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Beim Aufräumen einen Schatz gefunden

Wusterhausen Beim Aufräumen einen Schatz gefunden

Beim Aufräumen im Depot entdeckte die Wusterhausener Museumsleiterin Katharina Zimmermann einen echten Schatz: 14 historische Wandbespannungen. Die Tapeten sind wahrscheinlich aus dem Zeitraum zwischen 1720 und 1820. Eine gut erkennbare Abbildung zeige das „Wiener Palais“.

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Was es mit den Wandbespannungen wie dieser auf sich hat, ist noch nicht endgültig geklärt.

Quelle: Wolfgang Hörmann

Wusterhausen. Ist das eine Sensation? Katharina Zimmermann hält sich mit einer solchen Einschätzung noch zurück. Bisher fehlt die endgültige fachmännischen Bewertung eines Fundes, den die Wusterhausener Museumsleiterin beim Aufräumen des Depots in Wusterhausen zutage gefördert hat. Es handelt sich um 14 Wandbespannungen in unterschiedlichen Abmessungen und Formen, die eine Verwendung zum Beispiel zwischen hohen Fenstern oder in Türnähe erkennen lassen. Sie seien jedenfalls „sehr selten“, so die Leiterin des Museums am Montag in Dessow. Dort gab sie den Mitgliedern des Ausschusses für Wirtschaft und Tourismus einen Überblick über ihre bisherige Tätigkeit.

Tapeten aus dem 18. Jahrhundert an der Wand

Die Frau aus der Westprignitz ist seit dem 1. Mai dieses Jahres als Nachfolgerin von Andrea Perlt im Amt, allerdings auch zusätzlich im touristischen Bereich. Die Herkunft der Tapeten ist jedenfalls ungeklärt. Derzeit laufen Nachforschungen. Katharina Zimmermann grenzt das Alter der Fundstücke auf den Zeitraum zwischen 1720 und 1820 ein. Eine gut erkennbare Abbildung zeige ein Palais in Wien, so Zimmermann ihren aufmerksamen Zuhörern. Die größeren und kleineren Versatzstücke lagerten jetzt an einem sicheren Ort und harrten der wissenschaftlichen Expertisen. Mehr könne man erst sagen, wenn die Ergebnisse vorlägen. Das Museumsdepot zieht derzeit aus der Alten Schule in die ehemalige Bibliothek beziehungsweise das Herbst’sche Haus um.

Museumsleiterin Katharina Zimmermann zieht die weißen Leinenhandschuhe an, wenn sie in der Heiligen Schrift von 1730 blättert

Museumsleiterin Katharina Zimmermann zieht die weißen Leinenhandschuhe an, wenn sie in der Heiligen Schrift von 1730 blättert. Die Bibel ist einer der Schätze aus dem Depot.

Quelle: Wolfgang Hörmann

Die Leiterin des Wegemuseums ist nun schon seit mehreren Wochen dabei, jedes einzelne Objekt des Museumsdepots zu sichten und es seinem neuen Platz zu zuzuweisen. Helmut Klohs, geschickter Handwerker mit Kunstverständnis, hilft ihr dabei. Etwa 20 000 Objekte von A wie Anstecknadel bis Z wie Zigarrenspitze wollen begutachtet sein. Und das sind ja nur die kleinsten. Mobiliar, historische Truhen und Kisten, Bilder, Maschinen, weitere Technik stehen hinter den anderen Buchstaben des Alphabets. Und nichts davon wird aussortiert, um im Müll zu landen. „Alles trägt Archivnummern, was über Jahrzehnte gesammelt worden ist“, sagt Katharina Zimmermann. „Nur hatte man es eben lange nicht vor Augen.“

das Depot ist ein Fundus für Sonderausstellung

Sie schätzt die Rolle eines Museumsdepots hoch ein. „Natürlich kann nicht alles ausgestellt werden. Was aber im Hintergrund bleibt, ist eingelagertes Wissen, Forschungsstätte, gefragter Fundus für Sonderausstellungen.“ Eine solche Schau von „Perlchen“, wie es die Pritz­walkerin in Wusterhausener Diensten liebevoll nennt, ist demnächst zu erwarten. Das „Vorzimmerchen“ des Raumes für Sonderausstellungen im Herbst’schen Haus wird dann Winterimpressionen vermitteln. Gegenstände, die uns seit Jahrhunderten durch die kalte Jahreszeit begleiten, dazu Gemälde mit winterlichen Darstellungen, liefert dafür das Depot.

