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Bewährung für versuchten Mord an Fußballer

Neuruppin Bewährung für versuchten Mord an Fußballer

Auch in der Berufungsverhandlung ist ein Jugendlicher aus Neuruppin mit einer Bewährungsstrafe davon gekommen. Der inzwischen 18-Jährige hatte im August 2014 gemeinsam mit einem Freund einen Fußballer, der aus Brasilien stammt, mit einem Messer attackiert. Nur dank einer Notoperation überlebte der Mann.

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Oswaldo Proenca vor der Messerattacke.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung hat das Landgericht Neuruppin am Donnerstag einen 18-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Der Jugendliche hatte im August 2014 gemeinsam mit einem Freund den Fußballer Oswaldo Proenca in dessen Wohnung mit einer Messerattacke schwer verletzt. Der Fußballer konnte nur dank einer Notoperation gerettet werden: Ein Messerstich hatte die Halsschlagader und die Luftröhre getroffen.

Prozess neu aufgerollt

In einem ersten Verfahren war Leon U. lediglich wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das hatte die Staatsanwaltschaft bemängelt und war vor den Bundesgerichtshof gezogen. Das oberste deutsche Gericht teilte die Bedenken der Anklagebehörde. Deshalb wurde der Prozess gegen Leon U. neu aufgerollt. Ausschlaggebend für die erneute Bewährungsstrafe sei gewesen, dass der Jugendliche seit der Tat eine positive Entwicklung genommen habe und es zudem eine positive Sozialprognose für ihn gebe, sagte Iris le Claire, die Sprecherin des Landgerichts Neuruppin. Verhandelt worden war erneut unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Grund: Zur Tatzeit war der Angeklagte minderjährig.

Sein damaliger Kompagnon Brian L. war im Juni 2015 wegen versuchten Mordes zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt worden, ohne Bewährung. L. hatte zwar Revision gegen das Urteil eingelegt, doch diese hatte der Bundesgerichtshof abgelehnt.

Über das Tatmotiv ist nichts bekannt

Über das Motiv der Messerattacke gegen Oswaldo Proenca, der aus Brasilien stammt, ist bis heute nichts bekannt. Die Ermittler sind jedoch überzeugt, dass es für die Tat keinen fremdenfeindlichen Hintergrund gegeben hat. Demnach könnte vielmehr ein Streit in der Wohnung Auslöser für die Attacke gewesen sein. Denn die beiden Jugendlichen und Proenca kannten sich. Sie sollen mehrfach gemeinsam gefeiert haben, heißt es.

Der Fußballer, der vier Jahre für den MSV gespielt hatte, lag nach dem Messerangriff drei Wochen im Krankenhaus. Proenca war in dem Prozess als Nebenkläger aufgetreten. Der 36-Jährige spielt weiterhin Fußball, derzeit bei Viktoria Templin in der Landesklasse.

Von Andreas Vogel

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