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Berufsorientierung an Polthieroberschule

Wittstock Berufsorientierung an Polthieroberschule

Koch, Polizist oder doch lieber Erzieher? Vor dieser Frage stehen derzeit die 60 Schüler der 10. Klasse an der Polthieroberschule in Wittstock. Seit gut zehn Jahren gehört die Berufsorientierungswoche zum festen Lehrplan. Die Woche gipfelt jeweils in einem Bewerbungsgespräch. Am Sonnabend wurden die Schüler dabei keineswegs in Watte gepackt.

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Im Beisein der Schulleiterin Eva-Maria Vanino (r.) wird Julia Lehmann (l.) von Erzieherin Anja Mebes begrüßt.

Quelle: Christamaria Ruch

Wittstock. Was ist der Unterschied zwischen einem Plakat und einem Flyer? Michelle Schawaller antwortet souverän und umreißt mit wenigen Worten das Typische. Nadine Jürgen von der Wittstocker Agentur Perlenmädchen ist zufrieden: „Sie haben die Unterschiede gut erklärt und alle Informationen dazu gegeben“, sagt sie. Michelle ist 16 Jahre, geht in die 10. Klasse der Polthieroberschule in Wittstock und absolviert gerade das erste Bewerbungsgespräch.

Julia begenete bei ihrem Bewerbungsgespräch allen Fragen offen und aufgeschlossen

Julia begenete bei ihrem Bewerbungsgespräch allen Fragen offen und aufgeschlossen.

Quelle: Christamaria Ruch

Die Berufsorientierungswoche neigte sich am Sonnabend mit den Vorstellungsgesprächen in der Schule dem Ende entgegen. Diese simulierten den Ernstfall, der schon bald auf alle Jungen und Mädchen zukommt. Die 60 Schüler der 10. Klassen stellten dabei erste Weichen für die Berufsausbildung. „Seit gut zehn Jahren machen wir das und wir sehen, dass die Jugendlichen im Laufe der Zeit spürbar besser auf die Bewerbungen vorbereitet werden“, sagte Schulleiterin Eva-Maria Vanino. Damals legte Rosi Groß als Lehrerin für Wirtschaft, Arbeit, Technik (WAT) den Grundstein.

Vorbereitung wird immer professioneller

Mittlerweile bereiten die WAT-Lehrer Anke Giering, Cathrin Reimer und Peter Krause alljährlich diese Woche vor. Vaninos Fazit ging in der qualitativen Bewertung sogar noch weiter: Erstmals stellten sämtliche Schüler des Jahrgangs ihre Bewerbungsmappen zusammen und reichten sie bei den Unternehmen ein. Dabei setzt die Polthieroberschule auf enge Zusammenarbeit mit der Pritz­walker Bildungsgesellschaft.

Michelle Schawaller (l) möchte sich zur Grafikdesignerin ausbilden lassen

Michelle Schawaller (l.) möchte sich zur Grafikdesignerin ausbilden lassen.

Quelle: Christamaria Ruch

Bei der diesjährigen Orientierungswoche waren neben dem Awo-Zentrum, Swiss Krono, Meyenburger Möbel und Brandenburger Landtechnik auch Glatfelter, Ayanda, KMG Kliniken, Polizei, Agus und Gadat vertreten. Gruppenweise konnten die Schüler im Laufe der Woche diese Unternehmen im Gespräch kennenlernen. Außerdem arbeitete Andrea Brodowski von der AOK mit den Jugendlichen im Rahmen vom Assessmentcenter. Dabei gab es wichtige Tipps zu allen Fragen der Bewerbung.

In 30 Minuten auf Herz und Nieren geprüft

„Viele Jugendliche möchten eine Lehrstelle in der Region antreten und da ist die Berufsorientierungswoche ein guter Beitrag“, sagte Eva-Maria Vanino. Und: „Die Kinder sind aufgeregt, denn so eine Livemoment ist eine ganz andere Situation.“ Vertreter von der Awo, Hotel Röbler Thor, Swiss Krono, Kita Dossespatzen, Agentur Perlenmädchen, die Versicherung LVM, Barmer und Finanzservice GmbH führten am Sonnabend die Einzelgespräche. 30 Minuten wurde jeder Schüler auf Herz und Nieren geprüft und mit Fragen konfrontiert. Am Ende fand eine Auswertung statt. „Da fallen auch deutliche Worte, etwa, ob die Berufsvorstellungen realistisch sind“, so Vanino. „Es ist gut, wenn die Schüler nicht in Watte gepackt werden, denn in der Realität steigen die Jugendlichen mit vielen anderen in den Ring“, sagte sie.

Berufswünsche schon konkret

Michelle Schawaller strebt eine Ausbildung zum Grafikdesign an. „Dabei kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen und selbstständig Ideen entwickeln“, sagte sie. Erste praktische Erfahrungen sammelte sie in einem Werbestudio. „Das ist für mich heute ein Testlauf, ich möchte gern nach Rostock zur Ausbildung gehen“, sagte Michelle gegenüber der MAZ. Auch Julia Lehmann hat einen konkreten Berufswunsch: „Ich möchte das Fachabitur Sozialwissenschaften am Oberstufenzentrum in Neuruppin ablegen.“ In der Kita Dossespatzen sieht sie einen potenziellen Praktikumsbetrieb. Das Gespräch mit den Erzieherinnen Anja Mebes und Marita Lemke bestärkte sie darin.

Neun Schüler erhielten am Ende der Gespräche gute bis sehr gute Bewertungen, teilte die Schulleiterin mit. „Diesen Jugendlichen wurde eine Bewerbung in ihren gewünschten Berufen empfohlen.“

Von Christamaria Ruch

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