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Ostprignitz-Ruppin Bestattungen mit Bohrhammer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Bestattungen mit Bohrhammer
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00:39 05.03.2018
Waldemar Zirk öffnet mit einem Bohrhammer die oberste Schicht einer Urnengruft. Quelle: Christamaria Ruch
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Wittstock

Das Thermometer zeigt elf Grad unter Null. Der Wind weht von Osten und eine Schneedecke liegt über der Erde. Wenn Waldemar Zirk derzeit zur Arbeit unterwegs ist, ist er nach dem Zwiebelprinzip gekleidet und hat schweres Werkzeug im Auto.

Waldemar Zirk arbeitet im Bestattungshaus Günter Geyer in Wittstock. Am Freitag Vormittag ist er auf einem Friedhof in einem Wittstocker Ortsteil im Einsatz. „Hier ist Kahlfrost, die Grasnarbe fehlt und damit sitzt der Frost schon tiefer im Boden“, sagt er. Der Boden ist steinhart. „Hier kann ich zunächst nur mit einem Bohrhammer in die Erde gelangen“, sagt Bestatter Zirk. An diesem Tag öffnet er eine Urnengruft. Dabei muss er bis in 80 Zentimeter Tiefe das Erdreich bewegen.

Der Bohrhammer bricht die Erde in Klumpen heraus

Der Durchmesser umfasst am Ende 25 Zentimeter. Schon liegt das Geräusch des Bohrhammers in der Luft; immer wieder setzt Waldemar Zirk das Gerät an einer neuen Stelle an. Die Erde bricht in Klumpen heraus.

Dann greift der 56-Jährige zum Spaten und schaufelt den ersten Aushub heraus. Wenig später greift er zur Brechstange und rammt diese in das Erdreich. „Wir sind bei jeder Witterung im Einsatz und passen uns den Gegebenheiten an“, sagt Waldemar Zirk. Er trotzt mit mehreren Bekleidungsschichten dem Wetter: „Ich habe auch zwei Paar Handschuhe an.“ Und: „In früheren Jahren hatten wir von November bis März Frost, jetzt sind es ja nur einige Wochen.“

Wenn kein Stromanschluss auf einem Friedhof vorhanden ist, hat Waldemar Zirk ersatzweise einen Anschluss im Auto oder auch ein Notstromaggregat griffbereit.

Hinterbliebene sollen nicht mit technischen Problemen belastet werden

Monika Geyer vom Bestattungshaus Geyer sieht in der aktuellen Wetterlage ebenfalls keine Probleme. „Wir stellen uns den Aufgaben und haben noch nie Nein gesagt, sondern immer eine Lösung gefunden“, sagt sie. Mit dem geeigneten Werkzeug und im Notfall auch mit gegenseitiger Hilfe von Kollegen konnte bisher jede Gruft geöffnet werden. „In der Trauersituation möchten wir die Angehörigen nicht mit diesen Dingen belasten, denn sie sind mit ihren Gefühlen beschäftigt“, sagt Monika Geyer.

Bei normalen Temperaturen öffnen die Bestatter einen Tag vor der Beisetzung oder Beerdigung die Gruft. „Bei Erdbestattungen machen wir das jetzt bis zu zwei Tage vorher“, sagt Waldemar Zirk. Dabei sind unabhängig vom Wetter immer drei Leute im Einsatz.

Zwei Meter lang, ein Meter breit und 1,8 Meter tief ist eine Erdgruft. Mit vier bis fünf Stunden benötigen sie bei Frost doppelt so lange wie sonst. Auch für die Anlage der Urnengruft wird entsprechend mehr Zeit benötigt. Erst bei mehr als 25 Zentimeter Tiefe gelangt Waldemar ohne Widerstand in das Erdreich. Dann kann er die Brechstange gegen den Spaten tauschen.

Luftgepolsterte Folie im Urnengrab

Neben der Urnengruft liegt schon luftgepolsterte Folie bereit. „Die lege ich am Ende auf die Gruft, damit bis zur Beisetzung nicht neuer Frost in den Boden zieht“, sagt er. Jeder Friedhof bietet andere Bodenverhältnisse. „In Christdorf und Dossow ist viel Lehm im Boden“, sagt Waldemar Zirk.

Monika Pehlgrim ist Angestellte der kirchlichen Friedhofsverwaltung in Wittstock. „Unabhängig vom Wetter sind die Termine für Bestattungen festgelegt und bei Frost werden die Gruften eher geöffnet, um alles termingerecht fertig zu stellen“, sagt sie. Das Bestattungshaus Tilo Brüsehafer aus Wittstock ist auf dem kirchlichen Friedhof für das Öffnen und Schließen der Erdgruften zuständig. „Das wird auch bei Frost alles per Hand erledigt, das machen zwei Männer, allerdings kommen jetzt auch schwere Werkzeuge zum Einsatz. Für die Anlage von Urnengruften sind hier die Mitarbeiter der Stephanuswerkstätten über einen Rahmenpflegevertrag zuständig“, sagt Pehlgrimm.

Von Christamaria Ruch

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