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Bauer legt Bienenweide an

Mechow Bauer legt Bienenweide an

Landwirt Volker Wilke hat in Mechow für Hobbyimker Michael Dullin extra eine Brandenburger Bienenweide angebaut. Phacelia, Weißer Senf, Buchweizen und Borretsch, aber auch Malven und Sonnenblumen bringen den begehrten Blütenhonig. 1,4 Hektar groß ist das Tummelfeld für die Bienen von Dullin, der daraus sehr begehrten Honig produziert.

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Landwirt Volker Wilke (l.) und Hobbyimker Michael Dullin mögen das Summen in der Bienenweide.

Quelle: Sandra Bels

Mechow. Landwirt Volker Wilke ist ganz verliebt in seine Wiese hinter dem Haus. Immer wieder geht er zum Schnuppern vor die Tür. Das Summen der Bienen lässt den Landwirt aus Mechow entspannen. Und wenn er an den Blütenhonig denkt, den es vom Feld gibt, kommt Wilke ins Schwärmen. Haselnusscreme hat keine Chance mehr auf dem Frühstücksbrötchen, seitdem er Hobbyimker Michael Dullin kennt.

Für seine Bienen hat Wilke die Brandenburger Bienenweide auf 1,4 Hektar angebaut – in diesem Jahr zum ersten Mal. Phacelia, Weißer Senf, Buchweizen und Borretsch, aber auch Malven und Sonnenblumen blühen darin. Zusätzlich und als Blickfang für einen längeren bunten Anblick findet man rotblühende Erbsen und Lupinen im Feld. Als Untersaat hat Wilke Klee genommen. Die Blumen sind die Deckfrucht. Wenn alles abgeblüht ist, wird die Fläche beräumt und der Klee bekommt wieder Luft und kann wachsen. „Alles zusammen wirkt bodenverbessernd“ sagt der Öko-Landwirt. Für ihn ist es ein Versuch, den er jährlich wiederholen will. „Wirtschaftlich bringt mir die Fläche nichts“, sagt er und ergänzt: „Aber sie ist schön anzusehen und man kann hier Ruhe finden.“

Landwirt Volker Wilke (r, mit Imker Michael Dullin) geht es bei diesem Engagement nicht um Gewinn, sondern um die Natur

Landwirt Volker Wilke (r., mit Imker Michael Dullin) geht es bei diesem Engagement nicht um Gewinn, sondern um die Natur.

Quelle: Sandra Bels

Dafür hat Michael Dullin etwas davon. Der Kyritzer, der gebürtig aus Chemnitz stammt, hatte das erste Bienenvolk symbolisch zu seiner Hochzeit im Jahr 2009 geschenkt bekommen. „Ich wollte jedoch erst Haus und Hof fertig gebaut haben, bevor ich mit der Imkerei beginne“, erzählt der Kyritzer. Zu Haus und Hof kamen noch zwei Kinder. Und so konnte es 2015 mit der Imkerei losgehen. „Ich hatte damals eine Imkerpatin aus Barenthin“, so Dullin. Es ist Carmen Muxfeld. Sie begleitete den Kyritzer ein Jahr lang und brachte ihm die grundlegenden Handgriffe bei. Seit 2016 imkert Dullin selbstständig. Aber nicht allein. Seine Frau hilft ihm. Fragt man sie nach ihrem Namen, schmunzelt sie. „Ich heiße Maja, wie die Biene“, sagt sie. Das Imkern liegt in ihrer Familie. Sie ist die Großcousine von Jörg Dullin. Und der wiederum ist der Sohn des mittlerweile verstorbenen Rudolf Dullin, der jahrelang den Kyritzer Imkerverein leitete.

Ihren Mann lernte Maja Dullin durch die Arbeit kennen. Er arbeitet beim Rettungsdienst, sie im Krankenhaus. Ähnlich lief das auch bei Michael Dullin und Volker Wilke. Er lieferte sein Getreide in Kyritz ab, wo Dullins Mutter arbeitet. Mutter und Landwirt kamen ins Gespräch und bald wurde der erste Kontakt zum Sohn geknüpft. Zwei Völker hat Michael Dullin auf der Fläche in Mechow zu stehen. Regelmäßig schaut er nach, ob die Waben schon verdeckelt sind. Dann ist es Zeit zum Schleudern. Wenn nicht, ist der Wassergehalt des Honigs noch zu hoch. Ein bisschen dauert es in Mechow noch.

Der Landwirt und der Hobbyimker schauen sich an, wie weit der Honig schon ist

Der Landwirt und der Hobbyimker schauen sich an, wie weit der Honig schon ist.

Quelle: Sandra Bels

„Jedes Volk ist anders, da gibt es kein Lehrbuch“, sagt Dullin. Er lässt sich immer wieder von den Bienen überraschen. Fünf Wirtschaftsvölker hat der Jung-Imker momentan. Sie sorgen für den Honigeintrag. Zwölf sollen es einmal werden. Dullin bildet eigene Ableger und muss sie über den Winter bringen. Das ist nicht immer erfolgreich. Und dann ist da noch die Varroa-Milbe.

Wie seine Kollegen sagt Dullin, dass 2017 ein schlechtes Honigjahr ist. „Der Mai war zu warm, der April zu kalt zum Fliegen, Mai und Juni sind viel zu unbeständig“, so Dullin. Geschleudert hat er in diesem Jahr dennoch schon mehrmals, zum Beispiel nach der Obstblüte. Nach der letzten Tracht hatte der Jungimker vier Zentner Honig geschleudert. „Alle Gläser sind weg“, sagt seine Frau. Dullins vermarkten ihren Honig selbst. „Und wir müssen aufpassen, dass wir auch noch etwas abbekommen“, sagt der Familienvater.

Dullins Völker stehen an unterschiedlichen Stellen, aber bei Bauern. „Wenn sie mitmachen, dann funktioniert die Imkerei auch“, sagt der Kyritzer. Alles, was blüht, bringe beiden Seiten einen wirtschaftlichen Nutzen, ist er sich sicher. Durch die Bestäubung der Bienen könne der Ertrag des jeweiligen Feldes 30 bis 40 Prozent höher sein, als beispielsweise durch eine Windbestäubung. Allerdings ist Chemie in einem Bienenfeld absolut tabu.

Von Sandra Bels

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