Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Berufung im Hitlergruß-Prozess
Lokales Ostprignitz-Ruppin Berufung im Hitlergruß-Prozess
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:59 14.07.2016
Vor dem Landgericht Neuruppin findet zurzeit ein Berufungsverfahren gegen einen Rheinsberger wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen statt. Quelle: dpa
Anzeige
Neuruppin, Zeuge hatte Hitlergruß gesehen

Im August vergangenen Jahres war der Rheinsberger Ron W. vor dem Neuruppiner Amtsgericht in einem beschleunigten Verfahren wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zu einer Bewährungsstrafe von acht Monaten verurteilt worden – ohne Bewährung. Für den Richter damals stand fest, dass der bereits vorbestrafte Angeklagte an der Straße am Stadion in Rheinsberg am frühen Abend des 9. August 2015 vor der Unterkunft syrischer Flüchtlinge den Hitlergruß gezeigt hatte. Gegen dieses Urteil hatte Ron W. Berufung eingelegt. Am Mittwoch fand die Verhandlung vor dem Landgericht Neuruppin statt, mit Zeugen, die bereits vor dem Amtsgericht ausgesagt hatten.

Ein junger Rheinsberger hatte von seinem Balkon aus freie Sicht auf die Straße, auf der Ron W. stand und deutlich sichtbar den Hitlergruß zeigte. „Der rechte Arm mit allen Fingern war nach oben ausgestreckt. Nicht so, als wolle er auf etwas zeigen“, so der Zeuge. Mit dieser Version hatte sich der Angeklagte bei der Polizei verteidigt. Zuvor hatte der junge Mann den Angeklagten noch brüllen hören: „Verpisst euch.“ Auch Worte wie „blonde Haare, blaue Augen“ seien gefallen, hatte der Zeuge bei der Polizei gesagt. Nachdem der Angeklagte weg war, sei er zu dem Flüchtling gegangen und habe ihn per Handy über die Bedeutung der ihm gegenüber gezeigten Geste aufgeklärt. Er rief die Polizei.

Anderer Zeuge nahm Abstand von bisheriger Aussage

Die hatte auch ein anderer Anwohner angerufen. „Ich hatte Angst, dass es ausartet.“ Der Mann wollte sich am Mittwoch allerdings vor Gericht nicht äußern – mit der Begründung: „Ich glaube nicht, dass Sie mit unseren neuen Mitbürgern auf einem Haufen leben.“ Aussagen musste er trotzdem. Eher widerwillig schilderte der 54-Jährige, was er an jenem Sonntagabend erlebt hatte. Demnach hatte er zwei Ausländer am Fenster stehen sehen und auf der Straße den Angeklagten, der rief: „Wir wollen Euch hier nicht haben.“ Dann habe dieser den Fehler gemacht und mit Hitler angefangen: „Kennt Ihr Adolf Hitler nicht?,“habe Ron W. gesagt, so der Zeuge. Einen Hitlergruß will er nicht gesehen haben. Das könne und wolle er nicht beschwören. Das hatte bei der Verhandlung vorm Amtsgericht noch ganz anders geklungen. Da hatte der Zeuge ausgesagt, den Hitlergruß gesehen zu haben. Jetzt sagte der 54-Jährige: „Ich bin mir echt nicht sicher.“ Die Frage des Richters, ob er im Vorfeld auf seine Aussage angesprochen worden sei, verneinte er.

Um den Sachverhalt aufzuklären, will das Gericht noch den Vernehmungsbeamten und den Amtsrichter hören. Am Donnerstag, 21. Juli, wird weiterverhandelt.

Von Dagmar Simons

Polizei Ostprignitz-Ruppin: Polizeibericht vom 13. Juli - Münzen und Geld gestohlen

Einem 79-jährigen Neuruppiner, der derzeit nach Mallorca umzieht, sind offenbar Goldmünzen und Geld gestohlen worden. Der Mann hatte seine Sachen in Umzugskartons gelegt. Da die einige Zeit in einer Wohnung in der Karl-Marx-Straße standen und möglicherweise andere Zugang dazu hatten, geht der 79-Jährige von Diebstahl aus. Schaden: 33 000 Euro.

13.07.2016

Es war vielleicht keine Grundlagenforschung, aber bei den Experimenten mit Farbstoff-Solarzellen gemeinsam mit dem mobilen Schülerlabor der Technischen Universität Cottbus sammelten Kyritzer Gymnasiasten jetzt erste Eindrücke von praktischer wissenschaftlicher Tätigkeit.

16.07.2016

Der seit 1992 bestehende Fanfarenzug des Amtes Neustadt präsentiert sich ab sofort in nagelneuen Uniformen. Die Farben sind gleich geblieben, aber natürlich viel frischer. Eine Spende machte es möglich.

16.07.2016
Anzeige