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Bechlins Geheimnis wird bald gelüftet

Rätselraten um den Inhalt einer Kugel Bechlins Geheimnis wird bald gelüftet

Die Spannung steigt: Was in der Bechliner Kirchturmkugel weiß niemand, aber noch muss man sich in Geduld üben. Sie ist längst nicht mehr an ihrem angestammten Platz, jedoch reingeschaut hat noch niemand. Die Öffnung der Kirchturmkugel erfolgt erst am Sonntag, 5.Juli, ab 14 Uhr in der Kirche Bechlin.

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Neuruppin. Was in der Kugel ist, würde Pfarrerin Susanne Graap zu gern wissen. Doch die alte Turmzier vom Dach der Bechliner Kirche hält ihr Geheimnis bisher verborgen. Wenigstens 60 Jahre saß die Kugel auf der Spitze des Bechliner Kirchturms. Jetzt musste sie abgenommen werden, weil Handwerker das marode Dach darunter auf Vordermann bringen.

Doch noch hat sich niemand gewagt, dem Geheimnis der Kugel mit Gewalt zuzusetzen. Und das Blech der Turmzier ist zu gut erhalten, als dass man ohne Weiteres hineinschauen könnte. Erst in einem Gottesdienst am 5. Juli soll die Kugel feierlich geöffnet werden, um ihren Inhalt zu begutachten. "Viele Leute sind schon gespannt", sagt Pfarrerin Graap.

Seit rund zehn Jahren sammelt der Förderverein Spenden für die Sanierung der Dorfkirche in Bechlin. Im September, rund ein Jahr nach ihrem Beginn und pünktlich zur 700-Jahr-Feier des Ortes, sollen die Arbeiten am Kirchturm abgeschlossen sein, hofft Susanne Graap. "Damit wäre der erste Bauabschnitt fertig."

Wie alt die Spitze des Turms genau ist, weiß niemand sicher. "Auf jeden Fall, ist sie 1958 nochmal angefasst worden", sagt Gerhard Neumann. "Da gab es die letzte große Renovierung." Neumanns Großvater war damals Pfarrer in Bechlin, 30 Jahre lang. Später haben sich Neumanns Eltern um die Bechliner Kirche gekümmert, dann Gerhard Neumann selbst gemeinsam mit seiner Frau Ruth. Bis sich schließlich der Förderverein gründete. Auch Gerhard Neumann ist deshalb gespannt, was sich in der Kugel befindet: "Vielleicht ein paar Münzen und eine Zeitung?"

Fest steht: Die alte Kugel kommt nicht wieder aufs Dach. Eine Reparatur wäre zu aufwendig, sagt Susanne Graap. Deshalb wird eine neue angefertigt. Auch sie wird mit Erinnerungsstücken gefüllt, bevor Handwerker sie feierlich auf den Kaiserstil setzen, wie Fachleute den Balken in der Spitze des Turms nennen.

"Wir hoffen natürlich, mit der Öffnung der Kugel Spender zu mobilisieren", sagt Pfarrerin Graap. Jeder Euro hilft. Bezahlt wird die Sanierung bisher aus der Kasse der Kirchengemeinde und des Fördervereins. Zwar gibt es ein Förderprogramm der EU für den ländlichen Raum. Bechlin kommt aber als Teil der Stadt Neuruppin nicht an dieses Geld.

Susanne Graap hat wenig Hoffnung, dass auch das Kirchenschiff bald saniert werden kann. "Das Geld ist knapp", sagt sie. Bei einem schweren Sturm 1972 war das Dach der Kirche schwer beschädigt worden. Die Reparaturen halten bis heute. An einer Stelle dringt aber Regenwasser ins Kirchenschiff ein. Eine weitere Reparatur komme laut Architekturbüro nicht infrage. Das gesamte Dach müsse erneuert werden. Das kostet mehr, als sich die Gesamtkirchengemeinde Ruppin gerade leisten kann. Immerhin ist die Bechliner Kirche nicht ihre einzige Baustelle. Auch an den Kirchen in Wuthenow und in Krangen wird gerade gearbeitet.

Von Jan Philipp Stoffers und Reyk Grunow

Gottesdienst : Die Öffnung der Kirchturmkugel erfolgt am Sonntag, 5.Juli, ab 14 Uhr in der Kirche Bechlin.

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