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Bessere Orientierung für Wald-Spaziergänger

Rettungspunkte in Brandenburg werden beschildert Bessere Orientierung für Wald-Spaziergänger

In den Wäldern in Brandenburg gibt es rund 1700 Rettungspunkte, über die im Fall eines Unglücks Forstarbeiter schnell geortet werden können und die damit schnell Hilfe bekommen. Diese Rettungspunkte sollen künftig ausgeschildert werden, so dass auch Spaziergänger einen Nutzen davon haben, die sich zum Beispiel im Wald verirrt haben.

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An dieser Stelle im Wittstocker Stadtwaldrevier in Alt Daber ist der Rettungspunkt  1551.

Quelle: Gerd-Peter Diederich

Alt Daber. Laien haben es im Wald schwer, die genaue Position ihres Aufenthaltes zu bestimmen. Das ist jedoch wichtig, sollte im Fall ein Unglücks dringend schnelle Hilfe von Rettungskräften benötigt werden. Für Waldarbeiter, die in Revieren fremd sind und dort nur zur Holzaufarbeitung oder bei Pflanzungen als Lohn- und Auftragsarbeiter zeitweilig eingesetzt werden, ist bei Unfällen die schnelle Positionsbestimmung lebensrettend.

Im Land Brandenburg sind jetzt 1700 Rettungspunkte in den Forsten festgelegt und als solche auch beschildert worden. Neu daran ist, dass diese Punkte nun bundesweit in allen Behörden bei Bedarf abrufbar sind. Neu ist zudem, dass diese Koordinaten für alle Rettungspunkte im Brandenburger Forst sogar via Smartphone abgerufen werden können. Vorausgesetzt, dass auch Handyempfang im Wald besteht. Das ist im Landkreis OPR nicht überall gewährleistet.

Die Forst-Landesbehörde in Brandenburg hat bereits im Jahr 2006 die 1700 Rettungspunkte benannt. Sie gelten in Landesforsten ebenso wie in Privatwäldern und Forst der Waldgemeinschaften.

Wald-Rettungspunkte Wittstock/ Heiligengrabe

  • Hier entstehen Rettungspunkte: Wittstocker Stadtwaldrevier Alt Daber (Nummer 1551), bei Zempow (1322), Schweinrich (1549), Volkwig (1564), Halenbeck (1569), Wulfersdorf (1568), Zootzen (1548), Rosenwinkel (1554), Christdorf (2748), Blumenthal (1553), Blandikow (1552), Papenbruch (1550).
  • Rettungspunkte mit Hubschrauber-Landemöglichkeit: Gadow (Nummer 2747), Dossow-Draußenberg (1432), Fretzdorf-Gewerbegebiet Autobahn-Rasthof Herzsprung (1435).

Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin kann mehrere solcher Rettungspunkte aufweisen. Im Gesamtgebiet Wittstock/Heiligengrabe gibt es 15 festgelegte Wald-Rettungspunkte, davon einen im Wittstocker Stadtwald in Alt Daber. Dieser befindet sich neben der Hauptstraße an der Buswendeschleife des beginnenden Stadtwald-Reviers.

Festgelegte Rettungspunkte in Brandenburger Wäldern sind in neuen Forstkarten eingezeichnet. In den Regionalleitstellen der Feuerwehr und Rettungsdienste sind sie schon gängiges Arbeitsmaterial.

Ortsfremde Waldarbeiter werden vor ihrem Einsatz in betreffenden Waldgebieten in die genaue Position der Rettungspunkte eingewiesen und können diese per Telefon im Notruf als Einsatzorientierung für Retter benennen. Das spart Zeit bei der Suche und führt die Retter schnell an die richtige Stelle.

Waldwanderer können sich bisher nur auf Geokarten über Rettungspunkte informieren. Marken in der Landschaft gibt es dafür noch nicht. „Waldspaziergänger gehen erfahrungsgemäß nicht erst am Rettungspunkt in den Wald. Sie begeben sich an beliebiger Stelle hinein und im Notfall ist es für diese schwierig, der Leitstelle eine konkrete Position anzusagen“, sagt Revierförster Guido Bischoff vom Wittstocker Stadtwald.

Zwar seien viele auch mit Wander-Navigationsgeräten im Wald unterwegs, die jedoch die neuen Rettungspunkte nicht anzeigen. Allerdings würden Leitstellen auch mit den angezeigten topographischen Koordinaten auf den Einsatzort schließen und Retter dorthin dirigieren können. Aufwändiger ist die ebenfalls mögliche Handyortung – wenn in diesem Waldgebiet ein Empfang möglich ist.

„In der Realität sind diese Rettungspunkte für gewerbliche Beschäftigte wie Forstarbeiter, Pflanzer und Fuhrunternehmer in den Wäldern von großem Nutzen. Bei Waldarbeiten kann schnell Mal eine Notsituationen entstehen, für die schnelle Hilfe gebraucht wird. Wir weisen Waldarbeiter vor dem Betreten des Reviers in die Rettungspunkt-Standorte ein“, sagt Forstoberinspektor Bischoff. Gegebenenfalls könne ein Verletzter mit Unterstützung zum Rettungspunkt transportiert und dort von Rettern abgeholt werden. Es können dort aber auch Treffen mit Weg-Führern und Rettern zustande kommen, um gemeinsam die Unglücksstelle aufzusuchen. Aus Sicht des Revierförsters sei es wünschenswert, dass sich Waldspaziergänger ebenfalls zuvor über nun die feststehend eingerichteten Rettungspunkte informieren und sich diese Daten für den Notfall merken. Denn bei Gefahr zählt jede Minute für die Retter, schnell den Einsatzort zu finden. Dafür will die Landesbehörde nun selbst für die deutliche Beschilderung sorgen.

„Im zweiten Halbjahr in diesem Jahr noch wollen wir an allen Rettungspunkten ein entsprechendes Schild aufstellen. Ich sehe darin eine landesbehördliche und notwendige Aufgabe und deshalb sollte diese Schilderaktion auch durch unsere Landesbehörde ausgeführt und finanziert werden“, stellt Abteilungsleiter Ralf Rüthnick vom Brandenburger Landesbetrieb der Forstverwaltung in Aussicht. Die Unterhaltung sollte anschließend mit dem Grundeigentümer des Standortes vertraglich vereinbart werden.

Von Gerd-Peter Diederich

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