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Baufachleute erkundeten Innenstadt

Kyritz Baufachleute erkundeten Innenstadt

Baufachleute aus dem ganzen Bundesgebiet informierten sich am Sonnabend über die Situation der Kyritzer Altstadtsanierung. Bei den Besuchern handelte es sich um Teilnehmer einer Tagung der Bundesstiftung Baukultur und sie verließen Kyritz sichtlich beeindruckt.

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Bürgermeisterin Nora Görke hatte eine Menge neugieriger Fragen zu beantworten.

Quelle: Alexander Beckmann

Kyritz. Die Frage mag eher fachlicher als persönlicher Natur gewesen sein – aber wenn jemand über hunderte Kilometer nach Kyritz kommt und dann wissen will, ob es denn in der Innenstadt noch freie Wohnungen gibt, dann spricht das sicherlich für eine gewisse Attraktivität.

Es waren ja nicht einfach bloß Touristen, die sich da am Sonnabendvormittag von der Bürgermeisterin Nora Görke und der Bauamtsleiterin Katharina Iredi über die Altstadtsanierung in Kyritz informieren ließen. Bei den gut 30 Besuchern handelte es sich um Teilnehmer der nur alle zwei Jahre veranstalteten Tagung der Bundesstiftung Baukultur aus dem ganzen Bundesgebiet. Dieser „Konvent der Baukultur“ tagte diesmal in Potsdam und unternahm unter anderem eine Exkursion in den Nordwesten Brandenburgs.

Höhepunkt des Besuchs der Architekten, Stadtplaner und Verwaltungsfachleute war sicherlich die neue Kita in der Prinzenstraße. Dort empfing die stellvertretende Leiterin Cathleen Grimm die Gäste. „Wir haben ein schönes Haus, und das zeigt man auch gern“, sagte sie. Dem mochte keiner der Besucher widersprechen. Vielleicht schimmerte in der einen oder anderen Miene sogar ein ganz klein wenig Neid durch.

Bürgermeisterin Nora Görke ließ keinen Zweifel daran, für wie bedeutsam sie die Einrichtung an diesem Standort hält: „Wir sind natürlich auch von dem Problem betroffen, dass wir immer weniger Einwohner haben. Aber im Moment hat sich der Trend etwas stabilisiert.“ Dass die neue Kita im Vorfeld heftig umstritten war, blieb am Sonnabend kein Geheimnis. „Viele Leute konnten sich nicht vorstellen, dass das in der Altstadt funktioniert“, so Nora Görke. „Aber jetzt sind alle stolz.“

Der weitere Rundgang durchs Stadtzentrum machte deutlich, an wie vielen Stellen in Kyritz sich etwas getan hat oder derzeit tut – und an wie vielen Stellen noch etwas zu tun bleibt. Über den fast fertigen ersten Bauabschnitt der Johann-Sebastian-Bachstraße und den Marktplatz ging es bis zur Ecke Pritz­walker Straße / Hospitalstraße, wo das verfallene Eckgebäude aus der Gründerzeit ins Auge fällt. „Wir würden dieses Haus gern sanieren und haben das auch unserer Wohnungsbaugesellschaft angetragen“, sagte Nora Görke. Sie sei da recht optimistisch. Schließlich befänden sich direkt gegenüber am Anfang der Bach-Straße Beispiele dafür, wie gut so etwas funktionieren kann.

Die Pläne fürs Klosterviertel mit der ehemaligen Wäscherei, dem gerade entstehenden Requisitenhaus und den Kleinsthäusern in der Weberstraße waren weitere Stationen des etwa anderthalbstündigen Rundgangs, der den Besuchern offenbar jede Menge vorwiegend positive Eindrücke (und eine Flasche „Mord und Totschlag“) bescherte. „Wir waren sehr beeindruckt“, schätzte Hans-Joachim Stricker, Referent im brandenburgischen Infrastrukturministerium, ein. „Wir würden gern noch ein bisschen mehr erfahren, was es hier auf dem Land alles so gibt.“

Doch die Zeit war knapp. Die Besucher vom „Konvent der Baukultur“ machten sich auf den Weg in die Hohenofener Papierfabrik. „Es kann nicht überall Glanz und Gloria sein. Das ist die Realität“, fasste Hans-Joachim Stricker das weitere Programm zusammen. Das führte die Besucher auch noch nach Kleßen und Rathenow.

Die „Fremdenführer“ aus dem Kyritzer Rathaus zeigten sich am Ende überzeugt, dass die Stadt bei den fachkundigen Besuchern aus ganz Deutschland kräftig punkten konnte. „Da kommt bestimmt die Hälfte noch mal wieder“, glaubt Nora Görke.

Von Alexander Beckmann

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