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Ostprignitz-Ruppin Kunst für den Zusammenhalt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kunst für den Zusammenhalt
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00:24 13.10.2018
Waltraud Diehr aus Barsikow erklärte Landrat Ralf Reinhardt, was sie sich bei ihrem Bild gedacht hat. Manche Arbeiten bestehen nur aus farbigen Flächen. Quelle: Reyk Grunow
Neuruppin/Barsikow

Landrat Ralf Reinhardt tut sich etwas schwer mit der Kunst von Mondrian. Er ist hellauf begeistert von dem, was die Frauen und Männer aus Barsikow da im Stile des großen niederländischen Malers geschaffen haben. Jedes einzelne Bild betrachtet er eingehend und ist voll des Lobes. Aber was genau stellen die Bilder eigentlich dar?

Barsikow ist ein Unikum. Das kleine Dorf bei Wusterhausen (Dosse) beweist seit Jahren, dass man auch dann einen liebenswerten Ort zum Leben schaffen kann, wenn es irgendwo fast nichts gibt.

Ein Dorf mit Auszeichnung

Alles das, was andere Dörfer noch haben, gibt es in Barsikow nicht: keine Schule, keine Kita, keine Kneipe, nicht einmal mehr einen Konsum. Und trotzdem gilt der kleine Ort mit seinen gerade mal 186 Menschen als einer der lebenswertesten in ganze Brandenburg.

Gerade erst haben die Barsikower beim Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ einen Sonderpreis abgeräumt. Einen Preis „für den herausragenden Umgang mit den Herausforderungen des digitalen Wandels“, wie es genau heißt.

Die Auszeichnung ist nur ein Ausdruck dafür, dass das Zusammenleben in Barsikow gut funktioniert. Die Ausstellung, die seit Mittwoch im Foyer der Kreisverwaltung in Neuruppin zu sehen ist, ist ein anderer Ausdruck dessen.

Abstrakte Kunst aus Barsikow

Die Bilder, die dort zu sehen sind, entstanden bei einem gemeinsamen Kunstworkshop im Dorf. Ortsvorsteher Willem Schoeber hatte 2017 die Idee dazu. Der gebürtige Holländer ist seit vielen Jahren ein Fan der abstrakten Arbeiten von Piet Mondrian (1872 – 1944). 100 Jahre ist es her, dass dieser mit seinen Kombinationen aus weißen, roten, grauen und blauen Flächen mit schwarzen Linien eine neue Kunstrichtung erschuf. „De Stijl“ nennt sich die.

Zum Jubiläum hatte Willem Schoeber die Idee, einige Barsikower könnten sich mit dieser Kunst näher befassen. „Wir haben einige Leute, die malen“, erinnert er sich. Er war sicher, dass die sich mit Mondrian anfreunden können.

Die Idee kam sofort an

Schoeber hatte sich nicht getäuscht: Seine Idee kam so gut an, dass sich sofort 25 Frauen und Männer für seinen Kunstworkshop angemeldet haben. Auch zehn Kinder zwischen sechs und neun haben mitgemalt.

Mit der Unterstützung der Kunstpädagogin Alena Menzel und des Künstlers Jörn Gerstenberg haben sie sich der Abstraktion in streng geometrische Formen und wenige Grundfarben genähert.

Herausgekommen sind Bilder aus Rechtecken und Dreiecken, schmalen oder breiten Linien, die auf den ersten Blick ohne Erklärung kaum erkennen lassen, dass sie Straßenkreuzungen im Dorf, einzelne Gehöfte oder die Familien der Künstlerinnen zeigen. „Manche Bilder hatten eine reale Vorlage, andere sind völlig abstrakt“, sagt Willem Schoeber, selbst ganz begeistert von den Ergebnissen der Aktion.

Der nächste Workshop ist schon geplant

Die Kunstaktion hat so eingeschlagen, dass die Barsikower schon die nächste planen. „Diesmal geht’s aber um etwas anderes“, sagt Waltraud Diehr, die zur aktuellen Ausstellung auch ein Bild beigesteuert hat. Welche Kunstrichtung sie sich für den nächste Workshop wünscht? „Da werden wir schon was finden.“ Vielleicht etwas, das nicht ganz so abstrakt ist.

Bis 14. Dezember sind die Arbeiten der Barsikower noch im Foyer der Kreisverwaltung an der Neustädter Straße in Neuruppin zu sehen. Geöffnet ist sie von Montag bis Freitag.

 

Von Reyk Grunow

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