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Bauvorhaben werden deutlich teurer

Neuruppin Bauvorhaben werden deutlich teurer

Die Stadt Neuruppin befürchtet, dass Bauvorhaben in diese Jahr deutlich teurer werden könnten als angenommen. Bei Ausschreibungen hat sich jetzt schon gezeigt, dass die Firmen deutlich höhere Preise verlangen als bisher. Teilweise erwartet Baudezernent Arne Krohn Steigerungen von 20 bis 30 Prozent. Nicht nur Neuruppin ist betroffen.

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Viele Firmen haben offenbar so gut zu tun, dass sie nicht mehr auf jeden Auftrag angewiesen sind. Das schlägt sich bei den Preisen nieder.

Quelle: Thomas Wachs

Neuruppin. Die Stadt Neuruppin rechnet damit, dass geplante Bauvorhaben teilweise deutlich teurer werden, als es die Verwaltung geschätzt hatte. Im Hauptausschuss am Montag warnte Baudezernent Arne Krohn die Abgeordneten vor, dass Kostensteigerungen zu erwarten sind. In den vergangenen Monaten habe sich mehrfach gezeigt, dass die Baupreise anziehen. „Nach einigen Ausschreibungen haben wir jetzt festgestellt, dass wir über den Kostenschätzungen liegen“, so Krohn. Bei einzelnen Gewerken rechnet er sogar mit Preissteigerungen von 20 bis 30 Prozent.

Für Krohn ist das ein Zeichen, dass es der Bauwirtschaft zurzeit gut geht. Viele Betriebe sind offenbar nicht auf jeden Auftrag angewiesen sind. Sie können es sich leisten, höhere Preise zu fordern – auch mit dem Risiko, dass den Auftrag eventuell ein billigerer Konkurrent bekommt.

Für ihn ist das ein Zeichen, dass es der Bauwirtschaft zurzeit offenbar so gut geht, dass viele Betriebe nicht auf jeden Auftrag angewiesen sind. Sie können es sich leisten, höhere Preise zu fordern – auch mit dem Risiko, dass den Auftrag eventuell ein billigerer Konkurrent bekommt.

Für manche Bauvorhaben bewirbt sich gar keine Firma

Ganz neu ist der Trend nicht und er trifft nicht nur Neuruppin. „Wir haben das in den vergangenen Jahren auch schon vereinzelt festgestellt“, bestätigt etwa Rheinsberg Vize-Bürgermeister und Kämmerer Andreas Neubert. Für den Umbau des Feuerwehrgerätehauses in Linow habe es bei der Ausschreibung zuerst gar keine Angebote gegeben, erinnert sich Neubert. Erst auf Drängen der Stadt haben überhaupt Firmen Unterlagen eingereicht. Auch dort lagen die Preise am Ende höher als erwartet – wenn auch nur um etwa fünf Prozent.

Was früher vereinzelt vorkam, wird inzwischen immer häufiger. „Das merken wir auch beim Rathausumbau“, sagt Rheinsbergs Kämmerer. Generell kämen manchmal gar keine Angebote mehr von Firmen aus der Gegend, sondern nur noch von Unternehmen, die ihren Sitz weiter weg haben.

Verschiebung von Bauprojekte ist in Neuruppin noch nicht nötig

„Es freut uns natürlich ungemein für die Firmen, dass sie volle Auftragsbücher haben“, versichert Andreas Neubert. Für die Kommunen macht es das aber deutlich schwerer zu investieren. Ihr Budget für ein Bauvorhaben ist oft durch den Haushaltsplan festgelegt, der in der Regel lange vor der ersten öffentlichen Ausschreibung beschlossen wird.

Welche Folgen das haben wird, ist noch unklar. Neuruppin hat 2017 drei große und teure Bauvorhaben geplant: den Umbau des Hortes Gildenhall, die Sanierung des nächsten Teils der Schinkelstraße und den Neubau der Molchowbrücke. Bis jetzt geht die Stadt noch nicht davon aus, dass Projekte abgesetzt oder verschoben werden müssen.

Von Reyk Grunow

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