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Ostprignitz-Ruppin Bewährung für drogensüchtigen Dieb
Lokales Ostprignitz-Ruppin Bewährung für drogensüchtigen Dieb
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02:16 14.08.2015
Quelle: dpa
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Neuruppin

Er brauche auf alle Fälle Hilfe und eine Chance. Darum bat Patrick M. am Dienstag. Die Hilfe wird sich der 25-Jährige selbst suchen müssen. Die Chance, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen, gab ihm das Neuruppiner Amtsgericht.

Es verurteilte den Angeklagten wegen versuchten Raubes und gewerbsmäßigen Diebstahls in fünf Fällen zu einer Gesamtstrafe von anderthalb Jahren. Darin ist ein Urteil vom 30. Oktober 2014 mit fünf Monaten ebenfalls wegen Diebstählen enthalten. Er hatte mehrfach in einem Supermarkt teure Spirituosen entwendet. Für sechs weitere Taten, die er nach der Verurteilung begangen hat, erhielt Patrick M. noch einmal zehn Monate. Beide Strafen setzte das Gericht zur Bewährung aus. „Unter der Hintanstellung von Bedenken“, wie der Vorsitzende Richter Gerhard Pries sagte. Das Gericht vertraue darauf, dass schon die Verurteilung allein als Warnung ausreicht und Patrick M. von weiteren Straftaten abhält. „Das ist ein Damoklesschwert, das über ihm schwebt“, so Pries. Denn bei erneuter Straffälligkeit muss Patrick M. die Strafe im Gefängnis absitzen.

Für den jungen Mann sprach, dass er reinen Tisch gemacht hat, nichts beschönigte, nichts weg ließ. Am ersten Verhandlungstag wollte er sich nicht zu den Vorwürfen äußern, kam anschließend aber zum Richtertisch und teilte mit, er wolle keinen großen Prozess und alles gestehen. Das holte er am Dienstag nach. Mehr als 30 Euro brauchte Patrick M. 2014 täglich, um seine Drogensucht zu finanzieren. Pro Tag konsumierte er zwei Gramm Speed und ein oder zwei Gramm Marihuana. Außerdem zockte er, was zusätzlich kostete.

Das Geld dafür besorgte sich der arbeitslose und damals obdachlose Angeklagte mit Straftaten. Im April versuchte er in Nauen, einer Seniorin die Geldbörse aus dem Einkaufskorb zu stehlen. In Neuruppin klaute er im Baumarkt, in Drogerien und bei Juwelieren, teilweise auf Bestellung. Sein Hehler wollte bestimmte Lampen, Patrick M. stahl sie. Für hochwertige Cremes bekam er von seinem Abnehmer pro Dose fünf Euro. Am 21. November suchte er einen Fliesenmarkt in Neuruppin auf und entwendete einen Fliesenschneider. Draußen wurde er von der Polizei geschnappt.

Die Staatsanwaltschaft ließ Gnade vor Recht ergehen. Patrick M., der nach eigenen Angaben mit 13 Jahren das erste Mal Cannabis probierte, ab 17 Jahren dann Speed und gelegentlich Kokain konsumierte, verpflichtete sich zu einer Drogentherapie. Im Gegenzug wurde der Haftbefehl außer Vollzug gesetzt. Patrick M. machte eine mehrwöchige Entgiftung, an die sich eine sechsmonatige Therapie anschloss. Neben einer Drogen- und Alkoholabhängigkeit wurde ihm zusätzlich eine Psychose, ausgelöst durch Drogen, bescheinigt. Die Bemühung, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen, rechnete ihm das Gericht hoch an, ebenso sein Geständnis. Negativ wog jedoch, dass sich der Angeklagte nach seiner Verhandlung am 30. November, gleich wieder auf Diebestour begeben hatte.

Dass es so nicht weitergehen kann, hat Patrick M. offensichtlich eingesehen. Er will sich professionelle Hilfe bei einem Verein und eine eigene Wohnung suchen, sich um Arbeit kümmern. Das Gericht stellt ihm einen Bewährungshelfer zur Seite, der ihn bei seinen Bemühungen unterstützt. „Damit haben Sie eine starke Hand, die Ihnen zeigt, wo es langgeht“, sagte Richter Pries.

Von Dagmar Simons

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