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Besucherrekord bei den Meistersängern

Kammeroper Rheinsberg Besucherrekord bei den Meistersängern

Mehr Besucher, mehr Einnahmen und ebenso viel Spaß für die Akteure wie in den Vorjahren: Die Kammeroper Rheinsberg blickt auf eine erfolgreiche Saison zurück. Neben Verdis „La Traviata“ in der Regie des neuen künstlerischen Leiters Frank Matthus waren auch die anderen, oftmals ausverkauften Produktionen viel umjubelt.

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Schöne Stimmen, tolle Kulisse: Die Matineen der Kammeroper waren heiß umjubelt.

Quelle: Regine Buddeke

Rheinsberg. „Ein erfolgreiches Jahr“ – so fasst es René Serge Mund, Geschäftsführer der Kammeroper Schloss Rheinsberg, zusammen. Immerhin 12 000 Besucher haben in der gerade beendeten Saison den Weg nach Rheinsberg gefunden: zu Opern, Konzerten, Matineen und der umjubelten Operngala im Schlosshof. Die Auslastung von 80 Prozent sei so stabil wie in den Vorjahren – jedoch durch einige Aufführungen mehr, zum Teil auch in der mehr Zuschauer fassenden Siegfried-Matthus-Arena, konnten die absoluten Zahlen sogar getoppt werden. Die ebenfalls gestiegenen Einnahmen von knapp 400 000 Euro sprechen eine deutliche Sprache. Und das, obwohl sich der neue künstlerische Direktor Frank Matthus in mancher Hinsicht aus den Fußstapfen seines Vaters herausgewagt und neue Wege eingeschlagen hat.

Sind zufrieden

Sind zufrieden: Frank Matthus (l.) und René Serge Mund.

Quelle: Regine Buddeke

„La Traviata“ zieht die Jugend an

Zum Beispiel mit Händels Barock-Oper „Amadigi“, die ohne technische Verstärkung und elektronische Beleuchtung auskam und „unplugged – wie zu Prinz Heinrichs Zeiten“ mit Fackelschein im abendlich-dunklen Heckentheater glänzte. Auch mit „Adriana“ setzte Matthus auf Risiko. Mit der Uraufführung der zeitgenössischen Oper – Libretto Elke Heidenreich, Komposition Marc Aurel Floros – sollte dem Vorurteil begegnet werden, das der zeitgenössischen Musik oftmals anhaftet. „Wir haben nie geheimgehalten, dass Floros seine Inspiration von Richard Strauss und Puccini bezog“, setzt Matthus den zum Teil nicht eben freundlichen Kritiken entgegen. „Wir haben uns ein wenig von der Avantgarde abgegrenzt“, erklärt Frank Matthus die kritischen Untertöne der überregionalen Feuilletons. Indes sei es ihm Freude und Bestätigung, dass etliche Premieren-Zuschauer noch eine zweite Aufführung besucht hätten. Sein „eigenes Kind“ war Verdis „La Traviata“. Auch mit dieser großen Frauenoper betrat Matthus Junior Neuland – schon weil die Hauptrollen so anspruchsvoll seien, dass sie doppelt besetzt wurden, um die Sängerstimmen zu schonen. „Aber das ist es, was die jungen Leute herzieht: Sie bekommen statt einer Arie die ganze Partie.“ Sich damit zu bewerben, sei schon etwas anderes, meinte Matthus. „Ein Langstreckenläufer wird ja auch nicht nach seinen Sprints beurteilt.“

Was ebenfalls sehr gut funktioniert habe: Den Chor der „La Traviata“ aus den dreifach besetzten kleineren Rollen zu re­krutieren. Für die Sänger hatte das den Vorteil, regelmäßig auf der Bühne zu stehen – wie in den vier Matineen. Zwei davon waren ausverkauft. Hier konnte jeder Festivalteilnehmer mit Glanzstücken der Opernliteratur brillieren – entsprechend geriet auch die festliche Operngala zum laut umjubelten Spektakel.

„Es wurde gnadenlos durchgezogen“

Überaus beeindruckt ist Matthus vom Biss seiner Sänger: „Egal, wie kompliziert die Partie war – es wurde gnadenlos durchgezogen“, sagt der künstlerische Leiter und Regisseur über sein Ensemble. Gleichermaßen dankt er den Teams der Technik, Maske und Kostüm. „Hier fängt die Oper ja an. Und ich habe gespürt und bin dankbar, dass man mir vieles möglich gemacht hat.“ Dasselbe gelte auch für die Kooperation mit der Jugendkunstschule und dem Märkischen Jugendchor, die in zwei Produktionen mitgewirkt haben.

„Theater in der Region soll der Region auch erlebbares Theater bescheren. Und was gibt es da Besseres als selbst mitzumachen“, sagt Matthus. Ob es diese Kooperation im nächsten Jahr wieder gibt, sei Sache der Produktion und der Regisseure. „Ich würde es begrüßen“, so Matthus. Was ebenfalls vom Testballon zur Tradition werden soll: „Barock trifft Rock“, das 2015 zum Mix aus Konzert und Talkshow geriet. Das kam nicht bei allen Gästen gut an. „Ich sehe mich aber durchaus auch als Lernender“, so Matthus. Dass es neben „Tosca“ auch wieder eine Uraufführung geben wird, stehe schon fest. „Aber es ist noch zu unausgegoren, um jetzt schon darüber zu sprechen“, sind sich Matthus und Mund einig. Klar hingegen, dass es die Jazz-Opern-Jam-Session mit der Kreismusikschulband Big Brass wieder geben wird.

Stolz ist Frank Matthus auf die Einladung des Bundespräsidenten für den 29. September ins Schloss Bellevue anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Kammeroper: „Das ehrt uns.“

Von Regine Buddeke

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