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Ostprignitz-Ruppin Besuch im asiatischen Garten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Besuch im asiatischen Garten
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00:17 25.07.2016
Bei einer Tasse Tee findet Michael Stahlberg inmitten der Natur Ruhe. Quelle: Christamaria Ruch
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Blumenthal

Für eine Reise nach Fernost setzt Michael Stahlberg nur wenige Schritte vor die Haustür. Ohne Flug, Zeitverschiebung und Pass erreicht er den Garten auf dem Grundstück seiner Eltern in Blumenthal – dort beginnt Asien.

Mitten in der Prignitz vereint der 29-Jährige die Elemente der asiatischen Gartenkunst: Gewässer, Pflanzen, Steine und Holz harmonieren dort auf engem Raum. „Ich habe viel in Zeitschriften gelesen und bin in vielen Gärten unterwegs“, sagt Michael Stahlberg. Im sprichwörtlichen Sinne begann er ganz klein: „Mit einem Eiben-Bonsai habe ich 2002 angefangen. Ich finde es sehr interessant, einen Baum in einer Schale zu halten.“ Mittlerweile stehen mehrere Bäumchen im Miniformat im Garten und ziehen die Blicke beim Rundgang auf sich. „Eigentlich bin ich ja westlich orientiert, war schon in Chicago und New York. Eine Reise nach Asien ist auch mal geplant – die Vorfreude darauf ist groß“, sagt er.

Der Ginkgo im Garten stammt aus eigener Saat. Quelle: Christamaria Ruch

2006 legte der junge Mann sein Abitur in Pritzwalk ab und stellte mehrere Weichen. Beruflich begann er seine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann in Fretzdorf und gleichzeitig legte er den Grundstein für den asiatischen Garten. Derzeit absolviert er ein Fernstudium zum Handelsfachwirt und arbeitet weiterhin in Fretzdorf. Erstmals empfing Michael Stahlberg im Juni Gäste innerhalb des Tages der offenen Gärten. „Gut 200 Besucher kamen und zeigten sehr viel Interesse“, sagt er. Eigens für diese Veranstaltung beschriftete er alle Gehölze mit Schildern. Doch bis dahin war es ein langer Weg.

„Vorher war hier nur eine Rasenfläche mit dem Trompetenbaum und der Birne“, sagt Michael Stahlberg. Beide Gehölze fügen sich bis heute in den Garten ein. Schrittweise gestaltete er das Areal um. Dabei kombiniert er die asiatischen Elemente großzügig mit eigenen Vorstellungen. „Ich habe meinen Stil entwickelt und verbinde gerade und weiche Formen wie etwa bei der Wegegestaltung“, so Stahlberg.

Der Teich mit Blick zum Teehaus bildete den Grundstock für den asiatischen Garten. Quelle: Christamaria Ruch

Heimische Kiefern in allen Größen wechseln sich mit Rhododendron, Japanischer Zierkirsche oder Ginkgo ab. „Auf den Ginkgo bin ich besonders stolz, den habe ich 2002 aus eigener Saat gezogen“, so der 29-Jährige. Alle Feld- und Ziegelsteine im Garten stammen aus der abgerissenen Scheune vom Hof. „Das sind meine Goldschätze“, so Michael Stahlberg. Terrassenförmig verläuft der Garten, dazwischen bahnen sich Wasserläufe ihren Weg und alte Wurzeln recken sich kunstvoll in die Höhe. Der Teich markierte den Anfang und die Brücke daneben den höchsten Punkt im Garten. „Hier bin ich am liebsten“, sagt er. „Meinen Eltern hätte der Teich schon ausgereicht“, verrät Stahlberg. Doch jedes Jahr kamen weitere Elemente hinzu und dabei packen auch seine Eltern bis heute immer an. 2007 baute er mit seinem Vater Udo das rotweiße Teehaus. Es steht in der Mitte des Gartens, dahinter schließt sich passend der Tee- und Kräutergarten an. Das Bärenfellgras ragt dort wie Maulwurfshügel empor. Am Teehaus findet er bei einer Tasse Tee und inmitten der Natur Ruhe.

Eine Schildkröte aus Pflanzen und Stein sitzt im Trockengarten. Quelle: Christamaria Ruch

2008 legte Michael Stahlberg drei Trockengärten an. Auch die sind charakteristisch für Fernost. Die Kiesflächen mit dem geharkten Wellenmuster symbolisieren Meere, Seen oder Flüsse. „Eigentlich wird dafür weißer Split verwendet - wir haben acht Tonnen Kies selbst ausgesiebt und dadurch eine gleichmäßige Körnung erhalten“, so Stahlberg. Inmitten dieser Trockengärten befinden sich zugleich Inseln aus Pflanzen und Steinen. „Erkennen Sie die Schildkröte?“ fragt Michael Stahlberg. Und schon fügen sich die Kiefer, die Bodendecker und mehrere Steine zu dem besagten Kriechtier zusammen.

Im Hintergrund ist immer ein Plätschern der Wasserläufe zu hören. Wasser ist ein Muss in der asiatischen Gartenkultur. Immer wieder bieten sich beim Rundgang neue Sichtachsen. Am Ende des Gartens öffnet sich der Blick bis zum Spalierobst mit Apfel und Birne. „Zu jeder Tages- und Jahreszeit bilden sich hier schöne Kontraste“, sagt Michael Stahlberg. Und nach einem Regenguss wirkt alles noch schöner und frischer.

Von Christamaria Ruch

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