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Baumpfleger sollen auch für die NWG ran

Neuruppin Baumpfleger sollen auch für die NWG ran

Die drei städtischen Baumpfleger sollen ebenfalls die Bäume der Neuruppiner Wohnungsbaugesellschaft NWG erfassen, kontrollieren und regelmäßig pflegen. Das sieht ein Vertrag zwischen der NWG und der Stadt vor. Offen ist allerdings, wie viele Bäume die NWG eigentlich hat. Selbst die Fontanestadt ist noch am Zählen.

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Bisher sind in Neuruppin 18 000 Bäume erfasst.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Seit Jahren hilft die Neuruppiner Wohnungsbaugesellschaft (NWG) der Fontanestadt, wenn es um Zuschüsse für das Mai- und Hafenfest, die Fontanefestspiele oder andere kulturelle Ereignisse geht. Jetzt hat sich die NWG mal an das Rathaus gewandt: Die städtische Tochter will einen Dienstleistungsvertrag mit der Stadt über das Erfassen, die Kon­trolle und die Pflege der Bäume schließen, die der NWG gehören. Die Aufgabe sollen die drei Baumpfleger der Stadt übernehmen, die NWG zahlt im Gegenzug einen festgelegten Obolus. Für das sogenannte Ersterfassen eines jeden Baumes wären das beispielsweise 16 Euro.

Ein Problem sind überschneidende Grundstücke

NWG-Chef Robert Liefke glaubt, dass der Vertrag einige bürokratische Hürden bei der Verkehrssicherheitspflicht ausräumen kann. Denn zum einen wissen weder die NWG noch die Stadt, wie viele Bäume sie genau haben. Zum anderen überschneiden sich viele Grundstücke der NWG mit städtischen: Mal gehört ein Gehweg mit angrenzenden Bäumen noch zur NWG, mal ein Spielplatz samt sprießendem Grün schon zur Stadt. Hinzu kommt, dass der Großvermieter für das Erfassen der Bäume, die der NWG gehören, jemanden einstellen und zudem ebenfalls Software anschaffen müsste. Immerhin soll regelmäßig kontrolliert werden, ob die Bäume standsicher sind und es auch nicht droht, dass plötzlich Äste abfallen.

„Es ist eine logische Sache, die NWG jetzt mit in dieses Geschäft zu nehmen“, sagte am Mittwoch Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin). Schließlich bedeute das in der Praxis lediglich, dass die städtischen Baumpfleger keinen Bogen mehr um die NWG-Bäume machen. Das sieht NWG-Chef Liefke ähnlich. „Wenn die Baumleute eh da sind, können sie auch gleich unsere Bäume begutachten.“ Über die Dokumentation der Ergebnisse sind sich die zwei Parteien ebenfalls schon einig. Die Stadt will die Berichte einmal pro Jahr für die NWG ausdrucken. „Ich finde gut, wenn man die Ressourcen gemeinsam nutzen kann“, begrüßte Andreas Dziamski (Pro Ruppin) beim Strukturausschuss den Vorstoß. Wichtig sei aber, dass die Baumpfleger ihre eigentliche Arbeit für Neuruppin nicht vernachlässigen.

Die NWG hat vielleicht 250 Bäume

Amtsleiterin Marga Reinus bezweifelt, dass diese Gefahr besteht. „Wir gehen davon aus, dass Neuruppin zwischen 22 000 bis 25 000 eigene Bäume hat und die NWG etwa 250.“ Das wäre gerade mal ein Prozent des städtischen Baumbestandes. Genaueres wissen die Experten aber erst, wenn alle Bäume von NWG und Stadt erfasst und kontrolliert sind. Derzeit sind die Baumpfleger noch dabei. Laut Reinus sind etwa 18 000 Bäume der Stadt erfasst.

Wie wichtig die regelmäßige Kontrolle des Grüns ist, hatte sich in den vergangenen Jahren mehrfach gezeigt: 2013 war im sehr heißen und trockenen Juli von einer Kastanie am Rheinsberger Tor ein mächtiger Ast abgebrochen und auf den Boden gestürzt. Mehrere Menschen wurden verletzt. 2014 war dann ein Teil der Wallanlagen über Monate gesperrt, nachdem eine Baumkrone abgebrochen und auf einen Weg gestürzt war. Diesmal gab es keine Verletzten.

Damit es nicht zu weiteren ähnlichen oder gar noch schlimmeren Unfällen kommt, hat Neuruppin die Kontrollen der Bäume deutlich ausgeweitet und zudem zwei weitere Baumkontrolleure eingestellt. Damit kümmern sich nun drei Fachleute um das Grün in der Stadt. Das kostet. Für die Baumpflege hat Neuruppin bis Ende August bereits 380 000 Euro ausgegeben.

Von Andreas Vogel

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