Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Beatsteaks-Konzert: Ausverkauf mit Happy End
Lokales Ostprignitz-Ruppin Beatsteaks-Konzert: Ausverkauf mit Happy End
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:14 13.08.2014
Warten lohnt sich: Franziska Fiedler (links) und eine Freundin mit den begehrten Tickets. Quelle: Jan Philipp Stoffers
Neuruppin

Entspannt sitzt eine junge Frau am Dienstagabend vor dem Neuruppiner Jugend- und Freizeitzentrum JFZ) in der Sonne und raucht eine Zigarette. Aber warum trägt sie nur einen Schuh? – "Weil ich eine Karte für das Beatsteaks-Konzert gewinnen will", antwortet Franziska Fiedler (31). "Ich musste einen meiner Schuhe hergeben, da steht mein Name drauf. Der Schuh liegt jetzt im leeren Planschbecken", sagt die junge Frau. Durch eine Freundin hatte sie vom Konzert im JFZ erfahren – und hörte von der Verlosung im Radio. "Da bin ich spontan hergekommen und hoffe, dass mein Schuh gezogen wird."

Die Hoffnung stirbt zuletzt: Wartende Beatsteaks-Fans vor dem JFZ. Quelle: Jan Philipp Stoffers

Alle halbe Stunde wird ein Schuh gezogen. Sogar Arnim Teutoburg-Weiß, Sänger der Beatsteaks, hat schon einmal mit verbundenen Augen ins Planschbecken gegriffen. Franziska hatte bislang noch kein Schuh-Glück.

Seit dem Nachmittag warten Fans der Beatsteaks vor dem Neuruppiner JFZ – einigen von ihnen steht die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Denn ursprünglich sollte nur die Hälfte der Eintrittskarten übers Internet verkauft werden – der Rest über die Neuruppiner Vorverkaufsstellen. Doch das war wegen eines Fehlers auf der Interseite der Beatsteaks in die Hose gegangen. Zum Verkaufsstart stand die Mehrzahl der Tickets im Online-Shop. Wegen der großen Nachfrage waren alle Karten schnell verkauft. Die Beatsteaks entschuldigten sich für die Panne, da nur wenige Neuruppiner eine Karte bekommen hatten.

Deshalb sind vor dem JFZ auch kritische Stimmen zu hören. "Ich hatte mich wirklich auf die Beatsteaks gefreut – und dann so was", sagt Daniel Mania (24) enttäuscht. Das Konzert sollte das JFZ als Kulturstandort unterstützen. In den vergangen Jahren gab es wiederholt Unstimmigkeiten zwischen der Stadt Neuruppin und dem Landkreis. Nur noch selten traten große Bands im JFZ auf. Die Beatsteaks sollten endlich wieder richtig viel junges Publikum aus der Region anziehen.

"Zurück zu den Wurzeln" lautete das Motto für die Beatsteaks beim Auftritt im JFZ Neuruppin. Die deutschen Rock-Ikonen, die sonst vor riesigem Publikum spielen, traten in der Fontanestadt in einem intimen Kreis von gerade einmal 400 Zuschauern auf - und ließen es ordentlich krachen.

Martin Dachselt aus Neuruppin hatte sich nach Bekanntgabe des Konzerttermins extra für diesen Tag Urlaub genommen. Aber auch er bekam keine Karte mehr. "Ich habe dann im Internet für 103 Euro eine Karte ersteigert", sagt der 26-Jährige. Dort wurden Tickets für bis zu 150 Euro angeboten. "Eigentlich war mein Limit bei 60 Euro", sagt Martin. Aber als Fan der Beatsteaks nimmt er den letztlich gezahlten Preis zähneknirschend in Kauf.

Sänger Arnim Teutoburg-Weiß – wie immer mit Hut – heizte den Fans mächtig ein. Quelle: Jan Philipp Stoffers

Trotz des problematischen Vorverkaufs ist die Stimmung unter den angereisten Fans gut. Viele sitzen vor Konzertbeginn am JFZ in der Sonne – und hoffen auf ihr Glück bei der Verlosung. Um 20 Uhr wird ihr Flehen erhört: Das Management der Beatsteaks verkauft noch eine Handvoll Karten an der Abendkasse für jeweils 30 Euro.

