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Ostprignitz-Ruppin Betriebsausflug ins Blutlabor
Lokales Ostprignitz-Ruppin Betriebsausflug ins Blutlabor
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15:10 09.02.2018
Beim 8. Betriebsausflug von MAZ und REG ging es ins LADR Laborzentrum Neuruppin. Helmut Schönwerth (r.) führt durchs Labor. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

„Blut ist ein ganz besondrer Saft“ – das wusste schon Mephisto. Warum das so ist, erfuhren ein Dutzend Neugierige aus erster Hand und aus nicht weniger berufenem Munde. Exklusiv für MAZ-Abonnenten öffnete für den 8. Betriebsausflug von MAZ und REG das LADR-Laborzentrum Neuruppin seine Pforten ins Allerheiligste. Sogar Landrat Ralf Reinhardt ließ es sich nicht entgehen, das Unternehmen zu besichtigen, in dem Tag für Tag 5000 Patientenanträge über den Tisch gehen – besser gesagt, in einem imponierenden Technikaufgebot analysiert werden: für Krankenhäuser, stationäre Einrichtungen und Arztpraxen – und nach unterschiedlichsten Parametern.

Was passiert eigentlich, nachdem beim Arzt Blut zur Untersuchung abgenommen wurde? Den Weg der Blutproben verfolgten die Besucher des 8. MAZ-Betriebsausflugs im Laborzentrum Neuruppin.

Wie so oft hieß es auch bei LADR – das steht für Labor-Arbeitsgemeinschaft für Diagnostik und Rationalisierung: Kittelpflicht. Auch eine Verschwiegenheitserklärung mus ausgefüllt werden – schließlich gibt es im Inneren Patientendaten. Zuvor ließen sich jedoch fast alle Besucher ein Quäntchen Blut abzapfen, mit dem später demonstrieren wird, wie ein sogenanntes großes Blutbild gemacht wird.

„Falls einer umkippt, ich bin Ersthelfer“, beruhigt Alexander Pillris, der die Gruppe begleitet. Ohnehin ist das Ganze freiwillig und zur Belohnung gibt es sogar für jeden einen kleinen Plüsch-Teddy. Die Ergebnisse des Blutbilds gibts am Ende im verschlossenen Umschlag. Auf Wunsch mit Arztgespräch. „Auffälligkeiten besprechen wir intern“, versichert Kurt-Herbert Jung, der ärztliche Leiter des Zentrums.

Das Laborzentrum in Neuruppin wurde 2012 eröffnet

Vor der Praxis kommt wie so oft die Theorie. Helmut Schönwerth ist seit vielen Jahren bei LADR dabei und hat die 2012 eröffnete Dependance in Neuruppin – O-Ton Jung – „mitverursacht“ und auch lange Zeit geleitet. „Er kennt das alles hier aus dem Effeff.“ Schönwerth hat durchaus Entertainerqualitäten: Er wirft im Schnelldurchlauf eine umfängliche Unternehmenspräsentation auf die Leinwand, mit Sachkenntnis, aber verständlich erklärt und mit launigen Details aufgelockert. Man spürt, dass er für sein Unternehmen brennt.

Bereits im Vorfeld wird klar, wie umfänglich die Arbeit im Laborzentrum ist. Die Ärzte und Wissenschaftler sind in vielen Bereichen angesiedelt: Labormedizin, Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie, Pharmakologie und Toxikologie. Schönwerth zaubert Daten und Fakten aus dem Ärmel: 3000 Analysen pro Stunde, Mitarbeiterwachstum, 650 zu beliefernde Arztpraxen, ein raffiniert ausgeklügeltes Logistiksystem für den Transport – die Blutproben sollen schließlich frisch sein zur Analyse und auch die Ergebnisse sollen rasch vorliegen. „70 Prozent aller Diagnosen werden mithilfe der Labormedizin gestellt“, so Schönwerth. Die Besucher sind beeindruckt.

78 Mitarbeiter sind dort beschäftigt

Im Neuruppiner Laborzentrum liegt der Schwerpunkt der Arbeit im Krankenhausbereich. „Auch die Ruppiner Kliniken?“, fragt ein Besucher. „Noch nicht“, sagt Schönwerth. Aber man sei dran. Ohnehin sei man gut gewachsen seit 2012. „Wir sind schon etwas beengt und denken über einen Anbau nach.“

Dann geht es ans Eingemachte. „Können die Proben verwechselt werden?“, fragt jemand. Nicht im Labor, ist zu erfahren.

Man sieht auch gleich, warum nicht. An jedem Röhrchen klebt ein Barcode, derselbe wie auf dem Anfragebogen. Am Anfang der Blut-Teststrecke werden Schein und Blut getrennt. Das Blut wandert in die Zentrifuge, bis am Ende die roten Blutkörperchen unten im Glas sind, und oben über einer Trennschicht das Serum, aus dem die Werte bestimmt werden. Der Schein wird automatisch eingescannt und verrät dem Sortier-Computer, in dem die Röhrchen übers Band laufen, nach was im Blut gesucht werden soll.

Täglich werden 5000 Patientenaufträge bearbeitet

Demgemäß wandert die Probe in die richtige Maschine – es gibt sehr viele. „Je nachdem, was die Suchanforderung ist: Tumormarker, Leberwerte, Stoffwechselfette, Zucker, Magnesium, Schilddrüse, Röteln“, erklärt Mitarbeiterin Angelika Lemm. „Die AU 5822 etwa kann nach 32 verschiedenen Parametern suchen“, verrät sie.

Was ebenso spannend ist: Alle Apparate sind an ein Online-Wartungssystem mit ausgeklügeltem Alarm angeschlossen, das den Zustand der Maschinen überwacht. „Bevor etwas kaputtgeht, wird das erkannt, Ersatzteil nachgeordert und repariert“, erzählt Schönwerth den schwer beeindruckten Gästen.

Weiter geht es durch die Abteilungen – als nächstes ist die Bakteriologie an der Reihe. „Der geruchsintensivste Bereich“, erklärt Schönwerth. Genannt auch: „Der Hexenkessel – wo aus Scheiße Gold gemacht wird“, sagt er scherzhaft. Der Grund: Hier werden Abstriche, Stuhlproben und Urin auf Nährböden ausgestrichen, um Bakterienstämme zu züchten, an denen dann wiederum die Wirkung von Antibiotika getestet werden. „Wir züchten etwas an, um es dann zu töten“, bringt der Experte es auf den Punkt.

Das Blut wird nach ärztliche Anforderung auf verschiedenste Art geprüft

Man forscht, welches Mittel welchen Keim bekämpft – und in welcher Dosis, damit man den Ärzten gleich eine Empfehlung für die Antibiotikatherapie an die Hand geben kann.

Auch im Bereich der Krankenhaushygiene ein wichtiger Punkt – gerade beim Problem multiresistente Keime. Der Massenspektrometer findet in zwei Stunden den Keim heraus, früher dauerte das drei Tage. Auch für die Besucher gilt nach Verlassen der Station: Hände desinfizieren. Später darf durchs Mikroskop geschaut werden. Vorbereitet sind zwei Objektträger: unter einem kann man leukämische Blutzellen sehen, unter dem anderen versteckt sich eine rotes Blutkörperchen mit einem schwarzen Punkt: „Ein Malaria-Erreger“, klärt Schönwerth auf.

„Ich mag Biologie. Mikroorganismen sind spannend“, sagt Oliver Wittemans. Der Achtklässler aus Neuruppin findet den Laborbesuch wie alle anderen auch hochinteressant und fragt, ob er bei LADR ein Schülerpraktikum machen kann.

Von Regine Buddeke

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