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Ostprignitz-Ruppin Bei Windeignungsgebieten stehen Änderungen an
Lokales Ostprignitz-Ruppin Bei Windeignungsgebieten stehen Änderungen an
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02:15 14.07.2017
Planungsexperte Frank Gemmel erläuterte den Stadtverordneten kürzlich den Stand der Dinge. Quelle: Matthias Anke
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Kyritz

Den zweiten Entwurf zum Regionalplan „Freiraum und Windenergie“ der Regionalen Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel bekamen die Kyritzer Stadtverordneten jüngst vorgestellt. Dabei erfuhren sie von Frank Gemmel vom Büro Landschafts- und Freiraumplanung, der die Stadt bei ihren Stellungnahmen begleitet, dass alle aktuellen Bauvorhaben noch immer dem alten Plan von 2003 unterliegen. Einwände erhoben sie zuletzt vor zwei Jahren, als der erste Entwurf für den neuen Plan vorlag. Jetzt sind die betroffenen Kommunen erneut gefragt.

So gab es damals Diskussionsbedarf zu den Windeignungsgebieten 22 (Barenthin-Kötzlin-Stüdenitz) und 24 (Holzhausen-Leddin-Zernitz). Eignungsgebiet 28 (Dermerthin-Kyritz) war entfallen. Doch nun ist im zweiten Entwurf wieder ein Demerthiner Gebiet vorhanden, und zwar als Nummer 49 Demerthin-Gantikow. Auch die Gesamtfläche der Windeignungsgebiete auf Kyritzer Terrain hat sich gegenüber dem ersten Entwurf verändert von 290 Hektar auf nunmehr 340 Hektar.

Problem überall da, wo Windräder schon näher als 1000 Meter stehen

Als wichtigste Neuerung erklärte Gemmel, dass die 1000 Meter Mindestabstand zur Wohnbebauung in drei Zonen eingeteilt werden. Die dritte Zone umfasst dabei den Abstand von 750 bis 1000 Metern. „In diesem Bereich ist in Gebieten, in denen schon Windkraftanlagen stehen, die Errichtung neuer möglich“, sagte der Planungsfachmann. Hierbei sei also auch der Bau eines Windrades denkbar, das sich nur 750 Meter weit von Wohnbebauung entfernt befindet. Diese Regelung sei getroffen worden, um insgesamt genügend Fläche für Windkraftanlagen anbieten zu können. Dass Flächen für Windkraft vorgehalten werden müssen, ist vom Land vorgegeben.

Für das Kötzliner Eignungsgebiet hat die besagte Regelung laut Gemmel Auswirkungen, da bereits Windräter innerhalb dieser Zone 3 stehen. In Holzhausen indes könne der 1000-Meter-Abstand gewahrt bleiben, „da man damals schon nicht näher an das Dorf heranging“.

Der Artenschutz spielt erneut eine wichtige Rolle

Aber auch für Gantikow sei nun die 750-Meter-Zone relevant. Um dort noch etwas verhindern zu können, sollten in der Stellungnahme laut Gemmel die sogenannten tierökologischen Abstandskriterien genauer betrachtet werden. Dieses Artenschutzkriterium hatte beispielsweise schon zur Entnahme einer Fläche bei Kötzlin geführt. „Weil Gantikow als neues Eignungsgebiet hinzukommt, gibt es dafür noch keine Kartierung“, sagte Gemmel. Zu dieser Erfassung der Tierwelt, insbesondere sogenannter windkraftsensibler Arten und dabei maßgeblich Vögel, riet er dringend. „Man sollte noch den Juli nutzen wenigstens für eine Potenzialkartierung.“ Es sollte also schon mal erfasst werden, welche Vögel vorkommen könnten. Sie tatsächlich in ihrer Anzahl in der Natur festzustellen, ginge auch später noch. „Das muss dann im Entwurf berücksichtigt werden.“ Thomas Settgast (SPD), Stadtverordnetenvorsitzender und zugleich Gantikower, wollte bereits von einem Rotmilan wissen. „Solche Dinge gilt es zusammenzutragen“, entgegnete Gemmel.

Die Stellungnahmen sind nun bis Ende dieses Monats zu fertigen. Dann beginnt die Abwägungsphase. Diese mündet entweder in eine Planungsgenehmigung, öffentliche Auslegung und ein Inkrafttreten – oder führt zu einem dritten Entwurf.

Von Matthias Anke

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