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Bauposse um Tourismuspavillon in Lindow

Abreißen oder sanieren? Bauposse um Tourismuspavillon in Lindow

Erst vor 18 Jahren neu gebaut für 365 000 Euro, der größte Teil davon staatliches Fördergeld – und dennoch: der Lindower Tourismuspavillon ist schon länger ein Problemfall. Die Lindower diskutierten sogar schon über einen Abriss, weil der Erbauer damals die Heizung schlecht geplant hatte. Doch nun gibt ein Architekt Hoffnung.

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Architektonisch gelungen, aber energetisch nicht gut durchdacht: Der Tourismuspavillon auf dem Marktplatz ist ein Sanierungsfall.

Quelle: .Foto: Peter geisler

Lindow. Abreißen oder sanieren? Um den Pavillon der Tourist-Information auf dem Lindower Marktplatz geht es in der nächsten Stadtverordnetenversammlung der Drei-Seen-Stadt am Donnerstag, 11. Februar. Der Bauausschuss hat sich bereits einstimmig festgelegt. Der Pavillon soll bleiben und dort weiterhin als Anlaufstelle für die Urlauber dienen.

Seit mit Fördermitteln die alte Schule zum Bürgerhaus umgebaut wurde, diskutieren die Lindower über den Pavillon. Geplant war, dass die Tourist-Info ins Bürgerhaus umzieht. So sah es das Nutzungskonzept vor. Dann wäre die alte Schule nicht mehr die meiste Zeit verschlossen, denn auch Vereine nutzen das Bürgerhaus nicht so, wie es geplant war – die Raummiete ist vielen zu teuer. Die Kleiderkammer in der alten Schule hat nur stundenweise auf. „Wir werden nicht eine Fehlentscheidung mit einer anderen heilen können“, sagt die Lindower Bürgermeisterin Heidrun Otto (CDU).

Dass ihr Vorgänger die alte Schule hat umbauen lassen, satt sie zu verkaufen, ist für Heidrun Otto die erste Fehlentscheidung gewesen. Die zweite wäre es, nun die Tourist-Info vom Marktplatz zu entfernen. Nicht nur, weil der Pavillon aus Stahl und Glas gerade einmal erst vor 18 Jahren gebaut wurde (für rund 365 000 Euro, davon ebenfalls 70 Prozent Fördermittel), sondern auch, weil sonst vieles für den Pavillon spricht: Er ist zum Beispiel barrierefrei. Im Bürgerhaus hingegen müssen Rollstuhlfahrer erst zum Hintereingang rollen und dort den Treppenlift benutzen. Weil der sehr langsam ist, müsste die Mitarbeiterin der Tourist-Info das Haus vorne so lange zusperren.

Vor allem aber gebe es keinen besseren Standort für die Tourist-Info als auf dem Marktplatz. Dort sehen ihn auch Touristen, die auf dem Weg nach Rheinsberg eigentlich nur durch Lindow durchfahren wollten. So würde es sich Arnold Dransfeld in seiner Heimatstadt Lychen (Uckermark) auch wünschen. In Lychen habe man wie in den meisten Orten kaum eine Chance, die Tourist-Info zufällig zu finden – in Lindow durchaus.

Der Stadtverordnete Heiko Strobel hatte den Architekten Dransfeld in den Bauausschuss eingeladen, weil der Lychener sich mit energetischer Sanierung auskennt. Die Mitarbeiterinnen der Tourist-Info klagen schon lange darüber, dass sie im Winter frieren, während sich der Pavillon im Sommer stark aufheizt. Die Heizkörper sind falsch geplant worden: Sie heizen den Raum vor dem Tresen. Dort stehen Gäste aber ohnehin mit Jacken. Bei den Mitarbeiterinnen kommt keine Wärme an, weil sie hinter dem Tresen sitzen. Ein Fehler sei es auch gewesen, dass Lindow 1998 aus Kostengründen auf das Bepflanzen des Daches verzichtete, sagt Arnold Dransfeld. Ein Dachrasen hätte das Aufheizen im Sommer verhindert. Die Glasflächen könnten mit Folien besser isoliert werden, glaubt er und hält die von Lindow geschätzten 100 000 Euro für realistisch, um die Fehler zu beheben. Dafür hofft Lindow erneut auf Fördermittel. Der Pavillon wäre es wert, findet Dransfeld. Denn architektonisch sei der moderne Bau am historischen Markt gelungen.

Von Christian Schmettow

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