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Baureigen – und kein Ende

Zechlinerhütte Baureigen – und kein Ende

Derzeit ist die Hauptader von Zechlinerhütte dicht: Die B 122 wird ausgebaut und der Verkehr wieder einmal großräumig um das touristische Zentrum herum umgeleitet. Der Baureigen, der dort 2015 begann, sollte im Herbst enden – jetzt zeichnet es sich aber ab, dass er weitergehen wird. Denn die Edis will dort anschließend Gasleitungen verlegen.

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Die Touristen werden wegen des Straßenausbaus um Zechlinerhütte herum geleitet. Gewerbetreibende haben das Nachsehen.

Quelle: Celina Aniol

Zechlinerhütte. Toll findet die Baustelle vor der Haustür kaum einer der Gewerbetreibenden von Zechlinerhütte. „Alle haben Probleme wegen der Bauarbeiten“, berichtet Ortsvorsteherin Dörte Gustmann. Kein Wunder. Schließlich ist die gesamte Ortsdurchfahrt seit einigen Wochen aufgerissen und gesperrt, der Verkehr wird über eine Baustraße um das Dorf herum geleitet – und zwar die gesamte Saison lang. Es gab schon reichlich Absagen von Stammgästen des idyllisch an vielen Seen gelegenen Tourismusortes, die Lärm und Umwege scheuen. Und auch Tagesgäste, die dort sonst spontan eine ausgedehnte Pause einlegten und so für Einnahmen in Zechlinerhütte sorgten, werden wohl ausbleiben, weil sie großräumig am Zentrum vorbeigeleitet werden, befürchtet Gustmann.

Helfen könnten in dieser Situation Schilder, die auf die Attraktionen des Dorfes und deren Erreichbarkeit hinweisen – aber ausgerechnet an diesem Punkt lege die Stadt den Gewerbetreibenden Steine in den Weg, anstatt sie zu unterstützen. So sieht es die Ortsvorsteherin. Eigentlich war es aus ihrer Sicht ausgemacht, dass solche Tafeln an der Beschilderung der Umleitungsstrecke angebracht werden – und zwar kostenlos. „Jetzt will die Stadt plötzlich Geld dafür haben. Das kann doch nicht sein“, ärgert sich Gustmann, die einen Campingplatz betreibt. Aus ihrer Sicht wäre es Aufgabe der Kommune, die Unternehmen in der existenziell schwierigen Lage nach Kräften zu unterstützen. Das will die Stadt auch, sagt Rheinsbergs Vize-Bürgermeister Andreas Neubert. Nur: Die obere Rathausetage wusste bislang nichts von dem Problem. Neubert verspricht, sich um das Thema schnell zu kümmern. Er geht davon aus, dass Zusatzhinweise kostenlos aufgestellt werden können. „Wichtig ist, dass man miteinander spricht“, sagt Neubert. Dass die Stadt bei großen Baustellen durchaus im Sinne der Unternehmen handelt, habe sie zuletzt beim Ausbau der Paulshorster Straße bewiesen, ergänzt Stadtentwicklungsreferent Thomas Lilienthal. Damals wurden nicht nur Hinweisschilder der Firmen aufgestellt, sondern auch je nach Baustand aktualisiert.

Die fehlende Unterstützung ist nicht das einzige Thema, das den Betrieben Kopfzerbrechen bereitet. Sie befürchten auch, dass der Baureigen in Zechlinerhütte, der vor zwei Jahren mit dem Verlegen von Wasserrohren begann und nun im Herbst enden sollte, länger als erwartet dauert, so Gustmann. Nach dem Ausbau der Straße will das Energieunternehmen Edis mit dem Verlegen von Gasleitungen beginnen. „Da fragt man sich schon, ob das sein muss oder ob man das nicht in einem Rutsch machen könnte.“

Zeitgleiche Arbeiten seien nicht möglich, erklärt Edis-Sprecher Michael Elsholtz. Das wollte sein Unternehmen zwar, um Mehrkosten zu vermeiden, bekam dafür aber keine Genehmigung vom Land. Immerhin: Die Straße muss später nicht noch einmal aufgerissen werden; die Rohre werden beim aktuellen Ausbau gleich unter die Fahrbahn gelegt. Erst aber wenn das Land mit der Erneuerung der B 122 für 2,2 Millionen Euro fertig ist, legt die Edis in Zechlinerhütte richtig los. Da die Firma aber dann nur im Gehwegbereich arbeitet, werde es dabei kaum Einschränkungen für den Autoverkehr geben. Zuvor will die Edis Rohre zwischen Rheinsberg und Zechlinerhütte unter die Erde bringen, danach – also vermutlich 2018 – bis nach Kleinzerlang. Das Projekt, bei dem vorerst 90 Haushalte angeschlossen werden, soll 900 000 Euro kosten.

Von Celina Aniol

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