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Barbara Linke kämpft weiter um den Nachtzug

Barsikow Barbara Linke kämpft weiter um den Nachtzug

Barbara Linke bleibt nicht nur beim Nachtzug-Projekt hartnäckig am Ball. Die ehemalige Ortsvorsteherin von Barsikow will weiter für einen Spätzug von Berlin in die Prignitz kämpfen, so wie es ihre Art ist. „Wer was verändern will, muss was tun“, lautet ihr Credo.

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Die gelernte Gärtnerin Barbara Linke ist gern bei ihren Blumen im Garten. „Ich kann auch noch Bäume schneiden“, sagt sie.

Quelle: Wolfgang Hörmann

Barsikow. Wie lässt sich verhindern, dass alles, was berlinfern angesiedelt ist, von Vorzügen der Haupt­stadt-Metropole weiter abgekoppelt wird? Glaubt man den Landespolitikern, dann kümmern sie sich auch darum rastlos. Politik „von unten“ sollte dabei willkommen sein. „Und sie ist notwendig“, sagt Barbara Linke, Vorsitzende einer gut vernetzten Bürgerinitiative, die nicht müde wird, Prignitzern Möglichkeiten der Großstadtkultur zu erschließen.

Über Monate haben die Frau aus Barsikow und ihre Mitstreiter versucht, einen Nachtzug von Berlin in die Heimat aufs Gleis zu setzen. Die wichtigste Weichenstellung wurde damit erreicht, dass die Bahn sich darauf einließ, Probefahrten in Richtung Wittenberge mit Halt in Neustadt zu starten. Es ging um den Zug, der nach Mitternacht Fahrgäste nach Hause brachte. Sie hatten so Gelegenheit, Kultur wie die Berliner zu genießen, mussten also nicht mitten im Programm von Friedrichstadtpalast, Berliner Ensemble oder Staatsoper aufspringen, um rechtzeitig an der Bahnsteigkante zu stehen. Ein regulärer Fahrplan zwang sie aber dazu. Gegen 22.30 Uhr fuhr die letzte Bahn. Um es kurz zu machen: Der Versuch ist gescheitert. Bis Neustadt saßen im Durchschnitt 30 Personen im Abteil, bis Wittenberge 20. Das war für den Dauerbetrieb zu wenig.

Idee: Spätzug fährt eine Stunde früher in Berlin ab

Stehen die Signale nun auf Rot? „Nein, wir suchen weiter nach einer passenderen Lösung. Die Bürgerinitiative formiert sich gerade neu. Bisher hatten wir es mit zwei Lagern zu tun. Das eine wollte einen täglichen Nachtzug nach 22.30 Uhr, dem anderen reichte einer am Wochenende. Wir bleiben am Ball“, sagt Barbara Linke. Die aktuelle Idee: Der Heimbringer sollte nicht erst nach Mitternacht Richtung Prignitz losrollen, sondern eine Stunde nach dem bisherigen letzten Zug, also gegen 23.30 Uhr und dann täglich. „Ich sehe darin auch die reelle Chance für Menschen, die in Berlin arbeiten, zu einer halbwegs zumutbaren Zeit ohne Auto nach Hause zu kommen, Verkäuferinnen zum Beispiel.“

Barbara Linke bleibt hartnäckig. Es ist ihre Art. Die gelernte Obstbäuerin, studierte Ökonomin, Programmiererin in einer Zeit, als Computersprache noch auf Lochbändern zu entziffern war, zog 2004 mit ihrem Mann Günter von Potsdam nach Barsikow. Schon Mitte der 90er Jahre hatte das Paar hier ein Grundstück erworben. Günter, ein Mann vom Fach, baute das Haus, in dem die Linkes wohnen. Er hält es in Schuss und sie ist die Hausfrau, deren Organisationstalent längst erkannt worden ist, übrigens lange schon, bevor die Nachtzug-Aktion startete.

Die Kirche wurde zur Pilgerherberge

Die Kirche im Ort mit Pilgerherberge gäbe es nicht ohne den Verein „Freundeskreis Dorfkirche“, der sich erfolgreich um Fördermittel für das Gotteshaus bewarb und den Barbara Linke gründete. Etliche Jahre ihres Berufslebens in der öffentlichen Verwaltung beschäftigt, kommen ihr gesammelte Erfahrungen mit den Strukturen in Amtsstuben zugute.

Seit 2008 und bis vor wenigen Monaten war sie Ortsvorsteherin in Barsikow. Bis heute entscheidet sie in der Wusterhausener Gemeindevertretung für die SPD über die Geschicke der Region mit. Ihre Stimme ist etwas leiser geworden. Aber sie hat Gewicht und wird gehört. „Wer was verändern will, muss was tun.“ Es ist das Credo von Barbara Linke, die ihren Garten hinterm Haus über alles liebt, sich die Freizeit dort aber freiwillig mit dem Computer in ihrem Arbeitszimmer teilt. Schriftverkehr fließt reichlich. Außerdem entstehen hier viermal im Jahr der Gemeindebrief für die evangelische Kirchengemeinde und in loser Folge der „Landbote“, ein Blättchen, exklusiv für Barsikow.

Von Wolfgang Hörmann

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