsoring durch die Sparkasse OPR. „Sonst hätten wir das Fest in dieser Größenordnung niemals stemmen können.“ Denn nach dem Umzug geht es in Linde Beyhls Hof und Scheune munter weiter. Mit dabei sind auch Gäste aus der Partnerstadt Jemiolow, die ebenso wie die andern knapp 600 Gäste den Kuchen der Landfrauen verkosten sowie Feuershow und Feuerwerk bestaunen. Auch die Ausstellung in der Scheune ist sehenswert: die Gastgeberin, die seit vier Jahren in Banzendorf lebt, hat Tür um Tür abgeklappert, um ihre Nachbarn kennzulernen. 100 Familien des Dorfes hat sie dabei besucht. „Alles, was man mir freiwillig erzählt hat, habe ich dokumentiert, auch mit Fotos der Häuser“, so die Künstlerin. Diese Dokumentation will sie in einem Buch zusammenfassen, das die Banzendorfer kaufen können. Der Gewinn soll dem Dorfleben zugute kommen, verrät Linde Beyhl. „Eine tolle Idee“, findet Marina Horenburg, eine der Porträtierten.

Von Regine Buddeke

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