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Ostprignitz-Ruppin Bedenken wegen Investitionen ins „rote Haus“
Lokales Ostprignitz-Ruppin Bedenken wegen Investitionen ins „rote Haus“
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00:21 27.03.2018
Das Eckhaus Pritzwalker Straße 2 würden viele Kyritzer lieber in einem besseren Zustand sehen. Quelle: Matthias Anke
Kyritz

Neben der ehemaligen Brennerei gibt es ein weiteres Gebäude in Kyritz, das offenbar nur gerettet wird, wenn die Stadt es kauft und sanieren lässt. Es ist das sogenannte „rote Haus“, ein zur umgebenden Bebauung vergleichsweise hohes, einst seit Ende des 19. Jahrhunderts repräsentatives Eckgebäude am Nordende der historischen Fachwerk-Altstadt. Es steht der Brennerei und damit dem entstehenden Klostermuseumsareal als wichtigstem Kyritzer Bauprojekt der kommenden Jahre schräg gegenüber.

Dass es in seinem derzeit ruinösen Zustand einen Schandfleck darstellt, darin waren sich die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses bei ihrer jüngsten Sitzung einig. Fraglich erschien jedoch, ob die Stadt sich auch weiterhin um dieses Gebäude kümmern soll, das sich doch in Privatbesitz befindet. Denn vor einiger Zeit wurden bereits knapp 100 000 Euro investiert, um das Gebäude vor dem weiteren Verfall zu bewahren.

Nun soll nach den Sicherungsmaßnahmen für diese Adresse Pritz­walker Straße 2/Hospitalstraße 1 eine Planung ausgeschrieben werden, die weitere Tausende Euros kostet. Dabei würde ermittelt werden, was mit Blick auf die Gebäudesanierung möglich ist.

Geld floss bisher nur von Bund und Land

Bauamtsleiterin Katharina Iredi warb vehement für diesen Schritt. Denn man habe dann „wenigstens eine Grundlage, um mit der Wohnungsbaugesellschaft ins Gespräch zu kommen, dieses Objekt eventuell zu übernehmen und zu sanieren“. Laut Iredi sei „vom jetzigen Standpunkt her nämlich keine Aussage zu treffen“, ob das überhaupt machbar ist. Was die Geldausgaben betrifft, erinnerte sie daran, dass es sich vollständig um Stadtumbaumittel aus dem Teilprogramm Sanierung-Sicherung-Erwerb (SSE) handelte, die vorrangig für die Sicherung und Sanierung vom Verfall bedrohter Häuser aufgewendet werden sollen.

Die Stadt konnte dieses Geld von Bund und Land Privaten zukommen lassen, da die Stadtverordneten das so befürworteten. Auch die weitere Planung, die ebenso erst die Stadtverordneten bei ihrer nächsten Sitzung noch absegnen müssten, werde gefördert.

Ausschussmitglieder verweisen auf andere Problemfälle

Von den Mitgliedern des Stadtentwicklungsausschusses rangen sich nun drei zu einem Ja durch – allerdings mit Bedenken. Jörg Dulllin (CDU), der die Sitzung leitete, stimmte sogar dagegen. „Das ist ein elender Schandfleck dort, da müsste man als Stadt nur mehr Druck ausüben“, sagte er.

Christina Pudimat (Linke) erinnerte daran, wie bereits andere Sanierungen nach etwas Druck plötzlich doch funktionierten. Als ein Beispiel nannte sie den Markt 20. Gemeint war, dass die Stadt die Möglichkeit hat, sogenannte Sanierungsgebote anzudrohen. Bedeutet: Die Stadt würde die Sanierung in Auftrag geben und die Kosten später auf den Eigentümer umlegen.

Torsten Gerloff (Kyritz Land/Grüne) mahnte an, dass es auch in den Dörfern viele Ruinen gibt, um die man sich ebenso kümmern sollte. Und Marlies Briege, als sachkundige Einwohnerin dabei, äußerte „erhebliche Bauchschmerzen“. Sie fragte, was für den Fall geschieht, dass der Verkaufspreis später so hoch angesetzt wird, dass es mit dem Erwerb über die kommunale WBG gar nichts wird?

Und wenn sich am Zustand dann weiterhin nichts ändert, so Manfred Michaelis (SPD), „dann ist da ganz schön viel Steuergeld einfach mal so weg“.

Katharina Iredi antwortete in hoffnungsvollem Ton: „Entsprechende Gespräche wurden bereits geführt, auch mit dem Eigentümer.“

Von Matthias Anke

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