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Bestatter gab Tipps zur letzten Ruhestätte

Wittstock Bestatter gab Tipps zur letzten Ruhestätte

Mit Grabstein, ohne Grabstein oder doch lieber gleich im Meer oder unterm Baum im Friedwald? – die Formen der Bestattung sind heute vielfältiger denn je. Was Angehörige trotzdem zu beachten haben und vor allem, was so eine Beerdigung kosten kann, darüber informierte Bestatter Tilo Brüsehafer aus Wredenhagen in Wittstock.

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Urnen aus Baumstämmen gibt’s auch, zeigte Tilo Büsehafer.

Quelle: Christian Bark

Wittstock. Der Tod eines nahen Verwandten geht vielen Angehörigen emotional oft sehr nahe – trotzdem müssen sie auch im Trauerfall einen kühlen Kopf bewahren, um den Verstorbenen würdevoll und ohne viel Komplikationen unter die Erde zu bekommen. Über die Möglichkeiten einer letzten Ruhestätte in der Region sowie die Formalitäten, die dabei zu beachten sind, informierte der Bestatter und Tischler Tilo Brüsehafer aus Wredenhagen am Dienstagnachmittag im Wohngebietstreff der Röbeler Vorstadt.

„Die Bestattungskultur befindet sich seit Jahren im Wandel“, betonte Tilo Brüsehafer. Die Zeit der klassischen Erdbestattungen sei Vergangenheit. Wenngleich bundesweit immer noch 45 Prozent der Toten in einem Sarg zu Grabe gelassen würden. Von den Feuerbestattungen würden 2,5 Prozent der Verstorbenen in einer auflösbaren Urne im Meer beerdigt. „Da haben wir Verträge mit Reedereien, zum Beispiel in Rostock“, sagte der Bestatter. Ganz günstig sei so etwas aber nicht, nur die Seebestattung beginne preislich bei rund 800 Euro. Auf der Müritz seien Seebestattungen übrigens nicht erlaubt, weil das Gewässer zu klein sei.

Monika Pehlgrim informierte über die Möglichkeiten auf dem kirchlichen Freidhof in Wittstock

Monika Pehlgrim informierte über die Möglichkeiten auf dem kirchlichen Freidhof in Wittstock.

Quelle: Christian Bark

Knapp 1500 Euro müssten Verwandte für eine Bestattung ohne Trauerfeier einplanen. Eine Trauerfeier auf freiem Feld sei für rund 2600 Euro möglich. Variieren würden die Preise bei der Form der Bestattung. Komme der Verstorbene in einem Reihengrab mit Stein zur Ruhe, sei das kostenintensiver als in einem Gemeinschaftsurnengrab – mit Namenstafel auf einer Stele, was laut der Verwalterin des kirchlichen Friedhofs in Wittstock, Monika Pehlgrim, auch in der Dossestadt möglich ist. Das geht anderswo auch „anonym“. „Ganz anonym ist es auch nicht, die Behörden wissen genau, wer wo liegt“, erklärte Tilo Brüsehafer. Sie wüssten auch genau, wer mit wem verwandt sei. Im Todesfall seien auch Neffen bestattungspflichtig, wenn sie die einzigen Verwandten seien. Bei Bedürftigkeit könne aber beim Sozialamt des Sterbeortes ein Antrag auf Bestattungsbeihilfe gestellt werden. Oder der Verstorbene hat bereits selbst vorgesorgt. Durften diese bisher nur 2600 Euro Sterbegeld zurücklegen, sind es seit April 2017 nun 5000 Euro.

Diese Papiere sind im Trauerfall wichtig


Im Trauerfall
benötigen Angehörige für den Bestatter folgende Dokumente, damit dieser alle Formalitäten rasch klären kann:

– Personalausweis oder Reisepass


– Heiratsurkunde oder Familienbuch, Scheidungsurteil, Sterbeurkunde des Partners

– Krankenkassenkarte

– Rentennummer des Verstorbenen

– Grabstellennachweis , falls schon einer vorhanden ist

– Rentenbescheide von beiden Partnern für Beantragung der Witwenrente

– Daten zum ausgeübten Beruf des Verstorbenen

– Informationen zu Kindern des Verstorbenen mit aktueller Postanschrift.

– Wenn gewünscht: eigene Kleidung für den Verstorbenen, ein Foto oder Passbild für die Trauerfeier

Tilo Brüsehafer informierte die Zuhörer in Wittstock auch über notwendige Papiere, die sie ihren Angehörigen möglichst vollständig und geordnet hinterlassen sollten. Die Formalitäten erledige dann der Bestatter. „Gut zu wissen“, sagte Helmut Klemm. Er war mit seiner Frau Inge zum Vortrag gekommen, um sich erstmals über den Prozess der Beerdigung zu informieren. „Wir wollen, dass unsere Kinder möglichst wenig Aufwand mit der Grabpflege haben“, bekräftigten die beiden Rentner.

Der Bestatter zeigte auch die klassische Urne

Der Bestatter zeigte auch die klassische Urne.

Quelle: Christian Bark

Dies ist unter anderem in einem Friedwald oder Ruheforst möglich. Laut Tilo Brüsehafer gibt es diese Möglichkeiten regional in der Nähe von Neuruppin oder im mecklenburgischen Fünftsee. Die Ruhestätte unter einem Baum sei dort für 99 Jahre gesichert. Ähnliche „Baumbestattungen“ seien aber mittlerweile auch auf kommunalen Friedhöfen möglich. Die Urnen seien biologisch abbaubar. Sehr beliebt sind dem Bestatter zufolge auch Urnen aus Baumstämmen.

Die Urne mit nach Hause nehmen darf in Deutschland noch niemand, wie Tilo Brüsehafer berichtete. Aber einen Teil der Asche – von 2,5 Kilogramm etwa 500 Gramm – könne vor der Beisetzung noch entnommen und anderweitig verwendet werden. Zum Beispiel könne sie in einen Diamanten gepresst oder in die Erde eines heranwachsenden Baumes, dem sogenannten „Tree of Life“ gestreut werden.

Von Christian Bark

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