Konzertkritik

Es war eine kleine Konzertsensation: Die Beatsteaks, sonst Garanten für ausverkaufte 10.000er-Hallen, begeisterten am Dienstagabend das Publikum des Neuruppiner Jugendfreizeitzentrums. Und Sänger Arnim Teutoburg-Weiß ist sich sicher: "Neuruppin ist der schönste Klub im Osten!" - Unsere Konzertkritik

Für Franziska und Daniel hat sich das Warten gelohnt. Ihr Abend hat ein Happy End – im JFZ mit den Beatsteaks. Ab 21 Uhr heizt die Vorband "Chuckamuck" aus Berlin vor. Um Punkt 22 Uhr kommen die heißersehnten Beatsteaks auf die Bühne. Die Punkband um Sänger Arnim Teutoburg-Weiß bietet ihren Fans ein rockiges Programm – auch mit Songs des neuen, selbstbetitelten Albums. Das Publikum tobt vor der Bühne und feiert seine Helden. "Die Enttäuschung ist weggeblasen", sagt Daniel Mania glücklich zwischen zwei Songs. "Die Musik, die Leute, die Stimmung – alles passt!"

Von Jan Philipp Stoffers

Mehr zum Thema

Eine kleine Konzertsensation im Norden Brandenburgs: Die Beatsteaks, sonst Garanten für ausverkaufte 10.000er-Hallen, begeistern das Publikum des Neuruppiner Jugendfreizeitzentrums. Und Sänger Arnim Teutoburg-Weiß ist sich sicher: "Neuruppin ist der schönste Klub im Osten!"

13.08.2014
Ostprignitz-Ruppin Band freut sich trotzdem auf Neuruppin-Konzert - Beatsteaks bedauern Vorverkauf-Panne

Ursprünglich sollte ein Ticket-Kontingent für Neuruppiner Fans reserviert bleiben. Durch einen Fehler im System war das Konzert im Neuruppiner JFZ aber ausverkauft. Viele Einheimische gingen leer aus, weil die 400 Karten schnell weg waren. Im Interview bedauern die beiden Gitarristen die Panne.

08.08.2014
Ostprignitz-Ruppin Neuruppiner wollen Aus des populären Jugendtreffs verhindern - Rückenwind fürs JFZ

Hoffnung für das Neuruppiner Jugendfreizeitzentrum (JFZ): Die Nachricht vom drohenden Aus des JFZ hat am Donnerstag viele erschreckt – und einige Hilfsangebote hervorgerufen. So sagte der Kreistagsabgeordnete Ivo Haase Unterstützung zu.

22.11.2013

Berlinchen ist das letzte Dorf der Stadt Wittstock ohne Erdgasnetz. Mit Edis-Hilfe wird bis zur nächsten Heizsaison aufgerüstet. Viele Bewohner haben sich für den Umstieg entschieden, mancher bleibt jedoch lieber dem Altbewährten treu.

13.08.2014

Zum Tourismustag am 19. Oktober werden die Wittstocker Hinterhöfe eines der Ziele für die Besucher sein. Derzeit arbeit der Tourismusverein gemeinsam mit den Stadtführern Besichtigungstouren aus. Kommunale Wohnungsverwalter, Institutionen und Privatbesitzer werden ihre Pforten öffnen.

13.08.2014
Ostprignitz-Ruppin Proteste wegen Beton-Optik zeigen Wirkung - Mauer in der Dosse wurde gestutzt

Die Berliner Mauer im Miniaturformat hatten die Hohenofener im Sinn, als sie die Beton-Elemente in der Dosse erblickten. Die Zweiteilung des Flusses an dieser Stelle dient als Hilfe für schwimmschwache Fische, wirkte optisch aber wenig ansprechend. Der Protest der Anwohner hatte nun Erfolg, die Mauer wurde um einige Zentimeter gekürzt.

13.08.2014