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Barockes Klanglabor in Neuruppin

Herbst-Aequinox 2015 Barockes Klanglabor in Neuruppin

Die Berliner Lautten Compagney unter der Leitung von Wolfgang Katschner wagte in Neuruppin wieder einmal ein spannendes Experiment – eine Hommage an die schönsten geistlichen Kantaten aus der Feder Johann Sebastian Bachs. Das Publikum in der Klosterkirche erlebte etwas Einmaliges.

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Die Lautten Compagney in der Klosterkirche

Quelle: Cornelia Felsch

Neuruppin . Musik von Johann Sebastian Bach in der Klosterkirche – für viele Neuruppiner Kirchgänger und Konzertliebhaber ist dies wohl nichts Einmaliges. Dennoch erlebten etwa 100 Konzertbesucher am Sonnabend ein Bach-Konzert ganz besonderer Art. Die Berliner Lautten Compagney unter der Leitung von Wolfgang Katschner wagte wieder einmal ein spannendes Experiment – eine Hommage an die schönsten geistlichen Kantaten aus der Feder Johann Sebastian Bachs. Und wie seit vielen Jahren können sich die Neuruppiner auch an diesem Abend glücklich schätzen, dass dieses hochkarätige Ensemble sich ausgerechnet die kleine Stadt in der Mark Brandenburg für musikalische Premieren zur Tag- und Nachtgleiche auserwählt hat. „Es ist schön, dass wir Aequinox als Klanglabor benutzen können“, sagt Wolfgang Katschner zu Beginn des Konzerts.

Zu verdanken ist das auch dem Förderverein der Siechhauskapelle mit seiner Chefin Gabriele Lettow, die an diesem Abend die Musiker begrüßte und für die Konzertbesucher eine überaus erfreuliche Nachricht parat hatte: „Obwohl die Finanzierung des Festivals immer ein Kraftakt ist, wird es im kommenden Jahr ein 7. Aequinox geben.“ Optimistisch eröffneten die Musiker dann auch den Abend. Der erste Teil des Programms stand unter dem Motto „Mein gläubiges Herze, frohlocke, sing’ , scherze“.

Wer in der vergangenen Woche die Facebook-Seiten im Internet studierte, konnte die auf Hochtouren laufenden Konzert- Vorbereitungen der Lautten Compagney mit verfolgen. Notenblätter, verteilt im ganzen Probenraum, zeugten von intensiver Arbeit. „Wir haben aus 200 Kantaten Stücke ausgewählt und zusammengebastelt“, sagt Wolfgang Katschner. 24 seiner Arrangements waren schließlich in der Klosterkirche zu hören - nach vielen Änderungen, thematischen Eingränzungen und Umbesetzungen. Das Ausprobieren der verschiedenen Klangfarben beschäftigte die Musiker noch vor Ort in der Kirche. Die alte Musik mit neuen Klängen zu füllen und anderen Ausdrucksformen zu verbinden, gehört zu den wichtigsten Anliegen Katschners, der selbst im Kreise seiner Musiker an der Theorbe sitzt, ein Bass-Instrument aus der Lautenfamilie. Seine Compagney ist in der geistlichen Musik ebenso zu Hause wie in anderen Genres. Spielfreude, Leidenschaft und variable Besetzungen von der Kammermusik bis zum Opernorchester kennzeichnen das Barockensemble, das 1984 in Berlin gegründet wurde und zu den renommiertesten in Deutschland gehört.

Starre Grenzen zwischen geistlicher und weltlicher Musik kannte man zu Bachs Zeiten nicht. Das Ziel, Musik einem möglichst breiten Publikum nahezubringen, verfolgt heut auch Wolfgang Katschner. Mit seinem Händel-Projekt „Händel with care“ ist ihm das vor zwei Jahren genauso gelungen, wie nun mit Bachs Kantaten. Sie zu „covern“ beziehungsweise zu bearbeiten, war zu barocken Zeiten nichts Außergewöhnliches. Und ganz ohne Sänger gibt es an diesem Abend spritzige Bach- Interpretationen in neuer Gestalt. Das Singen bleibt den Instrumenten überlassen. Mal ist es die Oboe, dann wieder die Traversflöte oder der Kontrabass, die das Solo übernehmen und mit ihrer Leidenschaft das Publikum begeistern. Martin Rippa lässt mit schnellen Blockflöten-Läufen das Wasser quirlig dahinrauschen. Die Arie „So schnell ein rauschend Wasser schießt“, ist Bestandteil der Choralkantate „Ach wie flüchtig, ach wie nichtig“. Ständig wechselt die Musik ihre Farben zwischen leisen Harmonien, schnellen Passagen, göttlichen Stimmungen und groovenden Rhythmen. Wer an diesem Abend das facettenreiche Spiel und die singenden Instrumente dieses Barockensembles hören durfte, der hat neben neuen Hörerfahrungen auch den Glauben an die Musik gespürt.

Von Cornelia Felsch

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