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Bassewitz schlägt wieder zu

Kyritz Bassewitz schlägt wieder zu

Kinder halten Kyritzer Geschichte spielerisch lebendig, indem sie jedes Jahr „am Montag nach Invokavit“ den Überfall von Raubritter Kurt von Bassewitz auf die Stadt nachstellen. Stets sind es die Fünftklässler der Goethe-Grundschule. Die Aufführung in der Stadtkirche erfolgt dieses Mal am Montag, 19. Februar.

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Als Raubritter Bassewitz (2.v.r.) Kyritz überfiel: Kinder spielen Stadtgeschichte nach und führen das Stück am Montag, 19. Februar, auf.

Quelle: Matthias Anke

Kyritz. Der Bassewitztag naht, das Lampenfieber steigt. Und damit bei der öffentlichen Aufführung am Montag, 19. Februar, ab 17 Uhr in der Stadtkirche Sankt Marien möglichst wenig schief geht, proben die Kinder der aktuellen fünften Klassen der Goethe-Grundschule fleißig alle Szenen und lernen den Text, was das Zeug hält.

„Wir beschäftigen uns schon seit Schuljahresbeginn mit dem Stück“, erklärt Ricarda Gläske, Lehrerin der 5 a mit 28 Schülern. Auch die 24 Kinder der 5b um Lehrerin Doreen Daube machen mit. Diejenigen von allen, die es am meisten wollten oder die sich trauen, auch mal laut zu sprechen und die vor raumgreifenden Gesten nicht zurückschrecken, wurden zur Erstbesetzung.

Bassewitztag ist stets am Montag nach „Invokavit“

Weil es erfahrungsgemäß zu Ausfällen wegen Krankheit kommt, gibt es also eine Zweitbesetzung. Ritter Bassewitz als Hauptfigur etwa spielen Maximilian Salditt und Michael Röhrs. Wer dann am Montag, 19. Februar, tatsächlich auf der Bühne steht, wird sich zeigen. Zu 100 Prozent fest steht immer nur der Termin. An dem wird nie gerüttelt. Denn es ist ja nicht zufällig dieser Montag, sondern wie immer der erste nach dem Kirchentag namens Invokavit. Und das ist der sechste Sonntag vor Ostern.

Hier probt die Zweitbesetzung die Szene, in der die Marktfrauen den aus dem Tunnel kriechenden Bassewitz mit heißem Brei überschütten

Hier probt die Zweitbesetzung die Szene, in der die Marktfrauen den aus dem Tunnel kriechenden Bassewitz mit heißem Brei überschütten.

Quelle: Matthias Anke

Der Überlieferung nach sowie einem handschriftlichen Eintrag in der Stadtbibel zufolge heißt es: „Im Jahre des Herrn 1381 am Tage nach Invokavit setzten sich Feinde und Völker bereits auf der Mauer der Stadt Kyritz fest, wurden aber mit göttlicher Hilfe von den tapfer kämpfenden Bürgern zurückgetrieben.” Dieser Sieg über die Belagerer wird seit jeher als Bassewitztag gefeiert. Des Ritters Hinrichtung jedoch ereignete sich erst später, wohl nachdem er es 1411 erneut versuchte. Wie genau, ist Sage, denn nur die Person ist historisch verbürgt. Etwa so: Ritter Kurt von Bassewitz wollte durch einen unterirdischen Gang in die Stadt eindringen. Ein Verbrecher, der im Turm der Stadtmauer einsaß, vernahm Geräusche und konnte die Ratsherren warnen. Als Bassewitz aus dem Erdloch kroch, schütteten Marktfrauen ihm heißen Brei über den Kopf.

Einst initiiert von der Kyritzer Gemeindepädagogin Annemarie Schulze studieren immer die jeweiligen Fünftklässler das entsprechende kurzweilige Theaterstück ein. Ein Teil der Handlung wird zuvor jedes Mal neu erdacht. Zwecks Requisiten und Maske steht stets Schulsozialarbeiterin Ursula Kube den Kindern zur Seite. Und nicht nur das: Die Zeit des ausgehenden Mittelalters beschäftigt die Goethe-Schüler die Fächer Deutsch, LER und Geschichte übergreifend, und zwar das gesamte Schuljahr lang. Ausflüge zur Bischofsburg nach Wittstock stehen auf dem Programm, eine Führung durch die Kyritzer Stadtkirche sowie Bibliotheksbesuche.

Von Matthias Anke

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