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„Berlin Guitar Quartet“ in Rheinsberg

Im Schloss – für das Schloss „Berlin Guitar Quartet“ in Rheinsberg

Die Gitarre ist ein Alleskönner – sie fühlt sich in Rock und Blues genauso zuhause wie in der Klassik und im Klezmer. Das „Berlin Guitar Quartet“ hat sich mit Leib und Seele der Sechs-Saitigen verschrieben. Am Pfingstmontag gaben die vier Musiker ein Benefizkonzert im Spiegelsaal des Rheinsberger Schlosses.

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Zum ersten Mal in Rheinsberg: das Berlin Guitar Quartet.

Quelle: Buddeke

Rheinsberg. Der Konzertsaal allein ist schon eine Klasse für sich: inmitten von Marmor, Spiegeln, goldenem Zierrat und barocken Kronlüstern fühlt man sich ohnehin schon in friederizianische Zeiten zurückversetzt. Noch charmanter wird es mit der passenden Musik – daher ist es auch ein schöner Auftakt, dass das „Berlin Guitar Quartet“ sein Konzert mit einem Sohn des Barock – mit Bach und einem Allegro aus dem Brandenburgischen Konzert Nr. 3 – startet. Danach allerdings wird es international – Gitarren sind nun einmal Instrumente, die nicht nur der Klassik und dem Rock’n Roll zugetan sind – sie huldigen auch dem Flamenco, dem Klezmer, den Balkanrhythmen oder dem Tango. Und da die Besetzung des Quartetts ohnehin ein Multi-Kulti-Gemisch ist, ist es naheliegend, dass den knapp 100 Gästen des Benefizkonzertes im Spiegelsaal des Rheinsberger Schlosses ein bunter Notencocktail eingeschenkt wird. Die Erlöse des Konzertes – das letzte der diesjährigen Musiktage zu Pfingsten – werden sämtlich für die weitere Restaurierung des Schlosses verwendet.

Shterion Urumov aus Bulgarien, Vitaliy Shal aus Kasachstan und Hung Nguyen-Duc aus Vietnam haben sich an der Berliner Universität der Künste kennengelernt. Über ihre solistische Tätigkeit hinaus, kam 2012 die Idee auf, doch wieder einmal gemeinsam zu spielen, erinnert sich Vitaliy Shal. Die Idee fiel auf fruchtbaren Boden – mit Tomasz Fiedorowicz aus Polen sei das Quartett an den Start gegangen und habe sich seitdem einen guten Ruf erarbeitet.

So wie die vielen geschliffenen Prismen der Kronleuchter das Licht zum Funkeln bringen, lassen auch die vier Musiker ihre Gitarren in allen Facetten erstrahlen. Gitarren und spanisch – das passt wie kaum etwas: ob kokette Habanera, feurige Seguidilla, mitreißender Gypsy Dance oder das zarte Entr’acte, das wie Grillenzirpen daherkommt – fast scheint es, als habe Bizet seine „Carmen“ direkt für Gitarren komponiert. In Wirklichkeit stammen die Arrangements zum Teil von den Akteuren selbst – im Fall der Carmen von Jeremy Sparks. Ab und an mischt sich ein kräftiger Saiten-Schlag in die vierstimmig-virtuos gezupften Saiten: dann blitzt der Rock’n Roll denn doch noch durch und treibt die Schärfe ins Gericht

Die Estampas von Federico Moreno Torroba sind Miniaturen – ein Tag im Leben eines spanischen Dorfes. Die kleinen Stücke handeln von spielenden Kindern, dem Gang des Bauern zur Mühle, dem Sonnenaufgang, verschwiegenen Plätzen oder dem Erntefest: ein bunt schillernder Reigen in Dur und Moll. Mit Astor Piazzolla geht die Reise übern großen Teich und zu Ende. Die Musiker dürfen indes nicht ohne Zugabe gehen.

Von Regine Buddeke

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