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Baustart für umstrittenen Millionen-Kreisel

Neuruppin Baustart für umstrittenen Millionen-Kreisel

Er soll deutlich verkleinert werden – für rund eine Million Euro. Und genau darum hatte es in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) viel Streit gegeben. Jetzt steht – die Bauarbeiten starten. Die Pflöcke sind schon in den Boden gerammt – Montag starten die Bauarbeiten. Damit werden Fakten geschaffen.

Neuruppin, Neustädter Straße 52.920078801441 12.787871493115
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Wo der Weg verläuft, weiß keiner

Farbige Pflöcke markieren schon, wo der neue Kreisel an der B 167 in Neuruppin entstehen soll.

Quelle: Reyk Grunow

Neuruppin. Die Diskussionen darum dauern schon eine gefühlte Ewigkeit. Jetzt will das Land Nägel mit Köpfen machen: Am Montag beginnt der umstrittene Umbau des Kreisverkehrs an der Neustädter Straße in Neuruppin. Das teilten die Landesplaner am Freitagnachmittag überraschend mit.

Der Landesbetrieb für Straßenwesen will den Kreisel an der Verbindung von Heinrich-Rau-Straße und B 167 abreißen lassen und durch einen kleineren ersetzen. Etliche Bürger halten das millionenschwere Bauvorhaben vor unnötig und für Geldverschwendung. Anfang September hatte sich der Petitionsausschuss des Landtages in Neuruppin mit den obersten Planern des Landesbetriebs getroffen; auch die Landespolitiker hatten schwere Bedenken.

Theoretisch sei es möglich, dass der geplante Ausbau verschoben wird, sagte Al­brecht Klein, der Vorstandschef des Landesstraßenbetriebs, Anfang September den Landtagsabgeordneten und aufgebrachten Bürgern. Was er nicht sagte: Unmittelbar nach dem Treffen in Neuruppin erteilte der Landesbetrieb den Zuschlag für den Umbauauftrag.

Einschränkungen rund um die Baustelle

In den kommenden Wochen müssen Autofahrer rund um den Kreisverkehr teilweise mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Zwar soll der eigentliche Straßenbau erst im kommenden Frühjahr anfangen, so Cornelia Mitschka, die Sprecherin des Landesstraßenbetriebs in Hoppegarten. Doch die Baufirma beginnt bereits jetzt mit vorbereitenden Arbeiten. Und auch das sind nicht wenige.

Den Zuschlag für den Umbau des Kreisels hat die Firma Eurovia aus Lindow bekommen. In dieser Woche wird sie zunächst die Baustelle einrichten, Absperrungen aufbauen und Suchschachtungen vornehmen, um festzustellen, wo Leitungen liegen. Vermesser haben mit Pflöcken bereits das Baufeld abgesteckt. Voraussichtlich in der kommenden Woche wird der Bau einer Umfahrung auf der Seite des einstigen Landgerichtsgebäudes beginnen. Dort sollen Autos später um die Baustelle herumgeleitet werde, wenn der Kreisel abgerissen wird.

B 167 in der Neustädter Straße wird bis Weihnachten gesperrt

Ab 14. November wird die B 167 ein erstes Mal voll gesperrt, zunächst der Abzweig des Kreisels in die Neustädter Straße vor der Kreisverwaltung. Bis Weihnachten will die Baufirma dort zum einen die Zufahrt zur Thomas-Mann-Straße komplett neu bauen; zum anderen sollen Entwässerungsleitungen verlegt werden.

Für diese Zeit werden alle Fahrzeuge über die sogenannte Westachse umgeleitet: über den Certaldo­- und den Bad-Kreuznach-Ring in Richtung Wittstocker Allee.

Die zweite Bauphase wird dann nach der Winterpause beginnen, voraussichtlich ab März, so Cornelia Mitschka. Dann ist der eigentliche Kreiselbau an der Reihe.

Im März beginnen Abriss und Bau des neuen Kreisverkehrs

Dafür sind umfangreichere Umleitungen vorgesehen. Den reinen Ost-West-Verkehr will das Land von der Wittstocker Alle über den Certaldoring (Westachse) und die Kränzliner Straße nach Kränzlin, Werder und weiter nach Dabergotz auf die B 167 leiten. Aus Richtung Treskow in Richtung Norden wird der Verkehr über die Fehrbelliner Straße und Franz-Künstler-Straße geführt. Aber auch die Bechliner müssen im nächsten Jahr wieder mit mehr Verkehr rechnen: Dort entlang will das Land ab März eine Umfahrung für Autos in Richtung Rheinsberg ausweisen.

Bis zum August 2017 sollen die Arbeiten beendet sein. Die Baukosten gibt das Land inzwischen mit 1,57 Millionen Euro an.

Der jetzige Kreisverkehr hat einen Durchmesser von 70 Metern. Das Land hat vor, ihn auf 40 Metzern zu verkleinern. Etliche Neuruppiner haben Bedenken, dass der Verkehr durch den kleineren Kreisel künftig langsamer fließen kann und es mehr Staus geben wird. Auch der Busbetrieb ORP lehnt eine Verkleinerung dieses Kreisverkehrs deshalb ab.

Vorrang für Fußgänger und Radfahrer

Durch den neuen Kreisel sollen Fußgänger und Radfahrer mehr Rechte bekommen, Autofahrer müssen deshalb zwangsläufig mit Einschränkungen rechnen. „Das ist gewollt“, hatte Chefplaner Frank Schmidt. Das Land Brandenburg will „besonders den Rad- und Fußverkehr als eigenständige Mobilitätsform stärken“, heißt es ganz klar in den Eckpunkten für die Mobilitätsstratege bis 2030 aus dem Verkehrministerium in Potsdam.

Der neue Kreisel soll deshalb sehr ähnlich zu den anderen dreien in der Heinrich-Rau-Straße gebaut werden. Auch dort werden in allen Zu- und Ausfahrten Fußgängerüberwege entstehen. Auch die Rad- und Fußwege um den Kreisel werden erneuert.

Von Reyk Grunow

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