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Berufung erfolglos – Haft für Vergewaltigung

Neuruppin Berufung erfolglos – Haft für Vergewaltigung

Die Berufung eines 21-jährigen Eritreers blieb erfolglos. Das Landgericht Neuruppin bestätigte am Donnerstag das erstinstanzliche Urteil: Drei Jahre Freiheitsstrafe wegen Vergewaltigung. Der Angeklagte hatte von einvernehmlichem Sex gesprochen. Dagegen sprach die Aussage des Opfers, die durch zahlreiche objektive Spuren bestätigt wurde.

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Quelle: dpa

Neuruppin. Der Eritreer Mohamed H. muss im Gefängnis bleiben. Auch im Berufungsverfahren sah es das Gericht als erwiesen an, dass er am 16. Mai 2015 eine heute 24-Jährige am Rande eines Radwegs von Neuruppin nach Buskow vergewaltigt hat. Das Neuruppiner Amtsgericht hatte den heute 21-Jährigen dafür im Dezember 2016 zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Dagegen hatten der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt.

Gericht überzeugt, dass Angeklagter die Frau vergewaltigt hat

Am Donnerstag fällte das Landgericht ein Urteil: Die Berufung wurde als unbegründet verworfen. „Wir sind davon überzeugt, dass er die Frau vergewaltigt hat“, sagte die Richterin. Allerdings: Drei Monate von den drei Jahren gelten bereits als vollstreckt – weil es ein Jahr gedauert hat, bis seine Speichelprobe untersucht wurde. „Das ist nicht rechtsstaatlich“, so die Richterin.

Die Strafkammer ging von Folgendem aus: Das Opfer, eine Neuruppinerin, war mit zwei Freundinnen mit Fahrrädern unterwegs. Gut angetrunken, sprach die heute 24-Jährige den an einer Badestelle sitzenden Eritreer an. Wegen der Sprachbarrieren kam es zu keiner Unterhaltung. Die Episode muss der junge Mann falsch verstanden haben, so das Gericht. Er folgte ihr mit dem Rad und wollte sie nach Hause begleiten, was sie ablehnte. Daraufhin zerrte er sie ins Gebüsch, entkleidete und vergewaltigte sie. Dann ließ er sie liegen. Ein Passant fand die völlig aufgelöste Frau und rief die Polizei.

Aussage der Frau spiegelt Erlebtes wieder

Ein psychologisches Gutachten bestätigte, dass die Aussage der jungen Frau auf eigenem Erleben beruhte. „Wir verkennen nicht, dass sie verhaltensauffällig ist“, so die Richterin. Aber ihre Aussage sei durch zahlreiche objektive Spuren bestätigt. So war seine DNA in ihrer Scheide. Am Tatort wurden eine Männersandale und eine Sonnenbrille mit seiner DNA gefunden. Sie hatte zudem Kratzspuren am Rücken. Dass die junge Frau das alles erfunden und einen Tatort präpariert habe, hielt das Gericht für lebensfremd. Der Angeklagte hatte von einvernehmlichen Sex gesprochen. Das hielt das Gericht für unglaubwürdig. Warum sollte eine bisher unerfahrene Frau mit einem ihr völlig Unbekannten bei Regen auf der Straße Sex haben, wenn sie zu Hause sturmfreie Bude hatte? Das Gericht wandte Erwachsenstrafrecht an. Es sah bei dem jungen Mann keine Reifeverzögerung.

Von Dagmar Simons

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