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Ostprignitz-Ruppin Baugenehmigung für Solarpark Bantikow liegt vor
Lokales Ostprignitz-Ruppin Baugenehmigung für Solarpark Bantikow liegt vor
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00:28 11.06.2015
Mindestens fünf Meter unter dem Gewässerboden soll das Kabel liegen. Quelle: Ruppiner Ingenieur Kooperation
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Kyritz

Der Strom, den ein in Bantikow geplanter Solarpark bald erzeugen soll, kann auf dieser Seite des Kyritzer Untersees nicht ins Netz eingespeist werden. Das sagte Stefan Baschynsky, Geschäftsführer der Achte Solarkraftwerk BNT-Gesellschaft aus Nauen, jüngst den Mitgliedern des Kyritzer Stadtentwicklungsausschusses. „Es gibt keine Kapazitäten dafür mehr. Deshalb haben wir uns im weiteren Umfeld umgesehen und eine Trafostation auf der Kyritzer Uferseite als einzige Lösung ausgemacht“, erklärte Baschynsky. Um dorthin zu gelangen, müsse der Strom mittels eines Erdkabels unter dem See hindurch gebracht werden. Weil aber dieser wie auch die Grundstücke bis zur Station der Stadt Kyritz gehören, wollte er sich zunächst ein positives Votum von den Stadtverordneten abholen und erst dann weiterplanen. Für den Solarpark selbst liege nun schließlich die Baugenehmigung vor.

Mindestens fünf Meter unter dem Gewässerboden soll das Kabel liegen. Quelle: Ruppiner Ingenieur Kooperation

Sicherheitsbedenken ausgeräumt

Die Ausschussmitglieder nickten die Seequerung ab, hatten zunächst jedoch vor allem sicherheitsrelevante Bedenken. Laut Baschynskys Planungsingenieur Bertram Kastner von der „Ruppiner Ingenieur Kooperation“ geht es schließlich um ein Mittelspannungskabel mit einer Leistung von 15.000 bis 20.000 Volt. Weil es jedoch mindestens fünf Meter unterhalb des Gewässerbodens verlaufen würde, entsprechend ummantelt sei und in einer eigenen Röhre liege, sollen weder Schwimmer noch die Tierwelt oder die Schifffahrt beeinträchtigt werden. Dass ein Unterwasserkabel an sich nichts Außergewöhnliches ist, darauf wies auch der Ausschussvorsitzende Hans-Jürgen Päzolt (CDU) hin: „Zur Insel führt doch auch ein Kabel.“ Für den Solarpark dagegen soll es tief im Erdreich verlaufen.

Das zur Seequerung 400 Meter lange Stück lässt sich laut Bertram Kastner im Horizontalbohrverfahren einbringen. Gerechnet wird dafür insgesamt mit Kosten über eine halbe Million Euro. Allein diese Querung zu planen koste 25.000 Euro. Den See zwölf Kilometer weit zu umrunden, sei indes ungleich teurer und folglich unwirtschaftlich.

Möglicherweise Erneuerung der Trafostation nötig

Gerade angesichts solcher zu erwartenden Ausgaben wolle sich der Investor vergewissern, ob die Stadt diesen Weg über beziehungsweise unter ihr Grundstück grundsätzlich erlaube. Die Details wären sodann erst noch zu klären. Dabei geht es maßgeblich um den weiteren Verlauf bis zur Trafostation: Das Kabel würde nördlich des Strandbades auf das Ufer treffen und von dort aus entweder erneut im Bohrverfahren weiterverlegt werden, so dass der jüngst erst neu gestaltete Seeuferbereich nicht beschädigt wird, oder mittels Schachtung über einen Umweg um das Seeufergelände herum. 

Fakten

  • Bantikow soll auf 13 Hektar der Firma PVA, Landwirtschaftliche Produktion und Vertrieb, eine Anlage zur Energiegewinnung aus Sonnenkraft erhalten.
  • Sie besteht aus 30000 Modulen auf Ständern.
  • Die Photovoltaikanlage an sich ist acht Hektar groß.
  • Das 5-Megawatt-System erzeugt jährlich eine Strommenge, die ausreicht, um 1700 bis 1800 Vier-Personen-Haushalte zu versorgen. Darüber wurde im vergangenen Jahr von der Firma „Achte Solarkraftwerk“ bei einer Einwohnerversammlung informiert.
  • Für Furore sorgte im Vorfeld eine Alternative zur Energiegewinnung, die ins Spiel gebracht wurde, als die Gemeindevertreter den Solarpark zuerst ablehnten: die Errichtung einer 5000er Schweinemastanlage. Im Touristendorf Bantikow sorgte das für Unruhe.

Die Trafostation an sich müsste eventuell komplett erneuert oder gar umgesetzt werden, um die Leistung überhaupt aufnehmen zu können „Das alles ist Sache von Experten, die wir nach Ihrem Votum dann jetzt erst engagieren werden“, sagte Bertram Kastner: „Für die Seequerung steht ein Fachbiologe in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde schon Gewehr bei Fuß“.

Stefan Baschynsky stellte als Gegenleistung für die Stadt Geld in Aussicht. Über die Höhe muss jedoch noch verhandelt werden, da sie den Ausschussmitgliedern zu gering vorkam. Darüber hinaus bot Baschynsky auch einen „Ausgleich auf andere Art und Weise“ an. Anderen Kommunen habe man beispielsweise Spielplätze gebaut. „Doch das muss dann sauber voneinander getrennt werden, damit die Kommunalaufsicht nichts dagegen hat.“

Von Matthias Anke

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