Dass hier überhaupt das große Aufräumen im Gange ist, hat vordergründig mit einem Ortswechsel zu tun, der die komplette Besatzung des Rathauses der Großgemeinde betrifft. Der historische Bau steht ab dem kommenden Frühjahr vor einer kompletten Sanierung. Die könnte gut und gerne anderthalb Jahre dauern. Mindestens. In dieser Zeit wird die Verwaltungsarbeit von der Alten Schule aus geleistet. Hier aber lagern – über alle beiden Etagen und mehrere Räume verteilt – die Schätzchen aus vergangenen Zeiten. Ein Teil davon hat schon seinen Platz gefunden, zum Beispiel im Keller. Der Rest zieht um.

Künftige Regionalbibliothek wird sichtbar

So trägt der eigentliche Raum für Sonderausstellungen im Museumshaus Am Markt Nr.3 bereits Züge einer künftigen Regionalbibliothek. Sie soll perspektivisch für jedermann genutzt werden können, nach Absprache und natürlich nur unter Aufsicht. Die Tür zum benachbarten Zimmer der Museumschefin wird wohl immer höchstens angelehnt sein. Sie selbst präsentiert schon mal nicht ohne Stolz Druckerzeugnisse, die nur mit größter Sorgfalt – Stoffhandschuhe umhüllen feuchte Hände – begutachtet werden dürfen. Dazu zählt eine gewichtige Bibel aus dem Jahre 1730. Sie ist damit zwar noch längst nicht das älteste Buch im Bestand aber zweifellos eine seiner „Perlen“. Man habe noch andere gefunden, sagt Katharina Zimmermann, bleibt aber geheimnisvoll. Vor einer abschließenden wissenschaftlichen Bewertung legt sie noch den Finger an die Lippen.

Was andere Pläne betrifft, da bleibt nichts im Dunklen. Die Räumung der Alten Schule geht planmäßig weiter. Für große Stücke, die in die ehemalige Stadtbibliothek umziehen sollen, braucht die Museumsfrau die starken Arme der Männer vom Bauhof. Bei einem anderen Vorhaben sind hochwertige Fototechnik und Profiwissen gefragt. Mit Fotografin Barbara Wolff wurde beides gefunden. Das musste schnell gehen. Kurzfristig gelang es den Wusterhausenern, sich in ein Projekt des brandenburgischen Museumsverbandes einreihen zu lassen. Es betrifft die internettaugliche Digitalisierung von ausgesuchten Museums-Exponaten.

Wusterhausen-Schusterhausen

Die Wahl fiel auf das Thema „ Wusterhausen-Schusterhausen“. Zwischen 50 und 70 Stücke, die für dieses traditionelle Handwerk an der Dosse stehen, sind nun in mehreren Ansichten zu fotografieren. Dazu gehören erklärende Texte. Roland Tille, aktives Mitglied im Kulturverein, wird sie verfassen. Katharina Zimmermann ist die Freude anzumerken, diesen Coup gelandet zu haben, verspricht die Digitalisierung doch perspektivisch einen noch größeren Bekanntheitsgrad ihres Hauses. Für nächstens Jahr ist eine Fortsetzung schon beantragt – dann zum Fahrrad und was die Wusterhausener damit alles anstellten. Beim Rundgang durch die Museumsräume gehört die dafür reservierte Ecke zu den Highlights.

Von Wolfgang Hörmann

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