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Betreiberin der Hansa Klause hört auf

Wittstock Betreiberin der Hansa Klause hört auf

Seit 2001 schenkt Astrid Kruse in der Hansa Klause in Wittstock Bier aus, kocht in der Küche und kümmert sich um das leibliche Wohl der Mitglieder des Sportvereins FK Hansa. Doch im nächsten Jahr will die 53-Jährige damit aufhören. Die Gründe dafür liegen im Arbeitsaufwand und bei ihrer Krankenversicherung. Der Verein berät indes über eine mögliche Nachfolge.

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Betreiberin Astrid Kruse wird nach fast 17 Jahren im Juni 2018 aufhören – Einen Nachfolger gibt es bisher noch nicht.

Quelle: Christian Bark

Wittstock. Der Schritt in die Selbstständigkeit war für Astrid Kruse vor 16 Jahren wie „ein Sprung ins kalte Wasser“. Als die heute 53-Jährige nach ihrer Ausbildung zur Köchin in Rostock sowie der Arbeit in Gaststätten wie der „Preußenmolle“ in Pritzwalk und der „Zitrone“ in Wittstock keine neue Anstellung mehr gefunden hatte, bewarb sie sich auf Rat ihres Mannes für die freie Pächterstelle in der „Hansa Klause“- dem Lokal des Sportvereins FK Hansa Wittstock.

„Ich habe mit viel Hilfe von Bekannten einiges im Gasthaus verändert“, erinnert sie sich. Über Mundpropaganda sei das Geschäft dann gut angelaufen. Meist waren die Gäste Sportler oder Anwohner aus der Nähe. Damals sei das Lokal noch eine normale Speisegaststätte gewesen. Das habe sich im Laufe der Zeit aber gewandelt, wie Astrid Kruse schildert. Mehr und mehr habe sie sich auf Lieferungen außer Haus sowie Familienfeiern konzentriert. „Die Kundschaft von damals ist zum Teil schon verstorben“, sagt sie.

Etwas wehmütig wird Astrid Kruse beim Rückblick auf die vergangenen 16 Jahre schon

Etwas wehmütig wird Astrid Kruse beim Rückblick auf die vergangenen 16 Jahre schon.

Quelle: Christian Bark

Trotzdem hatte die Gastwirtin nach wie vor alle Hände voll zu tun gehabt. An den Wochenenden organisierte sie die Versorgung der Sportler bei den Wettkämpfen, reinigte die Sanitäranlagen des Vereins und hatte auch zu den Trainingszeiten in der Woche geöffnet. „Ich hatte wochenlang jeden Tag durchgezogen“, berichtet Astrid Kruse. Das sei ihr irgendwann zu viel geworden. Und nicht nur das. Wegen Problemen mit ihrer Betriebskrankenkasse hatte sie sich vor einigen Jahren privat krankenversichern lassen. „Da komme ich, wenn ich 55 bin, nicht mehr raus“, erklärt sie. Und von ihrer Rente könne sie die horenden Beiträge garantiert nicht zahlen. Deshalb will die Gastwirtin nun aus der Selbstständigkeit zurück in ein Angestelltenverhältnis wechseln und sich wieder gesetzlich versichern lassen, wie sie sagt. Für die Hansa-Klause bedeutet das, dass Astrid Kruse demnächst nicht mehr als Betreiberin zur Verfügung steht.

Verein macht sich Gedanken über Nachfolge

„Astrid hat all die Jahre einen tollen Job gemacht“, lobt Hansa-Vorstandsmitglied Thomas Krieglstein. Nun mache sich der Verein Gedanken um die Zeit nach dem 23. Juni 2018 – denn dann will Astrid Kruse ihre Abschiedsparty feiern. „Der Vorstand wird bis Anfang kommenden Jahres über eine mögliche Nahfolge beraten, die nahtlos anknüpfen soll“, kündigt er an. Inwiefern der Gastronomiebetrieb sich in den Öffnungszeiten einschränken wird, darüber konnte Thomas Krieglstein keine Auskunft geben. Ähnlich äußert sich auch Vereinskassenwart Nando Strüfing. „Es ist unser Ziel, dass das Lokal weiterbetrieben wird“, betont er.

Die Hansa Klause war in all den Jahren immer ein beliebter Treffpunkt

Die Hansa Klause war in all den Jahren immer ein beliebter Treffpunkt.

Quelle: Christian Bark

Die Öffnungszeiten waren zuvor schon eingeschränkt und auf den späten Nachmittag verlegt worden. Denn seit sechs Jahren pendelt Astrid Kruse aus Stepenitz bei Marienfließ immer nach Wittstock. Dort, auf dem Hof ihrer Großeltern, betreibt sie seit 2016 ein Biermuseum. Wenn es nach den Träumen ihres Mannes geht, könnte dort auch künftig Bier gebraut werden, so die 53-Jährige. So motiviert sie auch in die Zukunft blickt, die Hansa Klause wird ihr doch fehlen, daraus macht Astrid Kruse keinen Hehl. „Ich hätte gern bis zur Landesgartenschau und zum 100. Geburtstag des FK Hansa 2019 weitergemacht“, sagt sie – schließlich seien sie und ihr Mann auch begeisterte Hansa-Fans. Aber dann funktioniere das mit dem Ausstieg aus der Privatversicherung nicht mehr. Vermissen werde sie auch einen Seniorensportler, der aus der nahen Röbeler Vorstadt immer einmal die Woche zu ihr komme, um sein Bierchen zu trinken.

Demnächst werde sie zum letzten Mal auch eine Hausgemeinschaft aus Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße besuchen. „Die waren mir über 13 Jahre lang treu“, erklärt die Gastwirtin. Überhaupt sei ihr Lokal in der Gegend das einzige seiner Art, weshalb Astrid Kruse gerne einen Nachfolger für die Hansa Klause sehen würde. „Den würde ich dann mit Freude einarbeiten“, kündigt sie an.

Von Christian Bark

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