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Ostprignitz-Ruppin Bauingenieurin mit Helm und Gummistiefel
Lokales Ostprignitz-Ruppin Bauingenieurin mit Helm und Gummistiefel
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00:18 07.05.2017
Ein eingespieltes Team: Andrea Müllenberg, Karsten Koch, Michael Heuer und Bärbel Heuer (v.l.). Quelle: Christamaria Ruch
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Babitz

Der Neigungsmesser lügt nicht. Kaum kommt ein Bauingenieur zu einer Baustelle und zückt die so genannte Gefällewasserwaage, kann es brenzlig werden. „Die wird auch Angeberteil genannt, denn wegen der digitalen Anzeige können sofort Ungenauigkeiten ermittelt werden“, sagt Bauingenieurin Bärbel Heuer.

Vor 15 Jahren ging Bärbel Heuer den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit und gründete ihr gleichnamiges Ingenieurbüro. Bereut hat sie diese Entscheidung nie. „Das war Anfang 2002 ein bewusster Schritt, ich hatte ausreichend Berufserfahrung und traute mir das zu“, so die 53-Jährige. Geht es um trockene Begriffe wie Kanal- oder Rohrleitungsbau und Regenwasserbewirtschaftung, geht Heuer das Herz auf. Infrastruktur und Tiefbau gehören zu ihren beruflichen Schwerpunkten. „Alles, was sich unter und über der Erde abspielt, gehört dazu“, umreißt sie die Aufgaben. „Für Außenstehende ist der Tiefbau nicht so spektakulär.“, räumt sie ein.

Vor drei Jahren expandierte das Büro. „Das war notwendig, um größere Aufträge zu bearbeiten.“ Neben Bärbel Heuer gehören Planer Karsten Koch, Bauzeichnerin Andrea Müllenberg sowie Heuers Sohn Michael zum Team. Der 28-Jährige stieg vor zwei Jahren nach seinem Master of Engineering, also Bauingenieur, ebenfalls in das Büro ein.

Im vierköpfigen Team verzahnen sich die Aufgaben wie bei einem Schweizer Uhrwerk. Bärbel Heuer zieht Aufträge an Land, bearbeitet die Projekte, hält Kontakt zu den Bauherren und prüft die Rahmenbedingungen. „Diese administrativen Aufgaben klingen ja eher langweilig, aber das ist nicht so“, sucht Bärbel Heuer fast nach einer Entschuldigung.

Sie spricht mit Anliegern auf Bürgerversammlungen

Besonders spannend findet sie immer wieder die Anbahnungsphase für neue Projekte. Dort stellt sie sich mit guten Argumenten auf Bürgerversammlungen oder Ausschusssitzungen und überzeugt die Anlieger. Karsten Koch plant, Michael Heuer übernimmt daneben die Bauüberwachung und betreut Baustellen. Bei Andrea Müllenberg laufen die Bauzeichnungen und Akten zusammen. „Wir hatten in all den Jahren immer stetig Arbeit“, blickt Bärbel Heuer zurück. Doch seit 2014 kommt immer mehr Schub in die Auftragslage. Daher auch der bewusste Schritt, das Team zu erweitern. Vor der Haustür, also in Ostprignitz-Ruppin, und im Nachbarlandkreis Oberhavel liegt der Aktionsradius des Büros. „Darüber hinaus mussten wir nie weiter tätig werden“, sagt Bärbel Heuer.

Der Neigungsmesser, auch Gefällewasserwaage genannt, ist immer griffbereit Quelle: Christamaria Ruch

Aktuelle Baustellen sind etwa die Röbeler Vorstadt in Wittstock. „Wir sind bei allen drei Bauabschnitten dabei“, sagt Bärbel Heuer. Regenwasserleitungen, Abwasser und Drainage sind das tägliche Brot. „Die Suche nach den alten Leitungen ist teilweise recht spannend“, sagt sie. Wenn dort die Arbeiten auf das Ende zulaufen, werden alle Daten in den Bestandslageplan eingepflegt. Damit liegt den nachfolgenden Tiefbaugenerationen ein sauberes Erbe vor. „Die Grüngestaltung fällt natürlich eher und mehr ins Auge als etwa ein Straßenbau“, sagt Bärbel Heuer. Der Besuch auf der Baustelle gehört für sie zu den schönen Seiten. Immer im Gepäck: Gummistiefel, Bauhelm und Baujacke. „Der Kontakt zu den Auftraggebern ist ganz wichtig.“, sagt sie.

„Wer will nicht in die weite Welt?“, antwortet Junior Michael Heuer auf die gleich lautende Frage. Er entschied sich aber nach seinem Masterstudium „für den einfachen und sicheren Weg. Denn in einem kleinen Büro ist die Arbeit sehr vielfältig, weil man hier für alle Leistungsphasen gerade stehen muss.“, sagt er. Und: „Ich kann sehen, ob die Ideen aus dem Büro sich auch draußen bewähren.“ Eine langfristige Unternehmensnachfolge „ist eine Option für mich, aber ich habe noch nicht darüber nachgedacht“, sagt er.

Bärbel Heuer ist Mitglied der Brandenburger Ingenieurkammer und seit März steht sie der regionalen Beratungsstelle in Babitz vor. „Das ist eine Anlaufstelle für Berufskollegen“, sagt sie. Von diesen Beratungsstellen gibt es bislang erst drei im Land. „Die Präsenz der Kammer soll damit auch mehr in die Fläche gehen.“

Von Christamaria Ruch

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