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Berliner Familie saniert altes Forsthaus

Tornow Berliner Familie saniert altes Forsthaus

Die Gaststätte am Forsthaus Tornow war zu DDR-Zeiten ein beliebtes Ausflugslokal. Inzwischen steht die Gaststätte seit etwa 20 Jahren leer. Eine Berliner Familie hat das Forsthaus liebevoll saniert. David Wortmann überlegt, ob sich die Gaststätte vor dem Verfall bewahren lässt.

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Machten aus dem Forsthaus Tornow ein Wochenendrefugium: David und Doreen Wortmann – hier mit ihren Kindern Lilli, Lena und Karl (v. l.)

Quelle: Frauke Herweg

Tornow. Im Forsthaus Tornow muss es Else gut gefallen haben. 1925 schickt sie eine Postkartenansicht der idyllisch am Tornowsee gelegen Pension nach Berlin. Mit steilen Bleistiftbuchstaben hat sie darauf vermerkt: „die herzlichsten Grüße aus dem herrlichen Tornow sendet Ihnen Else“.

David Wortmann hat viele solcher Postkarten gesammelt. Seit vier Jahren gehören das Forsthaus und das dazugehörige einst so beliebte Ausflugslokal ihm und seiner Familie. Etwa 20 Jahre stand das alte Backsteinhaus zuvor leer. Inzwischen haben die Wortmanns das Haus liebevoll restauriert und zum Wochenendrefugium gemacht.

Viele Spaziergänger bleiben stehen

Bei vielen ihrer Besuche in Tornow werden die Wortmanns angesprochen. Spaziergänger kennen oftmals die Geschichte des Hauses und der Ausflugsgaststätte, die noch bis Anfang der 90er-Jahre Sommerfrischler bewirtete. „Da hängen viele Erinnerungen dran“, sagt Wortmann. „Hier muss in den Sommermonaten die Hölle los gewesen sein.“ Der 39-Jährige lässt sich gern in Gespräche am Gartenzaun verwickeln. „Mich interessiert die Geschichte der beiden Häuser.“

Nicht weit von Tornow entfernt errichteten Zimmerleute einst ein baugleiches Schwesterrestaurant – das Gasthaus Hacker in Binenwalde. „Das waren die selben Zimmerleute“, sagt Wortmann. Der Berliner überlegt, wie er das Tornower Gegenstück erhalten kann. Eine Gaststätte wird es allerdings nicht wieder werden. „Wir sind keine Restaurantbetreiber“, sagt Wortmann. „Außerdem ist die Ruhe hier doch auch sehr schützenswert.“

Das Forsthaus Tornow war früher eine beliebte Pension

Das Forsthaus Tornow war früher eine beliebte Pension. Historische Postkarten dokumentieren die Geschichte der Hauses.

Quelle: Frauke Herweg

Eigentlich hatten sich die Wortmanns im Frühjahr vor vier Jahren nur aus Neugierde mit einem Makler getroffen. „Wir hatten eigentliche gar keine Kaufabsicht“, sagt Wortmann. Als sie dann aber das um 1860 erbaute Haus mit dem großen Walnussbaum im Garten sahen, waren sie begeistert. Noch bevor sie mit der Sanierung begannen, bauten sie für ihre Kinder ein Baumhaus.

Das Haus selbst ließ die Berliner Familie mit Liebe zum Detail sanieren. Die alten Türen wurden aufgearbeitet, an einigen Wänden sind heute wieder Farbflächen des historischen Anstrichs – hellblau und grau – zu sehen. Anspruchsvoll waren die Arbeiten am Dach. Die Wortmanns mussten Teile des Dachstuhls erneuern lassen. Biberschwänze ersetzen heute die ehemals grauen DDR-Schindeln.

Das Haus ist komplett auf erneuerbare Energien umgestellt

„Mir hat das unheimlich viel Spaß gemacht“, sagt Wortmann, der in Berlin in Beratungsfirma für erneuerbare Energien hat. Seine Fachwissen nutzte er auch für Tornow. Das Haus der Familie ist komplett auf erneuerbare Energien umgestellt. „Wir haben uns ganz bewusst gegen Gas und Kohle entschieden.“

Auf den alten Postkarten sind eine Kastanie und eine Linde zu sehen, unter deren Schatten die Feriengäste einst saßen. Heute sind die damals schlanken Bäume zu Riesen herangewachsen. Die Wortmanns haben eine Schaukel und ein Vogelhäuschen für ihren Sohn Karl in die Bäume hingehängt. Wie früher steht auch wieder ein Staketenzaun aus Kastanienholz vor dem Haus. „Es soll möglichst ursprünglich aussehen.“

Das Käuferinteresse war groß

Bevor die Wortmanns das Haus kauften, gehörte es einem Mann aus Braunsberg. Makler Tony Deutschmann sagt, das Interesse an dem abgeschieden gelegenen Haus fast direkt am Tornowsee sei groß gewesen. Eine internationale Modeschule aus Berlin und ein Design-Unternehmen hätten Exposés angefordert. Die Wortmanns dagegen waren schnell entschlossen. „Wir fanden den Ort einfach so wunderschön.“

Auch eine Architekturstudentin interessierte sich für das Haus. Im Neuruppiner Stadtarchiv erforschte sie seine Geschichte und schrieb schließlich ihre Abschlussarbeit über das Sanieren im Altbau. Wortmann war dabei, als sie ihre Arbeit vor den Prüfern verteidigte.

Die Wortmanns wollen die beiden Etagen auch als Ferienwohnungen nutzen. Den Feriengästen wird es möglicherweise wie den Wortmanns gehen – wenn man auf die alte Kopfsteinpflasterstraße in Richtung Tornow einbiegt, fängt das Wochenendgefühl an.

Von Frauke Herweg

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